Grüne Träume von innerer Sicherheit: „Jesus, du schwule Sau“

15.06.2011 – Boris Palmer, der Oberbürgermeister von Tübingen, fühlt sich unwohl.

Das wäre nicht weiter bemerkenswert, würde es sich bei ihm nicht gleichzeitig um einen grünen Spitzenpolitiker mit großem Einfluss auf die Linie der Partei handeln.

Wenn es nach ihm ginge, dann würde die Polizei in Deutschland härter durchgreifen und vor allem in den Innenstädten für mehr Ordnung sorgen.

Das denkt er zumindest seit einem Besuch auf dem Kirchentag, wo ihm Ungeheuerliches widerfuhr.

Gegen Homo-Ehe und Alkohol – Für mehr Polizeipräsenz

Bereits in der vergangenen Woche war Palmer mit einem Papier in die Öffentlichkeit geraten, in dem er laut darüber nachdachte, wie die Grünen ihre Position als neue Volkspartei stärken könnten. Hier hatte er unter anderem gefordert, dass die Grünen sich von ihrer Unterstützung für die gleichgestellte Homo-Ehe in Deutschland distanzieren sollen. Lapidare Begründung: Mit diesem Standpunkt seien keine 25 Prozent der Wähler zu gewinnen.

Weiter hieß es in dem Entwurf, der eigentlich nur zum internen Gebrauch bestimmt war, dass man durch ein Alkoholverbot und eine stärkere Polizeipräsenz in den Innenstädten dafür sorgen müsse, dass man hier nachts wieder ungestört schlafen kann.

Jetzt ist Boris Palmer von seinem Besuch des evangelischen Kirchentags zurück und hat nicht nur Besinnung und innere Einkehr im Gepäck sondern auch eine handfeste Forderung an seine Partei. Die soll nämlich künftig in Bezug auf die innere Sicherheit einen härteren Kurs fahren.

Der Kirchentag als Quelle der Inspiration

Warum? Weil Palmer am Elbufer etwas Ungeheuerliches passiert ist. Dort saßen nämlich tatsächlich „Glatzköpfe“ (!) mit „ihren Bierkästen“ (!) und verspotteten Jesus in Anwesenheit des Oberbürgermeisters. „Jesus, du schwule Sau“ tönte es und Palmer war zutiefst betroffen davon, dass die herbeigerufenen Ordnungshüter erst eingreifen konnten, als „die Fäuste flogen“.

Von nun an will sich Boris Palmer die „aggressiven Pöbeleien von alkoholisierten Gruppen in der Öffentlichkeit nicht mehr gefallen lassen“ und schwört seine Partei darauf ein, hiergegen vorzugehen. In seinen Augen ist der öffentliche Raum von Verwahrlosung bedroht. Brave Bürger haben Angst sich dort frei zu bewegen und meiden ihn deshalb.

Palmers Idealvorstellung: Saubere Straßen und Plätze, gesäumt von heterosexuellen Bürgern mit anständigen Frisuren, beschützt von Freunden und Helfern, die auch mal in Eigenregie hart gegen vorlaute Äußerungen durchgreifen können, bevor es zu Ausschreitungen kommt.

Schöne grüne neue Welt.

4 Kommentare

Eingeordnet unter Innenpolitik, Politik

4 Antworten zu “Grüne Träume von innerer Sicherheit: „Jesus, du schwule Sau“

  1. M

    1. der mann mit der glatze hat geschmack.
    2.jesus war nicht schwul und auch keine sau.
    3.menschen die jesus beleidigen sind nicht selten auch dumm genug um die fäuste fliegen zu lassen.
    4. es ist okay friedliche menchen in öffentlichen räumen vor aggressiven personen schützen zu wollen. das die methoden nicht immer die richtigen sind liegt an den staatlich anerkannten ausbildungen der politiker, ordnungshüter, etc. teilweise sind die qualifikationen geschenkt erworben:) (die fdp musste dafür bezahlen), habe ich gelernt.
    5. ich bin keine grüne wählerin. anständige menschen wählen keine parteien.
    6. hat schon mal jemand alah du schwule sau in der öffentlichkeit gesagt? wenn nein warum nicht?
    7. ich habe keine islamophobie. ich bin auch nicht rechts. falls wir das selbe darunter verstehen.
    8. ein kirchentag kann durchaus eine quelle der inspiration sein, wenn jesus dabei ist. ich bin nicht christlich, aber das weiß ja wahrscheinlich jeder.
    9. danke für das denken und für die informationen.
    mit freundlichen grüßen

    • Anonymous

      Antwort zu Punkt 6) in Ihrer Aufzählung: Mehr oder weniger „ja“. Ich erinnere an die Alah-Karrikaturen aus Dänemark. Und da haben die meisten „guten“ Menschen (die sich jetzt lustigerweise über eine Jesusbeleidigung aufregen) hier in Deutschland gemeint, die islamischen Araber „sollen sich mal nicht so haben“. Soviel Meinungsfreiheit müsse man als Gesellschaft vertragen. Und ich finde, das stimmt! In diesem Sinne, B. Palmer, spiel Dich nicht so auf! Jeder darf bei uns über Jesus denken und auch sagen was er will. Wir sind nicht mehr im Mittelalter. Und deshalb zu bedauern, dass unsere Polizei ja leider nicht präventiv eingreifen darf, heisst in der Tat, sich „die schöne neue Welt“ herbeizusehnen. Mir gefällt die Aussicht nicht…

  2. M

    p.s.

    es kann nicht jeder wissen, dass ich nicht christlich bin aber da jesus eine quelle der inspiration ist.

  3. Iris Ring

    Sinnvoller und geistreich formulierter Beitrag. Bloss, „grün“ ist Palmers ersehntes Spiessbürgerparadies kein bisschen. Eher braun, und von der Meinungsfreiheit her mittelalterlich konservativ. „Grün“ ist schon alternativlos, aber die „Grünen“ sind dies genausowenig (gibt ja die PdV, die Violetten, etc. pp.), wie ihre Führungsriege sich noch primär für die Rettung des Lebensraumes „Erde“ einsetzt. Was allerdings dringend nötig wäre.

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