Sarrazin kann es nicht lassen: Migranten fehlt es an Objektivität

04.05.2011 – Noch vor wenigen Tagen gab Thilo Sarrazin vor der Schiedskommission, die über seinen Parteiausschluss entscheiden sollte, eine Erklärung ab, deren Inhalt für Parteichef Gabriel und Generalsekretärin Nahles überzeugend genug war, für eine Einstellung des Verfahrens zu plädieren. Gestern Abend hat der Ex-Bundesbanker und Bestseller-Autor seine kurze Abkehr von der Öffentlichkeit offiziell beendet und trat bei einer Veranstaltung in Waltrop auf.

In seiner Erklärung hatte Sarrazin ausgeführt, es habe ihm ferngelegen, in seinem Buch Gruppen, insbesondere Migranten, zu diskriminieren. Bei künftigen Veranstaltungen und öffentlichen Auftritten wolle er darauf achten, die sozialdemokratischen Grundsätze nicht in Frage zu stellen.

Soweit die leutselige Absichtserklärung. Und die Wirklichkeit? Sarrazin äußerte sich in Waltrop zu der von der SPD geplanten Migrantenquote und verwies darauf, dass es innerhalb der Berliner SPD bereits Vorsitzende mit ausländischen Wurzeln gebe:

Sarrazin book pres a4„Der Verstand kommt oder geht ja nicht damit, dass man Migrant ist. Je migrantischer diese Leute eingestellt sind, desto weniger neigen sie dazu, Probleme oder Schwierigkeiten objektiv zu sehen.“

Migranten lassen es also in der Beurteilung von Problemen und Schwierigkeiten an Objektivität mangeln und eignen sich von daher nicht für Positionen in der SPD Parteispitze.

Und weiter führt der Hobbywissenschaftler aus, dass wer die Erblichkeit von Intelligenz leugne „strohdumm oder auf kriminelle Weise denkfaul“ sei. In Bezug auf seine Erklärung vor der Schiedskommission stellt Sarrazin schließlich noch richtig, er habe dort kein Wort von den Aussagen seines Buches zurückgenommen und das hätte auch niemand von ihm verlangt.

Damit sind die Verhältnisse wieder hergestellt und die SPD bleibt das bipolare Auffangbecken für Rassisten und Migranten. Sarrazin macht sich mit seinen neuerlichen Aussagen offen über die SPD Spitze lustig. Diese hatte in der Öffentlichkeit betont, sie würde der Erklärung von Sarrazin glauben und davon ausgehen, dass sich das umstrittene Parteimitglied künftig an die Grundsätze sozialdemokratischer Werte halten würde.

Nahles und Gabriel hatten einen rein taktischen Ausweg aus der Rassismus-Krise der SPD gesucht und die deutlichen Widersprüche einfach unter den Teppich gekehrt. Dass sich ein Thilo Sarrazin mit seinen abwegigen Auffassungen nicht lange aus der Öffentlichk

Jacob Jung via Der Freitag

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Eingeordnet unter Innenpolitik, Politik

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