Unwort des Jahres 2011: „Döner-Morde“

17.1.2012 – In den Jahren 1991 bis 1994 wurde das „Unwort des Jahres“ von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden, parallel zu dem seit 1972 bestehenden Projekt „Wort des Jahres“ herausgegeben. Seit 1994 wird die Aktion von einer institutionell unabhängigen Jury durchgeführt.

Für 2011 wurde „Döner-Morde“ zum Unwort des Jahres gekürt. Weitere Unworte waren „Gutmensch“ und „marktkonforme Demokratie“.

Aktion Unwort des Jahres

Die Aktion „Unwort des Jahres“ macht auf Wörter in der öffentlichen Kommunikation aufmerksam, die gegen sachliche Angemessenheit oder Humanität verstoßen. In den Grundsätzen der institutionell unabhängigen Jury werden die Auswahlkriterien definiert. Für das „Unwort des Jahres“ kommen Begriffe in Frage, die gegen das Prinzip der Menschenwürde oder das Prinzip der Demokratie verstoßen, die einzelne gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die euphemistisch, verschleiernd oder irreführend sind.

Die ständige Jury der Aktion besteht aus den vier Sprachwissenschaftlern Prof. Dr. Nina Janich (TU Darmstadt), Dr. Kersten Sven Roth (Universität Zürich), Prof. Dr. Jürgen Schiewe (Universität Greifswald) und Prof. Dr. Martin Wengeler (Universität Trier) sowie dem Journalisten Stephan Hebel (Frankfurter Rundschau). Als jährlich wechselndes Mitglied wirkte in diesem Jahr Dr. Heiner Geißler mit.

Über die Internetseite der Aktion können ganzjährig Vorschläge für das kommende „Unwort des Jahres“ eingereicht werden. Für das Jahr 2011 wurden 923 verschiedene Wörter eingereicht. Insgesamt erhielt die Jury 2.420 Einsendungen. Dabei hatten sich 269 Teilnehmer für das Wort „Döner-Morde“ ausgesprochen.

Döner-Morde

Döner-Morde“ wurde von der Jury zum Unwort des Jahres erklärt. Politik, Polizei und Medien hatten mit diesem Ausdruck die Morde an zehn Menschen durch eine rechtsextremistische Terrorzelle bezeichnet. Noch am 13. November 2011 hatte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich den Begriff in einem Interview mit der Tagesschau verwendet.

In der Begründung der Jury heißt es unter anderem:

„Mit der sachlich unangemessenen, folkloristisch-stereotypen Etikettierung einer rechts- terroristischen Mordserie werden ganze Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt und die Opfer selbst in höchstem Maße diskriminiert, indem sie aufgrund ihrer Herkunft auf ein Imbissgericht reduziert werden.“

Dass der zutiefst menschenverachtende und irreführende Begriff von der Aktion “Unwort des Jahres” ausgewählt wurde, ist sicher angemessen und richtig. Kritisch muss man allerdings den Zeitpunkt hierfür betrachten. Letztlich hat der Begriff “Döner-Morde” seine diskriminierende Wirkung bereits seit Jahren entwickelt, ohne dass jemand merklich Anstoß daran genommen hätte. Eine frühere Entscheidung für dieses Unwort wäre wünschenswert gewesen.

Darüber hinaus wurden die Begriffe „Gutmensch“ und „marktkonforme Demokratie“ von der Jury als weitere Unwörter des Jahres 2011 benannt. Zur Begründung heißt es in der Presseerklärung der Jury vom 17. Januar 2012:

Mit dem Ausdruck Gutmensch wird insbesondere in Internet- Foren das ethische Ideal des „guten Menschen“ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren.“

„Die Wortverbindung marktkonforme Demokratie steht für eine höchst unzulässige Relativierung des Prinzips, demzufolge Demokratie eine absolute Norm ist, die mit dem Anspruch von Konformität mit welcher Instanz auch immer unvereinbar ist. Sie geht zurück auf ein Statement Angela Merkels, wonach Wege zu finden seien, „wie die parlamentarische Mitbestimmung so gestaltet wird, dass sie trotzdem auch marktkonform ist.“

Unwörter des Jahres seit 1991

Seit Gründung der Aktion im Jahre 1991 wurden folgende Wörter jeweils zum Unwort des Jahres gekürt:

  • 1991 – ausländerfrei (fremdenfeindliche Parole in Hoyerswerda)
  • 1992 – ethnische Säuberung (Propagandaformel im ehemaligen Jugoslawien)
  • 1993 – Überfremdung (Scheinargument gegen Zuzug von Ausländern)
  • 1994 – Peanuts (abschätziger Bankerjargonismus)
  • 1995 – Diätenanpassung (Beschönigung der Diätenerhöhung im Bundestag)
  • 1996 – Rentnerschwemme (falsches, angstauslösendes Naturbild für einen sozialpolitischen Sachverhalt)
  • 1997 – Wohlstandsmüll (Umschreibung arbeitsunwilliger wie arbeitsunfähiger Menschen)
  • 1998 – sozialverträgliches Frühableben (In einer öffentlichen Erklärung zynisch wirkende Ironisierung)
  • 1999 – Kollateralschaden (Verharmlosung der Tötung Unschuldiger als Nebensächlichkeit)
  • 2000 – national befreite Zone (Zynisch heroisierende Umschreibung einer Region, die von Rechtsextremisten terrorisiert wird, damit sie ausländerfrei wird.)
  • 2001 – Gotteskrieger (Selbst- und Fremdbezeichnung der Taliban und al-Qaida-Terroristen)
  • 2002 – Ich-AG (Reduzierung von Individuen auf sprachliches Börsenniveau)
  • 2003 – Tätervolk (grundsätzlich inakzeptabler Kollektivschuldvorwurf)
  • 2004 – Humankapital (degradiert Menschen zu nur noch ökonomisch interessanten Größen)
  • 2005 – Entlassungsproduktivität (Gewinne aus Produktionsleistungen eines Unternehmens, nachdem zuvor zahlreiche für „überflüssig” befundene Mitarbeiter entlassen wurden)
  • 2006 – freiwillige Ausreise (Bezieht sich darauf, dass viele abgelehnte Asylbewerber vor einer drohenden Abschiebung „freiwillig” in ihre Heimat zurückkehren)
  • 2007 – Herdprämie (Abwertende Bezeichnung für Geld, das Eltern erhalten sollen, die ihre Kinder zuhause selber auf- und erziehen und nicht in einer Kindertagesstätte betreuen lassen wollen)
  • 2008 – notleidende Banken (Der Begriff stelle das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise auf den Kopf)
  • 2009 – betriebsratsverseucht (sprachlicher Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen)
  • 2010 – alternativlos (Das Wort suggeriert sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe)
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35 Kommentare

Eingeordnet unter Kultur, Politik

35 Antworten zu “Unwort des Jahres 2011: „Döner-Morde“

  1. Interessant ist, dass die Tagesschau weder Gutmensch noch Marktkonforme Demokratie erwähnt, wohl aber die “gescheiterten” Kandidaten.

    http://www.tagesschau.de/inland/unwort116.html

    • Orak

      2000 – national befreite Zone
      2001 – Gotteskrieger
      „Döner-Morde“ -würde es nicht heißen das Zahl 9 gegen sich.. Wurde es nicht heißen VERSEUCHTEVERFASSUNG(SS)CHÜTZER oder anstadt mit scharf eß

    • Moses

      @ planet, immerhin findet “das Unwort” nun regelmäßig Erwähnung. Das ist keine gering zu schätzende Sache, finde ich.

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  3. Hartmut

    panem et circenses(dare) – gebt dem Volk Brot und Spiele
    Wörtlich : Brot und Zirkusspiele (geben).
    Das altrömische Proletariat erwartete von den jeweiligen Machthabern, mit Essen und Vergnügungen versorgt zu werden. Nur dann schenkte es den Betreffenden seine Gunst. Das Wort ist auch im Sinne von: Käuflichkeit und Bestechung zu verstehen; es ist von dem römischen Dichter Juvenal (60 bis 140 post Christi Geburt) überliefert.

    Meine Interpretation: alles dies geschieht, um das Volk abzulenken von den wirklichen Problemen oder die Machthaber sind die eigentlichen Träger des “öffentlichen Bewußtseins”……

  4. Floh

    Jede Sprache ist Ausdruck seiner Gesellschaft .In einer kapital. Ellenbogen-Gesellschaft wie der unsrigen wird leider Ausdruck u. Sprache dazu genutzt gesellschaftliche Zustände zu verschleiern zu beschönigen u. um andere zu diffamieren . Leider fällt man selbst oft darauf rein und verwendet sie ohne zu überlegen.
    Z.B. auch das Wort Holocaust. Denn es steht in gewisser Weise auch für Verschleierung . Denn wenn man das englische Wort benutzt , kann man in Deutschland die Worte Völkermord und Vernichtung durch den Deutschen Faschismus in den einschlägigen Medien vermeiden , die in der gegenwärtigen
    Diskussion um ein Verbot der NPD angebracht währen.
    Das Wort Holocaust ,in seiner Übersetzung richtig , ist hier aber Synonym und man verstecken sich dahinter.

  5. Floh

    Sorry !
    Das wort Holocaust stammt natürlich aus dem Griechischen .

    • Würde das Wort “Völkermord” benutzt, würden die Fragen nach den ungezählten Völkermorden der USA (zum Beispiel) in ihren zahlreichen Kriegen von den Kriegen gegen die Ureinwohner der USA, gegen die schwarze Bevölkerung der USA, über Vietnam, Afghanistan bis Irak lauter werden und dieser von den deutschen Faschisten begangene Völkermord könnte nicht mehr als “einzigartig” und “nie dagewesen” und seit dem “nicht wiederholtes, weil unwiederholbares Verbrechen” bezeichnet werden. Und Israel müsste sich fragen lassen, ob denn ihr Verhalten gegen die Palästinenser nicht genau dieselbe Politik der Vertreibung, Vernichtung und Auslöschung eines ganzen Volkes ist? Es wäre auch zu fragen, was die USA im eigenen Land tut, in dem ein Mensch für das Fotografieren von Polizisten während sie einen Demonstranten verprügeln zu 75 Jahren Haft verurteilt werden soll und warum sich die USA herausnimmt, im eigenen Land und überall auf der Erde jeden, den sie (die USA) als “Terroristen” benennt, festnehmen, ohne Gerichtsbeschluss unbeschränkt lange festhalten und foltern kann? Ich nenne das Faschismus!

      Nein, es geht mir nicht darum, dieses faschistische Verbrechen “klein zu reden”, es geht mir darum zu beleuchten, warum nicht die Übersetzung des Wortes “Völkermord” benutzt wird.

      • Hartmut

        Liebe Solveigh,

        bei allem Idealismus, den ich bei Dir erkenne, ist es für mich doch im wesentlichen von sprachlicher und tatsächlicher Bedeutsamkeit, abgesehen , dahingehend wichtig zu sagen (excuse moi), die drei wichtigsten Säulen unseres Weltbildes sind:

        Glaube Liebe Hoffnung

        wobei die Liebe das Größte ist.

      • Hallo Solveigh,

        ich kann mich Dir uneingeschränkt anschliessen. Nicht umsonst erfolgt anstatt der konstruktiven Suche nach einer Problemlösung lediglich ein Streit um Begrifflichkeiten. Und viele Problematiken werden einfach nur durch “Umbenennung” aus der Welt geschafft. Ich möchte dazu ein im Verhältnis zu “Völkermord” eher niedliches Beispiel anbringen, nämlich Arbeitslosigkeit, und denke, dass ich dazu nichts weiter sagen muss.

        Die Begrifflichkeit steuert massiv das Denken und viele Menschen lieben es, Begriffe in ihren Sprachgebrauch aufzunehmen, weil sie damit zeitgemäss klingen ohne selbst denken zu müssen.

        An dieser Stelle möchte ich jetzt gerne selbst einen Unwortkandidaten ins Leben rufen: Begriffskonsumenten :-)

        Gruss
        Michael

      • Roman

        Sehr richtig Solveig. Gute Argumentation. Nur ist es eben nicht das Gleiche, wenn zwei oder mehrere dasselbe tun. Wie so oft im Leben und der Geschichte.

      • Moses

        danke Floh, schöner Beitrag ! Ich werde versuchen, Deiner Anregung zu folgen, und in entsprechenden Zusammenhängen, wieder das Wort Völkermord benutzen.

        kombatanden Gruß, Moses

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  8. King Nothing

    Für mich hätte es ja eigentlich auch “Euro-Krise” oder “Staatsschuldenkrise” verdient … sind das doch zwei Begriffe, die bewußt die eigentlichen Ursachen der Finanzkrise verschleiern sollen. Wir sollen glauben, die Ursachen der Krise wären Staaten, die schlecht “gehaushaltet” haben, weil die Menschen dort über ihre Verhältnisse gelebt haben. Dabei haben Bankenrettungsaktionen in Folge der Banken- und Finanzkrise riesige Löcher in die Staatskassen gerissen, die niemand auf dem Plan hatte. Und jetzt jammern gerade die, die gerettet wurden, über einen Vetrauensverlust.

    Und irgendwie amüsiert es mich in diesem Zusammenhang gerade, daß in der Pressemitteilung erwähnt wird, daß es auch ein Börsen-Unwort des Jahres gibt. “Euro-Gipfel” ist es 2011. Ein deutliches Indiz dafür, daß diese Börsen Heinis wohl wirklich in ihrer eigenen Welt leben.

    Nebenbei: Der Link zur Aktionsseite ist kaputt.

  9. JaNeIsKlar

    Soweit ich mich korrekt erinnere, wurden die Morde (der letzte dürfte in etwa 5 Jahre zurückliegen) damals sowohl behördlich als auch von den Medien (als Vermutung) in Zusammenhang mit Schutzgelderpressungen der italienischen Mafia gebracht. Auch damals war zumindest klar, dass ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Morden besteht, da mehrmals die gleiche Tatwaffe verwendet wurde (Medienberichte).
    In diesem Zusammenhang wurde auch einmal konkret ein Verdächtiger präsentiert, der der italienischen Mafia zugeordnet wurde (danach hörte man allerdings über diese “heisse Spur” irgendwie gar nichts mehr).
    In dieser Zeit wurde in der medialen Berichterstattung die Phrase “Döner-Morde” verwendet, und kein Schwein hat sich daran gestört.
    Der gemeinsame Nenner (in den meisten der Fälle) war die “Döner-Bude” als Tatort, woraus sich das Schlagwort “Döner-Morde” fast schon logisch vor dem Hintergrund der Simplifizierung zum Zwecke der medialen Transportfähigkeit und der thematischen Wiedererkennung (Stichwort “Etikett”) ableitete (vgl. “Schuhbomber”, “Joggerinnenmörder”, “Maskenmann” etc, pp. – alles “Etiketten”) .
    Wie gesagt, da hat sich niemand daran gestört!
    Erst mit bekanntwerden der Gesinnungshintergründe der Morde, wurde das Etikett mit einem Male so unerträglich, dass es sogar zum Unwort des Jahres avancierte.
    Ich bin mir sicher, wäre beispielsweise der Zusammenhang zur Mafia bestätigt worden, wir hätten heute mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein anderes Unwort des Jahres.
    Bin ich der einzige, dem das reichlich heuchlerisch vorkommt???

    • Peter Petereit

      Bist Du nicht.

    • Moses

      Auch wenn Du diese Zusammenhänge garnicht falsch beschrieben hast, kann ich Deine Wahrnehmung von Heuchelei nicht teilen. Hätte sich die Vermutung, von Mafia-Morden bestätigt, so wäre das “Unwort” zwar genauso berechtigt, aber möglicher Weise weniger stark diskutiert worden, da zwar auch in Menschen verachtender Kriminalität, faschistische Spuren verlaufen, aber der Nazi-Zusammenhang nicht so offensichtlich drinsteckt. Aber ich würde mich freuen, wenn mehr und mehr von uns, skrupellose und brutale Verbrecher, als Nazis bezeichnen würden. Natürlich auch …… Lebensmittelspekulanten und und und

  10. dieblaueneu

    Döner-Morde ist wirklich eine grausige Bezeichnung und zudem Geschäftsschädigend , jeder der einen Döner ist, wird so zum potentiellen Mittäter stigmatisiert.

    Wie schön ist da die Bezeichnung— Ehrenmord– , zur Abschlachtung islamischer Frauen durch ihre Männer, ein Fünckchen Allahs Wille in der Durchsetzung seines Willens für Recht und Ordnung hiernieden gegen die unzüchtigen Weibsbilder, die sich dem Willen des Herrn Allah und seiner Stellvertreter widersetzen, schwingt mit.

    Allahs Wille und das seiner Führer hiernieden und das der Grünlinge und ihrer Führer hiernieden gehen fast konform

    Es gibt doch noch Nächstenliebe Humanismus und Gerechtigkeit.

    Allahs Reich wird dank der Grünlinge kommen und dann werden die Frauen die Schlachtung in Ehrenmord als Ehre gegen alle unzüchtigen Schwestern begehren.

    • Vor solchen “Frauenrechtlern” graut’s mir.
      Döner sein oder Döner essen?
      “Es ist besser den Mund zu halten und die Leute im Glauben zu lassen, dass man ein Idiot sei; als ihn zu öffnen und alle Zweifel zu beseitigen.”
      - Mark Twain

  11. Katja

    Mich würde mal interessieren, was diese ganze Aktion mit den “Unwörtern” eigentlich beabsichtigt (wobei “Unwort” auch schon wieder ein “Unwort” ist). Jedes Jahr ein “Unwort”, und jedes Jahr wird ein neues “Unwort” zelebriert. Ich bezweifle, dass dadurch irgendwas verändert oder verbessert wird an unserem Umgangsdeutsch. Und wenn ich dann lese, dass ein Geißler in der Kommission dabei ist, wird mir schlecht. Das Ganze kommt mir vor wie eine Maske, die über das unbeschreibliche Geschehen gelegt wird – wir sind nämlich die Guten, und wir merken, was läuft, wir haben nämlich Demokratie, und da sagt man “so was” nicht, so eine Art In-die-Brust-Schmeißen: Die Welt ist schön! Oder ist es mehr?

    • Hallo Katja,

      man will uns beschäftigen, denn wer keine Beschäftigung hat, der sucht sich selbst eine. Wie sollte man das dann noch kontrollieren?

      Gruss
      Michael

    • Moses

      Katja, schade das Du jeden Versuch Nachdenklichkeit zu bewirken, für Ablenkung hältst. Auch wenn diese Jury sich bisweilen irrt, oder Heiner Geißler einläd, bewirkt sie unteranderem diese Komentarserie, und die finde ich nicht schlecht, oder ?

  12. Hallo Jacob,

    mir fällt gerade etwas auf, dass für mich auch mit dem Thema “Begrifflichkeit steuert das Denken” zu tun hat: Rate It ! Ich habe mich gerade dabei ertappt, wie ich die einzelnen Kommentare nach den Bewertungen durchgeschaut habe. Daumen hoch/ Daumen runter sind hier für mich optische Unworte. Sie suggerieren Objektivität und steuern damit schon die eigene Erwartungshaltung, noch bevor man den Kommentar tatsächlich gelesen hat.

    Nur um es klar zu stellen: Ich finde Deinen Blog richtig gut.

    Gruss
    Michael

    • Moses

      @ Michael, Ich finde Du hast Recht, die Daumen sollten zumindestens unter den Komemntaren stehen, nur so der besseren Form halber, oder ? Unmittelbar über dem “blauen Kömmentar” Jakob, ;-))))

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  14. Aldo

    Wissendes Gelächter
    Im Regionalexpress von Cottbus nach Berlin
    Ein Jugendlicher liest: Unwort des Jahres:
    “Döner -Morde.“
    Wissendes Gelächter.
    Wir erreichen jetzt den Bahnhof Raddusch
    im Regionalexpress nach Berlin.

    • Aldo schrieb am 18. Januar 2012 um 18:22 Uhr u.a.
      ‘Wissendes Gelächter Im Regionalexpress von Cottbus nach Berlin Ein Jugendlicher liest: Unwort des Jahres: “Döner -Morde.“ Wissendes Gelächter (…)’
      ———–
      Ob der Jugendliche die Begriffe “Currywurst-, Kartoffel- oder Bier-Morde” wohl genauso witzig gefunden hätte? Wahrscheinlich nicht, weil dann vielleicht einige seiner “Gesinnungsfreunde” zu den Mordopfern gehört hätten …

  15. Ein wahrhaft würdiges… oder besser wahrhaft unwürdiges Unwort des Jahres.

    Wobei ich das Wort des Jahres “Stresstest” angesichts stressloser Tests für Banken, Stuttgart21 und Atomkraftwerke ja auch als sehr passendes Unwort angesehen hätte…

  16. In unseren Köpfen werden durch das “Unwort des Jahres” Gedanken bewegt. An das ein oder andere Unwort wie Peanuts, Ich-AG oder Kollateralschaden erinnert man sich noch nach Jahren mit einem fahlen Nachgeschmack. Der Zusammenhang ist sofort erkennbar. Sie sind ein Spiegelbild unserer Gesellschaft und unentbehrlich.

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  19. Richtig ist, dass der Begriff “Döner-Morde” schon sehr lange in den Medien kursiert. Fraglich ist allerdings, ob man die Verwendung dieses, in der Tat sehr irreführenden, Begriffs so einfach hätte stoppen können? Kein Gericht hätte die Verwendung dieses Begriffs verboten.

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