Hier riecht’s nach Gauck

17.2.2012 – Das deutsche Wintermärchen ist vorbei. Was Medien, Bevölkerung, Vernunft und Anstand in Monaten nicht erreichen konnten, hat die Staatsanwaltschaft mit einem kurzen „Wuff“ bewerkstelligt: Nachdem sie Ermittlungen eingeleitet und die Aufhebung seiner Immunität beantragt hat, ist Christian Wulff heute vom Amt des Bundespräsidenten zurückgetreten.

Die Kanzlerin geniert sich nicht lange dafür, dass sie uns innerhalb von 20 Monaten bereits das dritte Staatsoberhaupt vor die Nase setzen wird. Kaum hat sie ihr „tiefes Bedauern“ über das politische Ableben ihres ehemaligen Wunschkandidaten zum Ausdruck gebracht, da stellt sie bereits in Aussicht, dass der elfte Bundespräsident in enger Abstimmung mit SPD und Grünen ausgesucht werden soll. Das riecht nach Gauck.

Eierlegende Wollmilchsau

Joachim Gauck bezeichnet sich selber als linken, liberalen, konservativen, aufgeklärten Patrioten. Frei nach Goethes Faust, in dessen Vorspiel der am wirtschaftlichen Erfolg interessierte Theaterdirektor seinem Dichter mit auf den Weg gibt:

Die Masse könnt Ihr nur durch Masse zwingen,
Ein jeder sucht sich endlich selbst was aus.
Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen;
Und jeder geht zufrieden aus dem Haus.

Die Beliebigkeit, mit der Gauck bereits bei der letzten Wahl zum Bundespräsidenten der Kandidat fast aller politischen Lager hätte werden können, zeigt sich vor allem darin, dass er bereits 1999 als mögliches Staatsoberhaupt im Gespräch war. Damals allerdings innerhalb der CDU.

Der Neutralitätsbegriff von Joachim Gauck  manifestiert sich nicht in einem „Ich stehe über allem“ sondern „Ich kann mit allen“. Wirklich mit allen? Nicht ganz, denn mit der Linkspartei steht der Pfarrer und DDR-Bürgerrechtler auf dem Kriegsfuß. Deren Überwachung durch den Verfassungsschutz wurde von Gauck im Sommer 2010 deutlich unterstützt:

„Wenn der Verfassungsschutz bestimmte Personen oder Gruppen innerhalb dieser Partei observiert, wird es dafür Gründe geben. Er ist nicht eine Vereinigung von Leuten, die neben unserem Rechtsstaat existiert und Linke verfolgt.“

Während seiner Amtszeit als Beauftragter für die Stasi-Unterlagen von 1990 bis 2000 geriet Gauck selber in den Verdacht, „Begünstigter der Staatssicherheit“ gewesen zu sein. Der Vorwurf war vom letzten Innenminister der DDR, Peter-Michael Diestel, erhoben worden. Dieser legte in einem entsprechenden Verfahren vor dem Rostocker Landgericht unter anderem acht eidesstattliche Erklärungen früherer Stasi-Mitarbeiter vor, die belegen sollten, dass Gauck selber Komplize des Geheimdienstes gewesen sei.

Unter anderem wurde hier angeführt, dass die Söhne Gaucks mit Genehmigung der Stasi nicht nur in den Westen hätten ausreisen, sondern -  hierbei handelt es sich um eine einmalige Ausnahme – bereits ein Jahr später zu einem Verwandtenbesuch wieder in die DDR hätten einreisen dürfen. Gauck hatte im Jahr 2000 zunächst eine einstweilige Verfügung gegen Diestel erwirkt, die es diesem untersagte, Gauck öffentlich mit der Stasi in Verbindung zu bringen. Das Landgericht in Rostock hatte die einstweilige Verfügung allerdings am 22. September 2000 aufgehoben.

Im Jahr 2001 trafen Gauck und Diestel erneut vor Gericht aufeinander. Diesmal wurde vor dem Oberlandgericht in Rostock verhandelt. Letztlich einigten sich beide gütlich und brachten das Verfahren damit juristisch zum Ende.

Sarrazin und Occupy

Ende 2010 ermahnte der unterlegene Präsidentschaftskandidat Gauck die Bevölkerung, sich gründlicher über politische Vorgänge und Entscheidungen zu informieren. Dem Tagesspiegel sagte er am 30. Dezember 2010:

„Es gibt in der Demokratie nicht nur eine Bringschuld der Politik, sondern auch eine Holschuld der Bürger. Wenn Wähler in einer Konsumentenhaltung verharren, anstatt sich für die objektiven Probleme der Allgemeinheit zu interessieren und sich mit den Vorschlägen und Maßnahmen der Politik wirklich auseinanderzusetzen, gerät die Demokratie auf Dauer in Gefahr.“

„Nicht die Kleidung der Ehefrau des Verteidigungsministers ist wichtig, sondern die Lage der Sozialsysteme oder die Notwendigkeit der Rente mit 67.“

Regierung und Opposition forderte er gleichzeitig auf, ihre Politik verständlicher zu erklären. Nur wer seine Entscheidungen ausführlich begründe, können Ängste vor unpopulären, aber notwendigen Maßnahmen abbauen.

„Politiker müssen eine Sprache finden, die auch von den einfachen Menschen verstanden wird.“

Im selben Interview attestierte Joachim Gauck dem früheren Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin, in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ „Mut bewiesen“ zu haben:

„Er hat über ein Problem, das in der Gesellschaft besteht, offener gesprochen als die Politik.“

Der politischen Klasse rät Gauck, aus dem Erfolg von Sarrazins Buch zu lernen, dass „ihre Sprache der politischen Korrektheit bei den Menschen das Gefühl weckt, dass die wirklichen Probleme verschleiert werden sollen“.

Im Oktober 2011 äußerte sich Gauck über die Occupy-Bewegung. Er halte die Antikapitalismus-Debatte für „unsäglich albern“, die Protestbewegung würde „schnell verebben“ und überhaupt sei sie von „romantischen Vorstellungen“ geprägt. Politiker sollen nach seiner Auffassung nicht das Sagen in der Finanzwirtschaft haben, da es zweifelhaft sei, zu glauben, dass unsere Einlagen dann sicherer wären.

Für die Energiewende der Bundesregierung findet Joachim Gauck kritische Worte: Man könne wichtige politische Entscheidungen, wie etwa den Ausstieg aus der Kernkraft, nicht von der Gefühlslage der Nation abhängig machen.

Schließlich trifft sein Rundumschlag auch noch die Stuttgart 21 Bewegung. Hier warnt Gauck vor einer Protestkultur, „die aufflammt, wenn es um den eigenen Vorgarten geht“. Die deutsche Neigung zu Hysterie und Angst nannte er “abscheulich“.

Wenn sich Angela Merkel dafür entscheidet, Joachim Gauck als gemeinsamen Kandidaten der Regierung, der SPD und der Grünen zu nominieren, dann müssen wir uns auf einen elften Bundespräsidenten einstellen, der die geheimdienstliche Überwachung der Linkspartei für angemessen und das Buch von Thilo Sarrazin für politisch vorbildlich hält, für den Kapitalismus-Kritik albern, soziale Einschnitte und Rente mit 67 notwendig, der Atomausstieg gefühlsduselig und die berechtigte Sorge weiter Teile der Bevölkerung um ihre Lebensqualität abscheulich sind.

Die Kanzlerin wird die Kandidatenfrage in jedem Fall nutzen, um dem Schaden, den Wulff und Köhler ihrer Reputation zugefügt haben, zu begrenzen. Dies gelingt am besten mit einem Nachfolger, dessen politische Beliebigkeit ihn für möglichst viele Lager wählbar macht. Es riecht nach Gauck.

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146 Kommentare

Eingeordnet unter Innenpolitik, Politik

146 Antworten zu “Hier riecht’s nach Gauck

  1. Was vom “Kandidaten der Herzen” im Falle seiner Wahl zum Bundespräsidenten zu erwarten wäre, erklärte Gauck 2010 im SPON-Interview:
    “Eines hätte ich jedenfalls vor: Darauf hinzuwirken, dass die Regierung ihre Politik besser erklärt. Beispiel Afghanistan: Warum sagen wir nicht in klaren Worten, was los ist? Dass unsere Soldaten dort im Auftrag der Vereinten Nationen Terrorismus bekämpfen und daneben noch eine Menge Gutes für die Menschen in Afghanistan tun. Oder das Sparpaket: Natürlich muss gespart werden – aber das muss der Bevölkerung vermittelbar sein.”
    Gauck, der schon den Irakkrieg befürwortet haben soll, möchte also die wahren Motive eines völkerrechtswidrigen Krieges verschleiern, den die Mehrheit der Bevölkerung der BRD ablehnt. Ein Krieg, der nicht zu gewinnen ist, der eine korrupte US-Marionette, Warlords und Drogenhändler an die Macht brachte, der Tod und Zerstörung für die afghanische Zivilbevölkerung bedeutet, der weder die Taliban entmachtete, noch den Mohnanbau eindämmte. Ein Krieg, der vor dem 11.September 2001 geplant wurde um eine Pipeline durch Afghanistan zu bauen. Darüber wird Joachim Gauck sicher kein Wort verlieren. Im Gegensatz zum wahren Kandidaten der Herzen, dem einzigen, der dem Land gut täte, der großes Vertrauen der Bürger verdient hätte und das Amt mit Würde und Integrität ausüben würde: Georg Schramm.
    http://machtelite.wordpress.com/2012/02/18/joachim-gaucktransatlantischer-wunschkandidat-der-neoliberalen-spd/

    • K.S.

      Hallo, ich bin auch ein Fan von Georg Schramm. Aber ich denke, dass das nicht seine Aufgabe ist. Als Künstler kann er mehr bewirken als ein an der Leine gelegter Mensch, wie es ein BP ist, auch wenn er überparteilich sein soll.
      Also – in einem Interview sagte er einmal, dass er es als seine Aufgabe sähe, so zu arbeiten wie jetzt.
      In seinem “vorigen” Leben ist er Dip.Psych. gewesen, hat einige Jahre in der Psychiatrie gearbeitet und hat dann langsam sein jetziges Leben aufgebaut.

    • Hans-J. Meibom

      Der von mir hoch verehrte Georg Schramm als BP, ein schöner Traum, mehr nicht. Solange die Regierung es in der Hand hat, den zu wählen, der am wenigsten den Alltagsbetrieb stört, werden sie immer nach einem ausschau halten, der dies garantiert. Leider.

  2. Pingback: Umleitung – Presseschau vom 19.2.2012 » xtranews - das Newsportal aus Duisburg » Angela Merkel, Christian Wulff, Duisburg, Joachim Gauck, Presseschau

  3. Hallo Herr @ Jung

    zum BPD-„AMT“ – mal´n AlternativVorschlag zur Güte (oder Nasen hin, Nasen her…)

    1) Den Posten wenn schon nicht ganz abschaffen dann wenigstens in zwei quotierte Halbtagserwerbsarbeitsplätze splitten: 1.1. Grüßaugust/e fürs öffentliche Gerede (kann jede/r werden) und 1.2. Notar/in zur Gesetzesunterzeichnung (muss Rechtsadvokat/in sein)

    2) Personale Ausstattung der Neudienstposten: jeweils halbtags 2.1. Fahrer/in, 2.2. Pressewart/in, 2.3. Referent/in

    3) Bleibt die Doppelfrage an Blogger/innen und den Rest der PolitWelt hier und andernorts: 3.1. wieviel/e Millonen Teuro und 3.2. welche Typen werden ab Mitte März 2012 „dem deutschen Volke“ ge- und erspart?

    4) Aber wie auch immer: Palais Schaumburg war vorvorgestern. Warum sollte Schloß Bellevue nicht nächst gestern gewesen sein?

    Richard Albrecht, 190212
    http://duckhome.de/tb/archives/9861-WULFFS-ABTRITT.html

  4. Jonas

    Hallo,
    solange seine Rolle in der DDR nich geklärt ist kann ich diesen Menschen niemals als Bundespräsident akzeptieren. Selbst wenn alle Verfahren eingestellt sind die diese Zeit betreffen sind die Vorwürfe für mich und viele andere auch nicht ausgeräumt. Er paßt sich doch immer dem jeweillig Regierenden System an. Ich als Ossi traue diesen Herrn keinen Meter!

  5. Pingback: Anonym

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  8. [Den Rücktritt des Unschuldslamms] “hat die Staatsanwaltschaft mit einem kurzen „Wuff“ bewerkstelligt”. Besser geht’s nicht zu sagen.

    Mit Bezug auf mögliche Stasi-Verstrickungen/-Verhäkelungen stelle ich mir die Frage, wie er ohne Kooperation mit den Staatsorganen erfolgreich seinen Job als Kirchenmann und seine Rolle als Bürgerrechtler ausgeübt haben will. Aber wer weiß – wie man die östlichen Geheimdienste hinter’s Licht führt wusste man auch in der DDR aus den alten James-Bond-Klamotten, die Samstagabend in der ARD gezeigt wurden.

    Ansonsten habe ich versucht, meine Sicht auf die Themen Regierung und Bundespräsident fröhlich, literarisch-satirisch zu halten. Humor ist, wenn man trotzdem lacht:

    http://kartothek.wordpress.com/2012/02/19/nachlese-042012/

  9. Pingback: Ausgewulfft: Der Bundespräsident ist freiwillig zurück getreten worden

  10. Pingback: Rösler ist schuld « Recotard's Blog

  11. fischi

    Jetzt ist es wohl sicher.
    Im Tigger kam gerade das die bundesdeutsche Einheitspartei beschlossen hat das Gauck in das Schloß einzieht.
    Scheiß!!!!

  12. Ich kann für mich nicht von einem Wunschkandidaten sprechen. Auf welche Informationen bei der Suche soll ich bauen, welchen soll ich vertrauen? Wenn ich denn überhaupt gefragt worden wäre.

    • K.S.

      Mal die http://www.nachdenkseiten.de lesen – da wirst du viele Aha-Erlebnisse haben und die empfohlenen Bücher lesen, bei Amazon – wenn diese Fa. auch derzeit von den nachdenkseiten wegen der Billiglöhne u.a. Sachen, die allerdings legal sind – nicht mehr empfohlen wird – bestellen, weil besonders preisgünstig.
      Darum nicht verzagen. Informationen gibt es. Aber was den BP angeht, standen eh nur zwei zur Wahl. Wulff und Gauck. Da hättest du sowieso nichts falsch machen können, bei einer Wahl zwischen Pest und Cholera.

  13. Hartmut

    Ich krieg das Kotzen . Der große Theologe der Inquisition hat es geschafft !
    In welcher Zeit leben wir …. Leute wacht auf……bitte!

  14. fischi

    Kann es eigendlich sein das eine 2% Partei sowas entscheidet.
    Da stimmt doch was an gesamten System nicht.
    Wenn sowas mit dem Grundgesetz vereinbar ist ist das Grundgesetz FALSCH.

    • K.S.

      Es wird bei diesem Amt IMMER gedealt, las ich nach dem Rücktritt von Wulff in der f.a.z.online
      Parteiübergreifend heisst, dass auch dieOpposition einbezogen wird, sie auch keinen eigenen Kandidaten aufstellt. Und das wiederum richtet sich nach den angestrebten Koalitionen für die nächste Wahl. Da die FDP mit großer Wahrscheinlichkeit NICHT mehr in den Bundestag kommt, hat Merkel jetzt den Deal mit der Opposition gemacht – natürlich wohlweislich die Linken von Anfang an ausgeschaltet. Damit ist das Bündnis mit der SPD für die Bundestagswahl im nächsten Jahr schon mal angedeutet.
      Nun werden wir sehen,wie dieser Klüngel weitergeht.

      • fischi

        Aber der Bartsch von den Linken gibt in der ARD noch ein Interview und lässt sich da voll unterbuttern.
        Nee, ich habe das Parteiprogramm der Linken in der Langen Fassung gelesen, SPD will ich nicht mehr wählen, aber mehr gibt das nicht her.

  15. Götz Bockmann

    Aus dem Bauch heraus mein erster Kommentar.
    Habe gerade vor ein paar Minuten (SO,19.02.12, 21.45) in der ARD-Extra (1. Programm) mir nur kurz angeschaut, dass nach dem Unisono-Willen von CDU, CSU, FDP, SPD, Grünen
    Joachim Gauck Bundespräsident werden soll.
    Als erstes fällt natürlich auf, dass bei all dem Gerangel auch in den Medien “DIE LINKE” gar nicht mehr erwähnt wird.
    Das ist kein Zufall.
    Das alles ist ein abgekartetes Spiel, nachdem Gauck schon beim ersten Mal gegen den korrupten CDU-Wulff durchgefallen war. Das zeigt auch das Ende von “Schwarz-Gelb” an.
    Signalisiert aber etwas ganz anderes:
    Die tatsächlich Herrschenden in diesem Land kalkulieren (sicherlich schon längst) massive soziale Proteste der Bevölkerung ein (obwohl das aus vielerlei Gründen hierzulande noch einige Zeit dauern wird).

    GAUCK IST aus meiner Sicht der ZWEITE HINDENBURG.
    Was also zeichnet ihn aus der Sicht der Herrschenden aus ?
    1.) Er ist millitanter Anti-Kommunist. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, als “undercover Journalist” diesen Herrn als Redner bei mir in Bad Oeynhausen im “Brüsewitz-Zentrum” (OLAF KAPPELT spielte dort eine Rolle, Verbingdungszentrum zwischen CDU und Neonazis, benannt nach dem durch Selbstverbrennung bekannt gewordenem evangelischen Pfarrers zu DDR-Zeiten) und im sogenannten “Gesamteuropäischen Studienwerk” im benachbarten Vlotho/Weser in den 70ern persönlich erleben zu dürfen.
    2.) Die Bosse der deutschen Industrie haben vor wenigen Wochen ihre sogenannte “Allianz für Rohstoffe” begründet (war in den Nachrichten zu hören).
    3.) Die zuvor vom CSU-Mann von Guttenberg vollzogene Umwandlung der Bundeswehr in eine BERUFSARMEE war kein sozialer Akt, sondern dient genau diesem Zweck – weil im Prinzip parlamentarisch-demokratischer Kontrolle entzogen.
    4.) Es gibt KEINERLEI NENNENSWERTE ÄUSSERUNGEN des Herrn Gauck gegen MILLITÄRS oder MACHT VON BANKEN ODER INDUSTRIEKONZERNEN.
    Er “passt” also als Präsident.

    Die ganze Geschichte zeigt aber noch mehr – nämlich die (jämmerliche) Rolle der SPD- und GRÜNEN-Spitzen als Speichellecker am Thron der tatsächlich Herrschenden – billig einzukaufende Trittbrettfahrer.
    Es graust mir – auch in Sorge um demokratische Verhältnisse in unserem Land.

    Ich lese gerade das im Juni 2010 erschinene Buch “Das Kapital” des München-Freisinger katholischen Erzbischofs und Ratzinger-Nachfolgers Reinhard Marx. Dem Mann kann man ja nun wirklich nicht unterstellen, dass er ein “verkappter LINKER” ist. Abgesehen von seinen Schlussfolgerungen benennt (und wiederholt) er damit im Prinzip mehr oder eher weniger bekannte Tatsachen. Dieses Buch kann man im wahrsten Sinne des Wortes den sich “christlich” nennenden Politikern “um die Ohren hauen” – sein Verfasser ist immerhin KATHOLISCHER ERZBISCHOF.
    Bitte habt Verständnis dafür, wenn ich so “direkt” bin. Ich bin es aber.
    Gruss
    Götz Bockmann

  16. Pingback: Taktische Meisterleistung « Ein Hund und seine Geier

  17. K.S.

    Hallo, Liane, du musst nich mehr suchen. Ich habe den Brief gefunden in der Robert Havemann-Gesellschaft. Trotzdem danke für den veröffentlichen Brief. K.S.

  18. Pingback: AtaSe.de-Blog Visions

  19. Pingback: die ennomane » Blog Archive » Kein Präsident für Piraten

  20. Pingback: Gauck: Parteien verweigern sich demokratischer Praxis | rx'cafè

  21. Sollte Gauck zum Bundespräsidenten gewählt werden, so ist er – wie viele seiner Vorgänger – mit Sicherheit nicht “mein” Präsident, im Sinne von “er vertritt nach außen, was mir wichtig ist” denn,

    ganz simpel, ich bin und bleibe kein deutscher (sondern italienischer) Staatsbürger (ob Gauck der Präsident der Deutschen oder auch der hier lebenden Staatsbürger anderer Länder sein will, wird sich außerdem noch zeigen),

    ich bin strikt für eine Trennung von Staat und Kirche (Religionen allgemein) und sehe diese beim evangelischen Pastor Joachim Gauck nicht gewährleistet: “Joachim Gauck (…) ist ein deutscher evangelischer Pastor (…), als (…) im Berliner Senat 2005 ‘Lebenskunde, Ethik, Religion’ (LER) als Pflichtfach zusätzlich zum fakultativen Religionsunterricht an Berliner Schulen einführen wollten, unterzeichnete Gauck eine Liste, in der zum Erhalt des Religionsunterrichts als Wahlpflichtfach alternativ zu LER aufgefordert wurde …”

    Nun, hierfür kann er zwar nichts: “… Sein Vater war Kapitän, die Mutter gelernte Bürofachfrau. Beide waren NSDAP-Mitglieder …” – Allerdings, konnte “man” damals auch durchaus Nicht-NSDAP-Mitglied sein und bleiben und wie sehr den jungen Joachim Gauck diese Nazi-Verstrickung beider Elternteile bis heute geprägt hat, mag man an seinem Verhalten abzulesen versuchen. Nein, ich rede hier keiner ‘Sippenhaft’ das Wort, versuche nur bestimmte Verhaltensweisen des Kandidaten einzuordnen, die mir in der Vergangenheit aufgefallen sind.

    Hierfür allerdings ‘kann’ er etwas: “(…) Gauck gehörte im Rahmen einer kontroversen Debatte um das Buch ‘Deutschland schafft sich ab’ des SPD-Mitglieds Thilo Sarrazin zu den nicht grundsätzlich ablehnenden Rezensenten; Sarrazin attestierte er ‘Mut’ …”

    Und hierfür auch: “(…) Gauck befürwortet den Auslandseinsatz der deutschen Bundeswehr in Afghanistan. Gauck gilt als überzeugter Befürworter des Kapitalismus bzw. der Marktwirtschaft …”

    Ob Gauck tatsächlich der ‘Regimekritiker’ in der DDR war, für den er sich bis heute ‘ausgibt’ wurde bereits bezweifelt: “(…) Gaucks eigene Aussagen zu seinem damaligen Verhältnis zu den staatlichen Organen der DDR und speziell zum MfS wurden im Jahr 2000 von Peter-Michael Diestel, dem letzten DDR-Innenminister im Kabinett de Maizière, in Frage gestellt. Diestel brachte in die Debatte eidesstattliche Erklärungen ehemaliger Funktionäre von MfS und SED ein, wonach Gauck ein Begünstigter des DDR-Regimes gewesen sei …”

    Und falls Herr Gauck sich gegen die angestrebte Öffnung der Zivil-Ehe für schwule und lesbische Paare (bereits in vielen anderen Ländern erfolgt) äußern sollte, werden wir ihn fragen, wie sich der angebliche ‘Schutz der heterosexuellen Ehe’ mit seinem eigenen Verhalten in Einklang bringen lässt: “(…) Gauck lebt seit 1991 getrennt von seiner Frau; die Ehe wurde nicht geschieden (…) Seit 2000 ist Joachim Gauck mit der deutschen Journalistin Daniela Schadt liiert …” Die ‘saubere’ Lösung einer gescheiterten Ehe, lautet für mich jedenfalls weiterhin erst Scheidung und dann eine neue Beziehung in der Öffentlichkeit präsentieren?

    Quelle: Bei den in Anführungszeichen gesetzten Textstellen handelt es sich um Wikipedia-Zitate http://bit.ly/aaeMTm

    (dieser Kommentar wurde auch in der ‘Freitag-Community’ veröffentlicht)

    • Sorry Jacob Jung, “a little bit off topic” :-), aber als Italiener immer auch ein wenig “sentimental”, spendiere ich noch einen Clip zur angestrebten Öffnung der Zivil-Ehe für schwule und lesbische Paare in Italien (die ich im obigen Kommentar kurz erwähnte), der von der italienischen Schwulen- und Lesbenorganisation ‘Arcigay’ http://bit.ly/balz9Q initiiert wurde (den Song interpretiert übrigens der italienische Popstar Jovanotti), viel Spaß!

      Hier ist das nette Werbefilmchen, das trotz seiner Harmlosigkeit im traditionell homophoben Italien (Filz aus Vatikan-Mafia-Neo-Faschisten) als “Provokation” empfunden wird:

      Gruß
      barshai

  22. Pingback: Georg Schramms 48 Stunden | netAction

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