Innenminister Friedrich ist der „Kompass im Leben“

06.11.2011 – Unter dem Motto „Was hindert’s, dass ich Christ werde?“ hat heute in Magdeburg die viertägige Synode der evangelischen Kirche begonnen. Für die Bundesregierung sprach Hans-Peter Friedrich das Grußwort zum Auftakt der Veranstaltung.

Tenor der Ansprache: Der weltanschaulich neutrale Staat darf Religion nicht aus der Öffentlichkeit verbannen. Er ist auf das wertorientierte Handeln der Bürger angewiesen.

Friedrich, der seit seinem Amtsantritt in diesem Jahr nicht müde wird, den Muslimen in Deutschland klarzumachen, dass sie „nicht dazu gehören“, hält es ab jetzt für selbstverständlich, dass jede Weltanschauung und Religion für ihre Überzeugung werben müsse.

Alleinstellungsmerkmal Hoffnung

Was würde ein „werteorientiert handelnder Bürger“ wohl am liebsten mit seinen aktuellen Volksvertretern machen? Das, woran Sie jetzt spontan denken müssen, ist mit christlichen Grundsätzen wahrscheinlich nur schwer zu vereinbaren. Wenn Hans-Peter Friedrich in seinem Grußwort an die EKD Synode betont, der Staat sei auf diese Art von Bürgern angewiesen, dann hat das vor diesem Hintergrund schon etwas Selbstzerfleischendes.

Doch immerhin hat sich der Minister dazu durchgerungen, Verständnis dafür zu zeigen, „dass jede Weltanschauung und jede Religion“ in einer „offenen Gesellschaft“ für sich werben müsse. Und um mit gutem Beispiel voran zu gehen, wirbt der Minister kurzerhand selber für die christlichen Kirchen und schreibt ihnen das „Alleinstellungsmerkmal“ zu, „Hoffnung weiterzugeben“.

Speziell die christlichen Kirchen müssen, so Friedrich, deutlich machen, „was der Glaube an Gott für jeden Einzelnen bedeute“. Wohlgemerkt: Der „Glaube an Gott“ und nicht der an Allah, an Adonai, an Buddha, an Trimurti oder an L. Ron Hubbard.

Und warum hält der Bundesinnenminister den Glauben heute für so wichtig? Weil die Menschen „gerade in einer globalisierten Welt nach Halt und einem Kompass im Leben suchen“. Und dass man beides bei Staat und Regierung vergeblich sucht, dafür gibt es kaum ein überzeugenderes Beispiel als Hans-Peter Friedrich selbst.

 

12 Kommentare

Eingeordnet unter Innenpolitik, Kultur, Politik

12 Antworten zu “Innenminister Friedrich ist der „Kompass im Leben“

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  2. Es bleibt einem aber ooch janüscht erspart.
    Den Kerle gestern ebenfalls bei dieser Veranstaltung per MDR
    erblickt und erstaunt in die Runde gefragt, was denn der
    Innenminister auf der Kirchenveranstaltung in Machteburch macht?
    Nun verstehe ich die Zusammenhänge.

  3. Floh

    Mehr Heiligenschein als Sein !
    Reden und handeln zwei völlig konträre Dinge ! CSU

    “Mit dem Wissen wächst der Zweifel”
    (J.W.v.Goethe)

  4. Uh, da will sich der Innenminister scheinbar zur Abwechslung mal Freunde statt Feinde machen?😮

  5. fischi

    Freunde da weis der warscheinlich nicht mal was es ist.
    Aber so ein bisschen Wahlkampf….
    Habe heute gelesen das immer noch ca.60% der Deutschen einer Kirche angehören.
    Ist mir total unverständlich das so viele Leute diesen Unfug glauben.

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