Linksjugend [’solid]: Interview mit Bundessprecher Adrian Furtwängler

29.10.2011 -Seit ihrer Gründung im Mai 2007 ist die Linksjugend [’solid] die Jugendorganisation der Linkspartei. Gut aufgestellt und vernetzt ist sie mit eigenen Landesverbänden in allen 16 Bundesländern vertreten und zählt insgesamt mehr als 10.000 Mitglieder.

Die Organisationsstruktur des Verbandes folgt konsequent einem basisdemokratischen Konzept. Anders als die Jugendorganisationen der Union, der SPD, der FDP, der Grünen oder sogar der Piraten, wird die Linksjugend [’solid] nicht von einem Vorsitzenden sondern von einem aktuell achtköpfigen BundessprecherInnenrat nach außen vertreten.

Einer der Sprecher ist seit diesem Jahr Adrian Furtwängler. Der Jurastudent aus Südbaden lebt mittlerweile in Berlin. Der Linkspartei und dem Jugendverband ist er bereits im Alter von 14 Jahren beigetreten.

Im Gespräch mit Jacob Jung stellt Adrian die Linksjugend, ihre Ziele und ihre Arbeit vor, spricht über die Zusammenarbeit mit der Linkspartei und seine Position zum neuen Grundsatzprogramm, nimmt Stellung zur Occupy-Bewegung und sagt, was sich in Deutschland ändern muss, damit er sich politisch wohlfühlt.

„Einen kleinen Schritt zu einer besseren Welt kann ich mitgestalten“

„Vielleicht löse ich keine Weltrevolution aus, aber einen kleinen Schritt zu einer besseren Welt kann ich mitgestalten.“ Das sagt Adrian Furtwängler auf die Frage, ob er das Gefühl hat, politisch etwas bewegen zu können. Wirft man einen Blick auf die zahlreichen Aktivitäten der Linksjugend [’solid], dann stellt man fest, das hier deutlich mehr passiert, als nur „ein kleiner Schritt“. Immerhin genug, dass der Verfassungsschutz es für geboten hält, die Jugendorganisation zu überwachen.

Der Verfassungsschutz Baden Württemberg erwähnt Adrian Furtwängler in einem Bericht zum Thema Linksextremismus namentlich und zitiert in diesem Zusammenhang aus dessen Bewerbungsschreiben für den Sitz im BundessprecherInnenrat: „… wir müssen weiterhin für eine andere Gesellschaft, für eine Alternative zum Kapitalismus stehen und jede Regierungsbeteiligung der Partei DIE LINKE, die unseren Grundsätzen widerspricht, ablehnen„.

Adrian nimmt das Interesse der Behörde mit einem Lächeln zur Kenntnis und macht auch ansonsten keinen bedrückten, sondern einen ausgesprochen optimitischen und tatkräftigen Eindruck.

Jacob Jung: Adrian, Du bist in diesem Jahr 18 geworden und wurdest im Frühjahr 2011 zu einem der acht Bundessprecher/Innen der Linksjugend [’solid] gewählt. Welche politischen Stationen sind diesem Amt vorausgegangen?

Adrian Furtwängler: Wirklich viele politische Positionen sind dem nicht vorhergegangen – Ich bin mit 14 der Partei DIE LINKE und somit auch der Linksjugend [’solid] beigetreten und habe mich einfach aktiv eingebracht. Ich habe in Freiburg z.B eine Initiative für einen Jugendgemeinderat gestartet, während ich mich auf Bundesebene in den Arbeitskreisen der Linksjugend und der Partei eingebracht habe. Irgendwann habe ich auch angefangen mich bei Greenpeace und Viva con Agua zu engagieren.

Wirkliche Ämter, was man ja meistens unter Stationen versteht, hatte ich nicht – außer als Stufensprecher meiner Schule (😉 )

JJ: Mit 14 interessieren sich die meisten Menschen für ganz andere Dinge. Warum war es bei Dir die Politik?

AF: Meine Eltern waren politisch aktiv, vor allem mein Vater hat mich als Kind immer mit zu SPD-Veranstaltungen genommen. Ich fand das Ganze immer ganz faszinierend, auch beim Wahlkampf an den Infoständen zu stehen. Dann kam natürlich dazu, dass ich gemerkt habe, dass hier etwas nicht stimmt.

Ich habe  gesehen, dass von meinen MitschülerInnen aus der Grundschule – die ich damals schon für verbesserungswürdig hielt – nur die, die wohlhabende Eltern hatten auf das Gymnasium geschickt wurden. Ich hatte zum Beispiel zwei Mitschüler, die aus dem Kosovo geflohen waren und von Anfang an dazu abgestempelt wurden ihre Schullaufbahn auf der Hauptschule fortzuführen und – noch schlimmer – diese waren auch dauernd den herablassenden Bemerkungen der anderen Eltern ausgesetzt. Das wollte ich einfach ändern.

JJ: Kannst Du kurz beschreiben, für was die Linksjugend [’solid]  steht?

AF: „Wir sind ein sozialistischer, antifaschistischer, basisdemokratischer und feministischer Jugendverband und wir begreifen uns als Plattform für antikapitalistische, selbstbestimmte Politik.

So steht es in unseren Grundsätzen und ich glaube, besser könnte ich das nicht zusammenfassen – vielleicht indem ich noch ökologisch und antimilitaristisch hinzufüge.

Aber um nicht nur mit bekannten Schlagworten zu hantieren: Wir wollen die Dinge, die auf dieser Welt geschehen nicht nur einzeln betrachten, sondern den Zusammenhang erkennen, die Probleme wirklich an den Wurzeln bekämpfen. Wir wollen, dass jeder Mensch in Frieden und Freiheit selbstbestimmt leben kann. Dafür setzen wir uns ein – überall.

JJ: Was erwartet junge Menschen, die sich der Linksjugend anschließen?

AF: Sie erwartet ein Jugendverband, der unter dem Motto „Fragend schreiten wir voran“, nicht die Weisheit für sich gebucht hat, sondern sich, das heißt seine Mitglieder und Sympathisanten, stets dazu motivieren will, sich politisch zu bilden, kritisch zu bleiben und das zu sagen, was man wirklich denkt. Sie erwartet eine politische Praxis, die nicht stur auf Parlamente gerichtet ist und sie erwartet ein reges Verbandsleben inklusive Sommercamp, Pfingstcamp, Winterakademie und viele andere Veranstaltungen, bei denen sowohl die Politik, wie auch der Spaß und die persönlichen Kontakte nicht zu kurz kommen.

Ein besseres Angebot kann man meiner Meinung nach nicht bekommen🙂

JJ: Wie kommst Du persönlich mit einem wachsenden Bekanntheitsgrad zurecht? Wirst Du häufig erkannt? Und wie reagieren die Leute auf Dich?

AF: Im Gegensatz zu den Vorsitzenden der Jusos oder der JU sind wir als BundessprecherInnen der Linksjugend [’solid] aus verschiedenen Gründen ja nicht so oft in den Medien präsent, daher hält sich mein Bekanntheitsgrad auch in Grenzen.

Es gab auch Momente, in denen ich etwas verwundert war, z.B. hatte ich nach einem Auftritt bei der „Phoenix-Runde“ plötzlich hundert Freundschaftsanfragen auf facebook und unzählige Nachrichten – plötzlich erschien auch ein Wikipedia-Artikel über mich. Das war mir erst gar nicht geheuer – nach einiger Zeit habe ich mich aber damit abgefunden und wie gesagt: Den meisten wird mein Name kein Begriff sein und das ist auch gar nicht so schlimm.

JJ: Und wenn sich das ändert?

AF: Dann habe ich wohl etwas getan, dass das rechtfertigt🙂

Im Ernst, falls sich das ändern sollte, muss ich mich fragen, ob ich damit zurechtkomme und ob ich das will. Ich glaube allerdings nicht daran, dass sich diese Frage in näherer Zukunft stellt.


JJ: Die Linksjugend [’solid] ist die offizielle Jugendorganisation der Partei DIE LINKE. Wie sieht die Zusammenarbeit mit der Linkspartei konkret aus?

AF: Wir sehen uns als parteinaher Jugendverband, das heißt, dass DIE LINKE für uns natürlich mehr als ein einfacher Bündnispartner ist, wir aber andererseits auch nicht einfach nur deren junges Gesicht oder die Nachwuchs-Maschinerie sind, sondern ein wirklicher politischer Akteur.

Konkret heißt das, dass wir selbstverständlich eng zusammenarbeiten, dass Parteimitglieder uns bei unseren Aktionen unterstützen und andersrum, dass wir gemeinsame Kampagnen und Aktionen organisieren und auch viele von uns z.B beim Wahlkampf helfen.

Das bedeutet aber genauso, dass auch Leute keinen Wahlkampf machen und nicht bei der Partei aktiv sein wollen und das ist deren gutes Recht, das will ihnen keiner absprechen. Es läuft auch nicht so, dass die Partei Befehle gibt und wir stramm stehen – das unterscheidet uns von anderen Jugendverbänden.


JJ: Du studierst seit diesem Jahr Jura in Potsdam. Ist das die Vorbereitung auf eine hauptberufliche Politiker-Karriere?

AF: Wer sein Leben darauf ausrichtet, später mal Berufspolitiker zu sein, wird erstens politisch nichts bewegen können und zweitens früher oder später (hoffentlich) scheitern. Dieses Karrieristentum hat eine Mitschuld daran, dass viele Menschen keinem politisch Aktiven mehr vertrauen können.

Ich studiere Jura, weil es mich interessiert und ich Spaß daran habe.

JJ: Hast Du das Gefühl, politisch etwas bewegen zu können?

AF: Die Frage stelle ich mir oft – Es gibt aber immer wieder Momente, die mich darin bestärken, diese Frage mit einem klaren „Ja“ zu beantworten. Vielleicht löse ich keine Weltrevolution aus, aber einen kleinen Schritt zu einer besseren Welt kann ich mitgestalten.

JJ: DIE LINKE hat vor kurzem ihr neues Grundsatzprogramm mit großer Mehrheit beschlossen. Warst Du selber in Erfurt dabei?

AF: Das wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen – Auch wenn dieses Wochenende realistisch betrachtet keine Geschichte schreiben wird, war es eine Prüfung für die LINKE. Und sie hat sie eindeutig bestanden.

Es war mir auch wichtig, dass der Jugendverband Präsenz zeigt und Akzente setzt. So haben wir das Thema „Bundeswehr an Schulen“  und eine Kritik am Extremismusbegriff ins Programm gebracht und wir haben stark für die Proteste gegen den Castortransport, sowie gegen die Afghanistankonferenz in Bonn geworben.

JJ: Findest Du Dich und Deine Überzeugungen in dem Grundsatzprogramm wieder?

AF: Ja, wenn auch nicht vollkommen. Dazu ist das Programm aber auch nicht da. Die LINKE ist eine Partei die unheimlich viele verschiedene Persönlichkeiten, persönliche und politische Hintergründe vereinigt und wenn sich jeder auch nur zu 70% in diesem Programm findet, dann ist das wunderbar. In Erfurt wurde ein deutliches Zeichen gesetzt: Die LINKE wird weiterhin die Systemfrage stellen, wird weiterhin Friedenspartei bleiben und ihre Grundsätze nicht verraten, um an die Macht zu kommen. Deshalb bleibt sie auch die Partei, für die ich mich engagiere.

Und übrigens: Das Programm ist wohl nicht nur für die Mitglieder ansprechend – die LINKE hatte nach dem Parteitag eine so hohe Zahl an Parteieintritten, wie seit dem Erfolgs-Jahr 2009 nicht mehr. Wenn das mal kein deutliches Zeichen ist.

JJ: Mit welchem Ergebnis rechnest Du für die Bundestagswahl 2013?

AF: Es ist noch ein langer Weg bis dahin und man sieht ja gerade wie schnell sich Umfragewerte ändern. Spannend finde ich vielmehr die Frage, wie sich die Koalitionsspiele gestalten würden, wenn es nur zu rot-rot-grün und nicht zu rot-grün reichen würde. Dann müssten drei Parteien eine Entscheidung treffen, die eventuell sehr lange in die Zukunft wirken könnte. Aber wie gesagt, es sind im Moment nur Gedankenspiele und ich habe immer noch die Hoffnung, dass schwarz-gelb nicht so lange durchhält.

JJ: Was läuft in Deinen Augen falsch in unseren Land? Was müsste sich ändern, damit Du Dich hier politisch wohl fühlst?

AF: Ohje, das ist wirklich viel, was ich hier verändern würde. Auf die Gefahr hin, als Phrasendrescher dazustehen versuche ich mich mal kurz zu fassen. Damit ich mich wohlfühlen würde, müsste es ein umfassendes Umdenken geben. Es dürfte nicht mehr jeder Mensch, jedes Tier, jede Ecke der Stadt der Verwertungslogik unterworfen sein. Die Demokratie bzw. die Menschen sollten sich nicht mehr nach der Wirtschaft und den Bedürfnissen des Marktes richten, sondern andersherum. Die Menschen sollten begreifen, dass die heutigen Probleme nicht auf nationaler Ebene zu lösen sind. Wir stehen vor globalen Problemen und müssen globale Lösungen finden.

Die Menschen sollten rechtspopulistische, rassistische, antisemitische Propaganda bekämpfen, anstatt ihrem Urheber Geld für seine Bücher hinterherzuwerfen. Das Weltbild dürfte nicht mehr von Kriegen bestimmt sein – es müsste also eine antimilitaristische Politik geführt werden. Vor allem aber dürfte diese Gesellschaft keine Gesellschaft sein, in der 1% der Menschen 66% des Vermögens besitzen oder wenn man es auf die gesamte Welt bezieht: 10% der Menschen 99% des Vermögens besitzen.

Da fehlen jetzt noch einige Sachen und auch die bisher genannten sind eigentlich viel zu kurz gefasst. Wer also alles wissen will, muss sich entweder mit mir auf einen Kaffee treffen oder darauf warten, ob ich jemals ein Buch schreibe😀

JJ: Wie würde dieses Buch denn heißen? Eine Idee dafür liegt doch bestimmt schon in der Schublade.

AF: Ehrlich gesagt nicht. Ich schreibe zwar gerne, aber die Idee ein politisches Buch zu schreiben fand ich bisher immer recht langweilig. Wenn der Titel „Kämpfe oder stirb auf Raten“ nicht schon vergeben wäre, fände ich den aber ganz schick – der Titel kommt beim Schreiben bekanntlich sowieso erst zum Schluss.

JJ: Stichwort Occupy: In Deutschland entsteht seit einigen Monaten eine wachsende Protestbewegung. Was denkst Du darüber?

AF: Ich freue mich darüber, dass wieder etwas Bewegung auf die Straßen gekommen ist. Es ist schön zu sehen, dass die Menschen sich nicht mehr mit hohlen Parolen von der Politik abspeisen lassen wollen und dass sie gezielt außerparlamentarisch agieren. Vor allem auch vor dem Hintergrund der Solidarität mit den Protestierenden weltweit, finde ich das gut und deswegen war ich auch bei den Demonstrationen dabei und habe mich vor den Reichstag gesetzt.

Man muss allerdings auch darauf achten, wohin dieser Fisch schwimmt. Wenn er gegen den „Strom der Herrschenden“ ankämpft und die Hintergründe der oft genannten weltweiten Probleme betrachtet, den Kapitalismus in Frage stellt, dann werde ich mich auch weiter einbringen und versuchen, viele Leute dazu zu motivieren.

Wenn er sich aber treiben lässt, nur oberflächliche Bankenkritik betrieben wird und alle anderen Fehler aus den Augen verloren werden, dann glaube ich nicht, dass mein Platz in dieser Bewegung ist.

JJ: Viele Demonstranten sehen bereits das Ende der parlamentarischen Parteien-Demokratie. Du auch?

AF: Nein. Ich hoffe aber, dass der immens große Wirtschaftseinfluss bald ein Ende haben wird. Da muss aber mehr Druck vom Volk kommen, denn ich glaube kaum, dass die Parteien sich selbst z.B den Empfang von Spenden von EADS oder der Allianz verbieten.

Für eine grundlegende Umgestaltung der gesamten Demokratie ist aber glaube ich weder der Wille, noch eine mehrheitsfähige Alternative bei den Menschen vorhanden.

JJ: Wie fühlt es sich an, vom Verfassungsschutz beobachtet und erwähnt zu werden? Wie reagieren Deine Familie und Deine Freunde darauf?

AF: Privat habe ich mich inzwischen damit abgefunden, auch nachdem ich festgestellt habe, wie schlampig die Herren des VS arbeiten. Politisch finde ich es eine Unverschämtheit und vor allem die Begründung, dass ich mich für eine bessere Gesellschaft einsetze, schlicht und einfach lächerlich. Da ist die SPD übrigens anderer Meinung, die findet das anscheinend schon sehr verdächtig.

Meine Freunde fanden das Ganze größtenteils sogar lustig. Ein Freund von mir meinte: „Wenn du mal zu viel getrunken hast, weißt du durch die Akten wenigstens, in welchem Club du an dem Abend warst und mit wem du nach Hause gegangen bist.“ Meine Mutter hat das schon etwas verunsichert.

Ich glaube man muss das einfach persönlich mit einem Lächeln zur Kenntnis nehmen, sich vielleicht sogar geschmeichelt fühlen, dass der Staat glaubt, man hätte das Potenzial eine Revolution anzustacheln und politisch dagegen ankämpfen. Ich warte erst einmal auf das Verfahren von Bodo Ramelow vor dem Bundesverfassungsgericht.

JJ: Blogs und bürgerjournalistische Plattformen haben sich in den letzten Jahren zu einer starken Gegenöffentlichkeit entwickelt. Für wie wichtig hältst Du die alternative Berichterstattung im Web?

AF: Es ist extrem wichtig eine Berichterstattung abseits von den etablierten Medien, die meist in der Hand großer Unternehmen sind, zu haben. Als zum Beispiel durch eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag herauskam, dass es in Libyen gar keinen Angriff der Luftwaffe auf die Rebellen gab, hat man vergeblich nach Schlagzeilen in den etablierten Medien gesucht. Dort lief weiter das bekannte Programm – nur im Internet verbreitete sich diese Tatsache über verschiedene Blog und soziale Netzwerke. Das ist nur ein Beispiel von vielen.

Ich glaube, dass eine alternative Berichterstattung eine Grundvoraussetzung für eine wirkliche Teilhabe der Menschen an der Gesellschaft und für einen kritischen Umgang mit politischen Diskussionen und Entscheidungen ist. Sie ist wichtig für die Demokratie.

JJ: Aber Du selber bloggst nicht?

AF: Ich muss gestehen, dass ich bereits an der Gestaltung eines einfachen WordPress – Blogs gescheitert bin. Es haben zwar schon mehrere Freunde versucht mir aus meiner technischen Unwissenheit herauszuhelfen, da es aber nicht an dem Theorieverständnis mangelt, sondern an der Umsetzung, scheint da kein Kraut gegen gewachsen zu sein.

JJ: Die letzte Pressemitteilung auf der Website der Linksjugend stammt vom Mai diesen Jahres. Gibt es trotz Euro-Spektakel, Libyen-Einsatz und Parteitag nichts zu berichten?

AF: Da sprichst du eines unserer Sorgenkinder an. Wir haben lange über Pressearbeit diskutiert und wollten unsere Pressemitteilungsfabrikation auf wirklich wichtige Themen beschränken, dafür aber normale Texte für die Homepage schreiben. Die Pressemitteilungen gab es auch, nur mit der Homepage hatten wir einige Probleme. Nun sind wir gerade dabei unsere Anforderungen an die Internetpräsenz zu diskutieren und dann ein Konzept für eine Neugestaltung zu schreiben.  Schließlich ist das bei uns auch Handarbeit und wird nicht von irgendwelchen Webmastern gemacht.

JJ: Danke für das Gespräch.

Die Webseite der Linksjugend [’solid] ist unter diesem Link erreichbar. Adrian Furtwängler bei facebook unter diesem Link.

6 Kommentare

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6 Antworten zu “Linksjugend [’solid]: Interview mit Bundessprecher Adrian Furtwängler

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  2. Maxi T.

    Und was hätte Adrian Furtwängler zur Stasivergangeheit der Partei gesagt, also Mauer und Schießbefehl, und ob Reichtum für alle nicht utopisch ist hätte ich noch gefragt. Na Herr Furtwängler dazu wollten sie wohl nichts sagn was

    • Adrian Furtwängler

      Ich habe dazu eine eindeutige Meinung:

      Die dort herrschende Unfreiheit und Unterdrückung ist nicht zu rechtfertigen. Natürlich sind der Mauerbau und der Schießbefehl auf keinen Fall legitim. Darin sind sich auch 99% der Mitglieder der Partei die LINKE einig. Einig ist man sich allerdings auch darüber, dass die DDR nicht allein darauf zu reduzieren ist, dass das Leben dort nicht nur aus StaSi und Schießbefehl bestand, sondern dass es natürlich auch positive Aspekte des Lebens in der DDR gab. Im Programm der Linken steht klar und deutlich, dass sich die Partei von dem real existierenden Sozialismus distanziert und diese Vorgänge verurteilt. Das wurde auch in unzähligen Beschlüssen nochmals verdeutlicht.
      Dem Jugendverband das vorzuwerfen halte ich übrigens für etwas lächerlich – ich zumindest habe mich nicht pränatal als Mauerschütze engagiert.

      Was ist Reichtum? – Reichtum ist relativ. Es ist nicht utopisch, dass jeder Mensch in dem Sinne reich ist, dass er Essen und Trinken hat, sich bilden kann, eine medizinische Versorgung genießt, eine Wohnung, sowie Zugang zu Strom hat und seine Grundrechte verteidigen kann. Das ist nicht utopisch, sondern möglich – natürlich nur durch eine gerechte Verteilung des Vermögens.

      • Anonymous

        Wie würde ein Anhänger der CDU/CSU oder FDP reagieren, wenn man aufgrund der vielen Altnazis in diesen Parteien in den 50er bis 70er Jahren jede seiner Aussagen mit dem Kommentar „Zyklon B und Lebensborn“ quittieren würde? Er wäre mit Sicherheit empört. Wie reagieren Mitglieder der Partei „Die Linke“ auf den Vorwurf „Mauer und Schießbefehl“? Sie lassen sich diese Invektive gefallen und adeln sie sogar noch, indem sie sie zu entkräften versuchen. Warum macht Ihr das?

  3. fepix

    @Anonymous: Vielleicht gehen wir darauf ein, weil wir anders als die Leute, die Mauer und Gulag als politische Instrumente gegen den Kampf für eine bessere Welt verwenden wollen, die Geschichte ernst nehmen und aus den Fehlern und Verbrechen, die ja tatsächlich im Namen des Sozialismus begangen wurden, gelernt haben und lernen wollen. Das ist nun tatsächlich ein anderes Problem, als wenn ich in der CDU wäre und ein Interesse daran hätte, dass die historische Verstrickung meiner Partei ins NSDAP-Erbe schnell vergessen wird…

  4. fischi

    Hallo!

    Die Mauer war am 13.08 1961.
    Blos mal so zur Erinnerung!!!!!!
    Stasi, na gut aber unser Innenminister währe doch ein würdiger Nachfolger von Mielke
    Hatte auch Probleme die PDS zu wählen, aber eine Alternative sehe ich nicht.

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