Jacobs Woche (20.11. – 26.11.2011)

27.11.2011 – Nach Antisemitismus, Kommunismus und Mauer-Verherrlichung packt Freya Klier in der „WELT“ die nächste Keule gegen DIE LINKE aus: Die Partei ist schuld am Rechtsextremismus in Deutschland. Der rbb entscheidet sich drei Wochen, nachdem Henryk M. Broder die Demontage von Ken Jebsen eingeleitet hat zum endgültigen Rauswurf des Moderators.

Die Staatsanwaltschaft Hof gibt die Einstellung des Verfahrens gegen Guttenberg bekannt und der Freiherr verschwendet keine „ZEIT“ um mit seiner Rückkehr in die Politik zu drohen. Kanzlerin Merkel beantwortet auf YouTube zehn Bürgerfragen und macht deutlich, dass es völlig ausreicht, wenn sie von etwas überzeugt ist, um es gegen den Willen und das Interesse der Bevölkerung durchzusetzen. Und Jacob Jung ruft zum publizistischen Ungehorsam auf: „Macht Euch laut! Nutzt die digitale Gesellschaft! Und verwandelt Euren Zorn in schreibende Aktion!“

Die Woche mit Jacob Jung.

Freya Klier in der „WELT“

Freya Klier durchlebt in ihrer Abhandlung 40 Jahre DDR Geschichte und 20 Jahre vereinigtes Deutschland. Ihrer Analyse soll belegen, dass die SED den Grundstein für Rechtsextremismus, Ausländerhass, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gelegt hat. Schuld und Verantwortung hierfür sind in den Augen der Autorin auf DIE LINKE übergegangen.

rbb wirft Ken Jebsen raus

Einen Riecher für gute Themen hat Ken Jebsen in den letzten zehn Jahren ebenso bewiesen, wie den Mut, „gegen den Mainstream anzuschreiben“. Scheinbar ging der Programmdirektorin Claudia Nothelle der publizistische Ungehorsam von Jebsen jetzt allerdings so sehr gegen den Strich, dass sie entgegen ihrer Überzeugung die „Ellbogen“ einsetzte, um den Moderator aus dem öffentlich-rechtlichen Sender zu kicken.

Guttenberg in der „ZEIT“

Die Erfahrung der Vergangenheit hat gezeigt, dass in der deutschen Medienlandschaft noch immer Geld, Einfluss und gute Beziehungen darüber entscheiden, ob selbst ein überführter Straftäter zurück in die Herzen der Bevölkerung geschrieben wird.

Im Fall von Karl-Theodor zu Guttenberg übernimmt dies die „ZEIT“.

Digitaler Bürgerdialog

Die Mission ist missglückt: Kaum ein Bürger hat sich für die Fragen und Antworten interessiert. Letztlich handelt es sich beim „Digitalen Bürgerdialog“ um nicht mehr als eine weitere PR-Kampagne mit Blick auf den Wahlkampf 2013, die auf Kosten des Steuerzahlers aufwendig konzipiert, realisiert und produziert wurde.

Ich blogge, also bin ich

Ich will an dieser Stelle ausdrücklich jeden dazu ermutigen, selber im Internet zu publizieren. Gedanken und Einsichten mit anderen zu teilen. Eine individuelle Form von publizistischem Ungehorsam und Gegenöffentlichkeit zu entwickeln und zu pflegen. Sich intensiv mit den Themen zu beschäftigen, von denen man ahnt, dass sie in der Öffentlichkeit unangemessen behandelt werden und die Medienlandschaft um Sichtweisen zu ergänzen, die es sonst nicht geben würde.

 

11 Kommentare

Eingeordnet unter Die Woche, Politik

11 Antworten zu “Jacobs Woche (20.11. – 26.11.2011)

  1. Der Wochenüberblick gefällt mir gut. Mich würde er ggf. motivieren „übersehene“ Beiträge noch nachzulesen, wenn … ich nicht sowieso jeden der – erstaunlich guten – Texte ohnehin lesen würde.

    In der ‚Freitag‘ Community, in der Jacob’s Blog ebenfalls erscheint http://bit.ly/sG2A7K ist die Wochenübersicht jedoch eine geradezu geniale Idee, weil dort Blogs sehr schnell von der ersten Seite rutschen, wenn andere Blogs nachrücken. Hier werden die vielen Interessenten wirksam auf diese „unsichtbar“ gewordenen Artikel aufmerksam gemacht.

  2. Peter Petereit

    Zu Deinem letzten Satz: “ Macht euch laut…“Hab ich grad versucht. Und, ich werde es weiter versuchen:
    http://www.freitag.de/community/blogs/pedrei/thomas-de-maiziere-sie-auch-leider-nur-mit-worten

  3. Peter Petereit

    Danke für den Kommentar. Den habe ich natürlich gleich kommentiert und hoffe, Dir damit einen kleinen satirischen Anstupser gegeben zu haben.
    Und, mir war heute so, noch einen blog verfaßt:

    http://www.freitag.de/community/blogs/pedrei/lieber-bernhard-vogel

  4. Hallo Jacob,
    mich hat dein Aufruf zum publizistischen Ungehorsam heute nochmals länger beschäftigt, so dass ich nachfolgend gerne meinen eigenen, persönlichen Aufruf und den damit verbunden Gedanken darstellen würde.

  5. Dies richtet sich insbesondere an all jene, die, wie ich selber noch vor kurzem, gefangen in der eigenen Bequemlichkeit, nur passiv diese und ähnliche Artikel lesen, aber noch keine Konsequenz daraus gezogen haben und noch nicht aktiv wurden.
    Wieviel kritisierende, revolutionäre Gedanken habt ihr im Kopf, habt sie aber noch nie zu Ende gedacht, noch nie ausgesprochen, noch nie jemand anderem mitgeteilt, weil sie der vermeintlichen Mehrheitsmeinung wiedersprechen, weil sie sich gegen das aktuelle System richten, weil sie die aktuelle Gesellschaft und damit auch uns selber kritisieren. Mit solcher Kritik würden wir uns ja den Boden unter den eigenen Füßen einreisen. Und genau das ist der Grund warum es diese Gesellschaft überhaupt noch gibt. Es ist ihr Schutzmechanismen. In einer Gesellschaft in der wir alle Mittäter sind ist es schwer sich selber zu erheben und sich gegen sie aufzulehnen.
    Ich für meinen Teil habe eine unbeschreibliche Menge an solche Gedanken im Kopf, schon seit langen. Aber ich blieb still, ich habe sie unterdrückt, ich habe mich abgelenkt. Doch nun fangen die Dämme an zu brechen. Doch kaum dass diese Flut mein Gehirn durchströmt, da sehne ich mich zurück, zu der Zeit als alles noch einfacher und eindeutig war. Als ich noch an unser aktuelles System geglaubt und alle andere Gedanken einfach verdrängt habe. Ich habe nun einen Blick aus der bunten Matrix hinaus in die graue Realität geworfen und ich frage mich ob ich dort wirklich hin will. Und dass obwohl ich jetzt genau weiß, dass ich nur in einer Matrix, nur in einer Illusion lebe.
    Jacob zeigt uns in vielen seiner Artikel, dass das aktuelle System (vereinfacht gesagt) falsch ist. Doch wo bleibt unser Schluss daraus, die logische Konsequenz dieser Gedanken, aktiv zu werden und an der Lösung des Problems zu mitzuarbeiten. Klar gibt es schon einige die aktiv sind und klar ist ein Kommentar hier auf dieser Seite ein Anfang, doch es ist noch lange nicht genug, es ist nicht die Lösung. Und ja, eine einfache Lösung gibt es nicht und es wird sie wohl auch nie geben, aber das ist doch eigentlich noch ein Grund mehr aktiv zu werden.
    Trotz alledem blieb ich lange still, untätig und habe niemand meine Meinung mitgeteilt. Meine eigene Untätigkeit, trotz der Erkenntnis dass Änderungen hermüssen, zeigt mir, dass nicht nur das System unser Gegner ist, sondern dass wir uns auch selber im Weg stehen. Denn ich und nicht nur ich allein, sondern wir alle SIND TEIL DES SYSTEMS. Wir sind gefangen in gesellschaftlichen Regeln, im zeitraubenden Alltag, im kapitalistischen Denkmodell. Wir sind vom Luxus verweichlicht und trauen uns nicht diesen aufzugeben. Wir haben gelernt und wurden gelehrt wegzusehen und zu verdrängen um das aktuelle System, unser System, am Leben zu erhalten.
    Das was der Veränderung im Weg steht ist nicht das aktuelle System, sondern es ist vor allem die eigene Bequemlichkeit sowie tausend weitere billige Ausreden. Ausreden die dem Erhalt eines „falschen“ Systems dienen unter dem die Mehrheit leidet.
    Doch selbst wer diese Erkenntnis hat, wird sein Verhalten nicht sofort ändern. Die Vorstellung sein eigenes Verhalten zu ändern ist einfach viel zu fremd. Das aktuelle System, so verhasst es uns auch ist, sitzt zu tief in unseren Köpfen und hat sich schon zu lange in unser Bewusstsein eingeprägt. Die Hoffnung die ich habe ist, dass wir dieses Wissen jetzt nutzten und uns doch, Stück für Stück, selber zu verändern um so den Weg für größere Veränderungen vorzubereiten.
    Was das konkret heißt, muss jeder für sich selber rausfinden. Ich, für meinen Teil werde heute Abend meinen Bruder anrufen und ihn an dieses Thema heranführen, sodass ich bald auch außerhalb des Internets über Politik diskutieren kann.
    In Hoffnung
    Daniel

    [Verzeiht mir, dass ich stellenweise verallgemeinert und vereinfacht habe, insbesondere wenn ich über das „aktuelle System“ gesprochen habe, aber eine Ausformulierung wäre einfach zu lang geworden]

    • Lieber Daniel,
      Deinen Aufruf habe ich schon gestern gelesen. Er hat mir gut gefallen und ich denke seitdem darüber nach, ob ich hier im Blog nicht einen Bereich einrichten soll, in dem meine Leser eigene Beiträge veröffentlichen können. Was denkst Du?

      • Hallo Jacob,
        ich halte die Einrichtung eines solchen Bereiches für eine wirklich gute Idee.
        Denn ich denke, wenn man bislang nur gelesen hat oder bislang „nur“ Kommentare geschrieben hat, dann sieht der Schritt zu einem eigenen Blog doch schon groß und schwer aus.
        Auch wenn ein Blog kostenlos und in 15 Minuten erstellt ist, so hat man doch sehr viele Zweifel. „Wer liest das überhaupt“, „Den Blog findet doch sowieso niemand“, „Ich kann doch gar nicht professionell schreiben“. Hinzu kommt, dass man vielleicht denkt nicht genügend Zeit für einen Blog zu habe. Oder man glaubt es lohnt sich nicht einen eigenen Blog zu erstellen, da man sich eigentlich nur mit einem einzelnen Thema konkret auseinander setzen will und nicht regelmäßig einen neuen Artikel schreiben will.
        Dafür wäre dieser Bereich dann genau das Richtige. Man darf mehr als nur einen Kommentar, fast schon einen kleinen Artikel, schreiben, ohne dass dies gleich mit dem Aufwand eines neuen, eigenen Blogs verbunden wäre. Zudem hat man dann noch natürlich ein Teil deiner Leser als Publikum. Im besten Fall gibt es positive Resonanz auf den Beitrag und man überlegt es sich noch ein zweites Mal ob man nicht doch seinen eigenen Blog machen will.
        Zusammengefasst, ich bin überzeugt dass es denjenigen, die gerade auf der Schwelle stehen, sich aber noch nicht sicher sind, noch mal einen Motivationsschub gibt und dass es demjenigen der vorerst nur einen einmaligen, aber dennoch qualitativen Beitrag leisten möchten, die verdiente Möglichkeit gibt diesen uns mitzuteilen.

    • Hallo Peter,

      sehr gut. Dein vierter Artikel beim Freitag und ich habe ihn gerne gelesen. Ich bin mir sicher, dass einer Deiner Beiträge schon bald in den „Top Blogs“ dort landen wird. Damit ist dann auch die „Kommentar-Hemmung“ gegenüber „neuen Schreibern“ aufgebrochen und Du bekommst mehr direkte Reaktionen.
      Macht abhängig, stimmts?😀

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