Kopieren als Arbeitsprinzip: Guttenberg reloaded

3.12.2011 – Während Karl-Theodor zu Guttenberg damit beschäftigt ist, sich öffentlich von dem Vorwurf der bewussten Täuschung beim Verfassen seiner Dissertation reinzuwaschen, wird er mit einem weiteren Plagiatsfall konfrontiert.

Nach Erkenntnissen der Online-Plattform GuttenPlag soll sich der ehemalige Verteidigungsminister bereits im Jahr 2004 zahlreicher fremder Quellen bedient haben, ohne diese kenntlich zu machen. Bei der untersuchten Arbeit handelt es sich um einen Aufsatz für eine Publikation der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung.

Guttenberg hatte sich in dem Beitrag gegen einen EU-Beitritt der Türkei ausgesprochen und stattdessen das Modell der „Privilegierten Partnerschaft“ vorgeschlagen. Sein Aufsatz bildet bis heute die Grundlage für die Haltung von CDU und CSU gegenüber der Türkei.

Der Aufsatz von 2004

Im Zusammenhang mit der Frage eines EU-Beitritts der Türkei stellte Karl-Theodor zu Guttenberg 2004 das Modell der „Privilegierten Partnerschaft“ zur Diskussion. Hierzu verfasste er einen Aufsatz für die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung, in dem er die unzureichende Umsetzung europäischer Kriterien in der Türkei kritisierte und vor einer drohenden Überforderung der EU warnte.

Auszüge seines Artikels (Die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU – eine Privilegierte Partnerschaft“) erschienen Anfang 2004 in der „WELT“. Darüber hinaus basiert ein Beschluss der Präsiden von CDU und CSU vom 7. März 2004 auf seiner Arbeit, die bis heute die Position der Union gegenüber der Türkei und deren möglichen EU-Beitritt bestimmt.

Gestern haben die Rechercheure des GuttenPlag Wiki eine Erklärung veröffentlicht, in der es unter anderem heißt:

„Guttenberg stückelte bereits diesen Aufsatz zu großen Teilen aus Onlinequellen, Artikeln der Tagespresse und einer Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages zusammen. Sinngemäße und wörtliche Textübernahmen wurden nicht oder unzureichend markiert.“

Nach der Untersuchung des Aufsatzes kommt das GuttenPlag Wiki zu dem Schluss, dass sich auf mehr als 56 Prozent der Seiten Übernahmen aus fremden Texten finden. Die Rechercheure machen in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, „dass sich das Textmontageprinzip, das für die Dissertation stilprägend war, bereits in diesem Aufsatz als grundlegendes Arbeitsmerkmal nachweisen lässt“.

Hieraus zieht man bei GuttenPlag folgenden Schluss:

Es wird vielmehr deutlich, dass es sich bei der Erstellung der Dissertation nicht um einen einzigartigen Fehler, sondern um eine nachweislich bereits erprobte Vorgehensweise beim Verfassen von Texten handelte.“

Bereitwillige Berichterstattung

Guttenberg versteht es wie kaum ein anderer, auf der Klaviatur der Öffentlichkeitsarbeit zu spielen. Schon in seinen politisch aktiven Zeiten diktierte der Freiherr der Presse ihre Titelseiten und den TV-Sendungen ihre Aufmacher.

Zwischen November 2008 und April 2010 wurden alleine in der „Süddeutschen Zeitung“, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, dem „Spiegel“, dem „Focus“, der „Bild“ und der „ZEIT“ knapp 600 Artikel über den CSU-Politiker gezählt. Guttenberg war zu diesem Zeitpunkt Dauergast in den politischen Talkshows, wurde für Sat.1 von Kerner in Afghanistan interviewt oder trat bei „Wetten das“ im ZDF auf. Auch Stephanie zu Guttenberg machte sich medial für die politische Karriere ihres Ehemanns stark und präsentierte bei RTLII das umstrittene Format „Tatort Internet“.

Aktuell kann man feststellen, dass das „Medienprinzip Guttenberg“ nach wie vor funktioniert. Wenn der Freiherr pfeift, dann springen Deutschlands Redaktionen. Sandra Maischberger lädt zum Auftakt Guttenbergs Vater Enoch in ihre Sendung ein. Anne Will talkt zum Thema „Guttenbergs Comeback – vorerst gescheitert?“ und Maybrit Illner fragt ihre Gäste „Braucht Deutschland Guttenberg?“. Zusätzlich erscheinen in der deutschen Presse täglich neue Artikel über den Ex-Politiker, seinen aktuellen Status, seinen Verbleib in der CSU oder seine Anwandlungen eine rechtskonservative Partei zu gründen.

Gute und schlechte PR

Natürlich kommen die zahlreichen Sendungen und Artikel nicht ohne Schelte aus. Hierüber dürfte sich Karl-Theodor zu Guttenberg allerdings kaum ärgern. Er weiß genau, dass es keine schlechte PR gibt und es muss ihn mit Genugtuung erfüllen, dass sein ausgeprägtes Bedürfnis nach Öffentlichkeit vom Boulevard bis zum Qualitätsjournalismus noch immer willfährig erfüllt wird. Schaden richtet die „kontroverse“ Debatte jedenfalls nicht an. Immerhin ist sein Buch nach nur einer Woche am Markt bereits restlos ausverkauft.

Guttenberg ahnt: Wenn er der Öffentlichkeit jetzt die Möglichkeit bietet, sich an den Plagiatsvorwürfen und seinem eigenwilligen Umgang damit abzuarbeiten, dann schafft er die Voraussetzung dafür, schon in wenigen Wochen rechtschaffen nach Deutschland zurückkehren zu können. Man wird ihm dann bereitwillig die Foren zur Verbreitung seiner politischen Standpunkte und Thesen zur Verfügung stellen.

Wer sich dann noch immer mit der Frage beschäftigt, ob es sich bei dem Freiherrn nicht nur um einen Blender mit einem fragwürdigen Verhältnis zur Wahrheit handelt, der wird als ewig Gestriger abgetan und schon bald nicht mehr eingeladen und gehört werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, gehen Guttenberg und die Medien einen beidseitig vorteilhafte und bereits bewährte Allianz ein. Der „vorerst“ gescheiterte Politiker, der im Moment nicht mehr ist, als ein unermesslich reicher Privatier auf Auslandsreise, bietet Fernsehen und Presse die „Faszination Adel“ aus erster Hand. So lässt sich das unerklärliche aber dennoch ausgeprägte Interesse an einem arroganten Adelsspross, der sich mit gestelzten Worten, Formulierungen aus dem vorletzten Jahrhundert und kruden politischen Auffassungen in die Herzen der Öffentlichkeit laviert, bedienen. Der Freiherr selber profitiert davon, dass er sich, exakt zu dem Zeitpunkt, der ihm persönlich genehm ist, wieder ins Gespräch bringt.

Sind wir heute wirklich so arm an Themen und politischem Personal, dass schon die Faszination an Reichtum und Sensationen aus der Welt des Adels ausreicht, um sich erneut mit einen Blender zu befassen, der die Öffentlichkeit in einem der höchsten Ämter des Staates bereits mehrfach hinters Licht geführt hat?

Warum erscheint hier trotzdem ein Artikel über Karl-Theodor zu Guttenberg? Weil man dieses Feld nicht alleine einer zunehmend unkritischen und willfährigen Medienlandschaft überlassen sollte. Und weil wir bereits zu stark mit Politikern belastet sind, die zumindest vordergründig den Eindruck von Rechtschaffenheit und Anständigkeit vorgaukeln, um uns jetzt auch noch mit jemandem zu beschäftigen, der sein getrübtes Verhältnis zur Ehrlichkeit bereits so eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat.

36 Kommentare

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36 Antworten zu “Kopieren als Arbeitsprinzip: Guttenberg reloaded

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  2. Warum erscheint hier trotzdem ein Artikel über Karl-Theodor zu Guttenberg? Weil man dieses Feld nicht alleine einer zunehmend unkritischen und willfährigen Medienlandschaft überlassen sollte. Und weil wir bereits zu stark mit Politikern belastet sind, die zumindest vordergründig den Eindruck von Rechtschaffenheit und Anständigkeit vorgaukeln, um uns jetzt auch noch mit jemandem zu beschäftigen, der sein getrübtes Verhältnis zur Ehrlichkeit bereits so eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat.

    Insofern ist er das „leuchtende Beispiel“, wie Politik funktioniert: Durch Lüge und Betrug und sonst gar nichts!

    Er wird systematisch aufgebaut. Da macht das „bißchen Plagiat“ gar nichts aus.

    Er ist der nächste Bundeskanzler – und wer weiß, vielleicht sogar der nächste Diktator Deutschlands, falls er wider Erwarten nicht gewählt wird…, was im Endeffekt aber keinen Unterschied macht!

    Mir wird’s übel bei dieser Vorstellung.

    Das ist das schmutzigste Hinter-Treppen-Schmuddel-Theater, was ich je in meinem Leben vorgeführt bekommen habe. Das Schlimme ist, dass es zu viele Menschen gibt, die ihm und seine Lügengeschichten glauben und dass wir als Bürger die Machtübernahme durch diesen Herrn nicht verhindern können, wenn wir nicht Funk, Fernsehen, Zeitungen abschalten, die Armee und Polizei abschaffen, oder auf die Straße gehen, und zwar zu Millionen und dem ins Gesicht schreien: „NEIN!!“ Selbst dann ist fraglich, ob ihn das berührt, denn er hat bestimmt eine Millionen Leute mehr gekauft, die „JA“ schreien!

    Die Armee hat er ja schon in der Tasche! Denen erlaubt er, endlich wieder richtig in den Krieg zu dürfen!

    Genau so funktioniert Propaganda!

    Die Macht im Staat übernimmst Du, wenn Du Armee, Kommunikationskanäle und Wirtschaft unter Deine Fuchtel bekommst. Das hat dieser unsaubere Herr offensichtlich geschafft! Das „kleine“ Vermögen der Familie reicht für einen solchen Propaganda-Feldzug nicht aus. Da stecken mächtigere Kräfte dahinter!

    Beziehungsweise dieser Möchte-Gern-Groß-Sein wird benutzt, um die Interessen des Kapitals durchzusetzen! Dem Volk ’nen Maulkorb verpassen, bevor die auf die Idee kommen, sie könnten ihre Geschicke selbst in die Hand nehmen und gleichzeitig billige Arbeitskräfte besorgen und horrende Gewinne durch Krieg und hinterher wieder aufbauen dürfen beschaffen!

    Und nachher hat wieder keine was gewußt!

  3. H.M.

    @Solveigh Calderin,

    Ihren Befürchtungen stimme ich zu, es hat wenig Sinn, stark darauf zu vertrauen, dass es schon anders kommen werde. Auch wird der „sich seine Meinung bildende“ typische Bundesdackel vermutlich tun, was er nicht lassen kann. Auf ihn dürfte Verlass sein wie auf die journalistischen Speichellecker.

    Beachten Sie, dass die historische Mission der Frau M. zu sein scheint, die Demokratie in diesem Land und in Europa generell so weit als möglich zu unterminieren oder liquidieren. Frau M. hat in der DDR gelernt. In der DDR gab es eine parteikonforme Demokratie, und die Partei hatte immer recht; Regieren war technokratisches Geheimagieren, Inkompetenz und Propaganda. In Europa strebt Frau M. eine „marktkonforme“ Demokratie an, weil die „Finanzmärkte“ immer recht haben, und Regieren ist ähnlich wie in der DDR, nur raffinierter, zynischer und propagandistisch abgebrühter.

    Wenn in 8-10 Jahren die Ressourcenkonflikte sich weiter zugespitzt haben werden, zusätzlich angetrieben von Klimawandel und Umweltzerstörung usw., ist es an der Zeit, wieder richtig große Kriege um Werte=Wertstoffe zu führen; äußere Feinde machen ja auch die innere Verarmung erträglich. God’s Own Country kann ohne Kontroll- und Besitzanspruch auf die gesamte Erde nicht bestehen (No, we can’t; die derzeitige Entwicklung einer Überschalldrohne beispielsweise, mit der man innerhalb einer Stunde jeden beliebigen Ort auf der Erde zerstören kann, würde ja unter normalen Menschen als Hinweis auf ein psychiatrisches Problem gewertet werden).

    Dann braucht es einen echten Transatlantiker, der für Nibelungentreue steht, so richtig für die Wertstoffe eintritt usw.. Die noch zwielichtigere „christliche“ Gattin wird sicher wieder für Soldaten vor der Kamera beten und begründen können, warum eben auch einmal ein paar Millionen oder mehr (vorzugsweise anderswo) für die christliche Wertstoffgemeinschaft über die Klinge springen müssen. Frau M. hat dann ausgedient. Es genügte, wie Brüning das Terrain zu bereiten.

    • Was mir noch immer Hoffnung macht:

      Die Rechnung ist ohne den Wirt gemacht!

      Wie lange werden sich die Menschen das gefallen lassen? „Die Zeit“ – so erfuhr ich eben auf einem anderen Blog – hat soviele Abonnenten verloren und wütende Leserzuschriften erhalten, dass sie in Erklärungsnot sind und dem ganzen Vorfall noch einmal zwei Seiten Lesermeinungen gewidmet haben, die überwiegend negativ sind. Dazu hat der Chefredakteur einen eigenen Artikel mit einer Stellungnahme geschrieben. Sicherlich, das ist nur EINE Zeitung, aber ich hoffe sehr, dass dies die wirkliche – und nicht die gekaufte – Meinung der Menschen hier in Deutschland deutlich macht.

      Und:

      Das alte Europa und USA mitsamt Israel haben ausgedient. Sie tun zwar noch immer so, als würde ihnen die Welt gehören, aber die Welt gehört ihnen nicht, wie sie nie irgend jemand gehören kann und wird.

      Bisher sind alle großen „Weltreiche“ auseinandergebrochen, wenn sie sich so weit ausgedehnt hatten, dass sie ihre inneren Probleme nicht mehr lösen konnten – und sie wurden nach außen immer aggressiver! Dabei haben sie ihre letzten Ressourcen an (folgsamen) Menschen und Material vergeudet und sind an sich selbst untergegangen.

      Ein zweiter Grund für den Untergang aller großen Zivilisationen vor uns sehe ich darin, dass sich die Technologie so weit entwickelt hatte, dass die alte Gesellschaftsform zu Stagnation und Dekdenz führte und den Herausforderungen der neuen Technologien nicht mehr gewachsen war, die damit anstehenden gesellschaftlichen Veränderungen innerhalb des bestehenden Systems nicht mehr lösen konnten. Diesen Zustand sehe ich auch heute, und zwar weltweit.

      Wie lange kann selbst eine offene Diktatur die Unzufriedenheit der Menschen zudeckeln und dem wachsenden Druck von unten standhalten? Wie lange lassen sich die neuen und ausgereiften Technologien zur praktisch kostenlosen und grenzenlosen Energiegewinnung noch unter den Tisch kehren (um nur ein Beispiel zu nennen), die das ganze verlogene Gefasele von „Energieknappheit“ ad absurdum führt?

      (ist natürlich nur ein Beispiel der Entwicklungen der letzten Jahre)

      Ich hoffe das beste für die Menschen unserer Erde.

      Es ist gefährlich – und doch so voller Hoffnung…

      Ach ja, der russische Bär schüttelt sich auch den Schlaf aus dem Pelz (sinnigerweise heißt der Noch-Präsident Russlands – morgen sind Wahlen, dann heißt er wieder Putin – Medwedew, das bedeutet Bär):

      http://rt.com/news/russian-aircraft-carrier-syria-363/

      und als wäre das noch nicht ausreichend, gleich noch eine Ladung hinterher:

      http://eng.kremlin.ru/news/3115

      Russland hatte die USA, Israel und die NATO gewarnt: Im Falle eines Angriffs auf Syrien und/oder Iran wäre „der Weltfrieden in Gefahr“. Das hier sind die Taten, die den Worten folgen.

    • K.S.

      Hallo, Sie haben mir fast die Worte „aus der Tastatur genommen“, sehe ich auch so.
      Heisst es nicht irgendwo, dass das Leben wie ein Rad sei?
      Irgendwann kommt es immer am Boden an. Stelle ich mir das Leben in Stufen oder Ebenen vor, kommt das Rad dieses mal auf einer anderen, höheren Ebene an.(von unten nach oben gedacht)
      Die Frage ist dann, ob wir alle gelernt haben, dieses Mal mit Problemen konstruktiver und lebensfreundlicher umzugehen, als bei der letzten Diktatur, die ja auch nicht so vom Himmel fiel.

      Das bedeutet, dass wir uns jetzt abschrecken lassen – oder zumindest ich nicht – konsequent für friedliche Lösungen im Handel und Wandel – einzustehen.

      Man muss doch nicht anderen Ländern das Land stehlen, um an deren Ressourcen zu kommen!
      Einmal könnten unsere Wissenschaftler forschen, wie man ohne das, was die anderen haben, z.B. im Bereich der Technik, herstellen kann. Das gleiche ginge auch mit Öl. Warum wird das Elektroauto nicht weiterverfolgt oder andere Möglichkeiten?
      Zum Anderen kann man die Ressourcen, die andere haben, ehrlich kaufen und bezahlen, denn die anderen profitieren dann ja auch von dem, was wir herstellen.
      Ich bin sicher, dass das möglich ist, wobei ich weiss, dass eine neoliberale Wirtschaftspolitik das nicht hergibt.

      Trotz Ihrer guten Argumente, die ich auch so sehe, hoffe ich, dass es so weit nicht kommen wird. Die Erde hat genug vom Blut.

      • Das gleiche ginge auch mit Öl. Warum wird das Elektroauto nicht weiterverfolgt oder andere Möglichkeiten?

        Es ist viel schlimmer! Die Mär von der Energieknappheit, die uns immer höhere Energiepreise (natürlich nur für den Endverbraucher!) und den angeblichen Grund für die Kriege bescheren, ist nichts weiter als eine unverschämte, propagistische Lüge!

        Die Technologien, um Energie kostenlos und vollkommen sauber zu erzeugen und zu transportieren, und zwar ohne Verluste, sind längst ausgereift. Warum werden sie nicht angewandt? Ganz einfach: Es kann damit kein Profit gemacht werden! Ein Beispiel für diese freien Energien:

        Ja, dieses Wirtschafts- und Gesellschaftssystem hat sich erledigt! Es kann diese neuen Technologien aus seinem Selbstverständnis heraus nicht nutzen und die damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen nicht hinnehmen. Denn diese Technologie geht – wie jemand so schön formulierte – weg vom HABEN und hin zum SEIN.

        Das ist eine völlig neue Form des gesellschaftlichen Zusammenlebens und des Wirtschaftens. Profit, wie gesagt, ist damit nicht zu machen.

        Ansonsten hoffe ich mit Dir, und ja, es ist bereits viel zu viel Blut auf unserer Erde geflossen.

        • Korrektur:
          propagistische Lüge = propagandistische Lüge

          und zwar ohne Verluste, sind längst ausgereift. = und zwar ohne Verluste, die sind längst ausgereift.

        • … Ein Beispiel für diese freien Energien: http://www.ted.com/talks/justin_hall_tipping_freeing_energy_from_the_grid.html
          Hallo Solveigh,
          vielen Dank für dieses Video. Energietechnisch und wissenschaftlich sehr interessant. Für mich persönlich waren aber Justin Halls Abschlussworte, seine Erklärung wo er die Kraft hernimmt für eine bessere Welt zu kämpfen, noch viel wichtiger. (ab Minute 10:55)
          Justin Hall-Tipping trägt immer das Foto eines zu Tode verdurstenden Kindes aus Afrika bei sich. Und wenn jemand mal Zweifel an seiner Arbeit äußert, dann muss er nur an dieses Bild denken um zu wissen, dass das was er tut richtig ist. (Dieses Foto: http://www.gnadenquelle.de/images/Kind.jpg)
          Während er dieses Foto zeigt und darüber erzählt kommt seine Stimmer leicht ins Zittern und auch mir kommen die Tränen, wenn ich diese Stelle im Video anschaue oder etwas über dieses Thema nachdenke. So etwas darf einfach nicht sein.

          Ich bin mir sicher, dieses Bild hat jeder von uns schon gesehen. Einige hatten vielleicht auch wie ich danach diesen unaufhaltbaren Willen gespürt, die Welt zu verbessern, hier, jetzt, sofort, irgendwie…
          Aber trotzdem sind wir wieder in den Alltagstrott verfallen, haben das Bild verdrängt, an Anderes gedacht und letztendlich vielleicht sogar vergessen. Daher werde ich mir jetzt, Tibbing als Vorbild, auch ein solchen Gegenstand besorgen, den ich immer bei mir tragen kann. Ob es ein Bild aus Afrika oder ein Symbol für Obdachlose in Deutschland ist, wird keinen großen Unterschied machen. Hauptsache es wir mir helfen die richtigen Entscheidungen zu treffen, Zweifel zu beseitigen und neue Kraft für Veränderungen geben.
          Werde ich der einzige sein der Tibbings Beispiel folgt und von nun an ein unvergessliches Symbol in seinen Alltag aufnimmt oder wirst auch du dir ein Zeichen setzen?

    • fischi

      H.M.
      Diktaturen gab es auch außerhalb der DDR.
      Das Merkel eine Schande ist steht auf einem anderem Blatt.
      Ansonsten aber ein Text dem ich nur zustimmen kann.

  4. Katja

    Natürlich stehen mächtige Leute hinter ihm, ihm allein würde es wohl kaum gelungen sein, in Deutschland nach dieser Blamage wieder als Politiker ins Gespräch zu kommen. Was mich bei der ganzen Guttenbergerei immer noch wundert, ist die deutsche Arschkriecherei vor dem Adelsprädikat dieses Schmalztypen, an dem nachgewiesenermaßen eine Menge Dreck, Betrug und Infamie hängt. Immerhin haben Adelstitel (Freiherr war übrigens der niederste Adel, also kein Anlass, in den Staub zu sinken) offiziell seit 1919 in Deutschland keinerlei Verbindlichkeit mehr, es handelt sich also um einen schlichten Herrn Guttenberg, der sich mit seinem von und zu einen schönen Tag machen kann. Haben wir Deutschen eigentlich so wenig Selbstachtung, dass wir vor solchem Pack in den Schmutz fallen und ihm die Füße küssen müssen?

    • K.S.

      Na ja, ob das was mit Selbstachtung zu tun hat weiss ich nicht so richtig. Eher mit der Identifikation mit dem Adel und anderen reichen Menschen.
      Wenn bestimmten Menschengruppen über die Medien ihre Identität abgesprochen wird, d.h. ihre Herkunft belästert und verächtlich gemacht wird, können sie sich damit nicht mehr identifizieren und sie suchen sich andere oder Anderes, mit dem sie sich ungestraft identifizieren können.
      Z.B. die Arbeiter. Diese Gruppe hatte eine ausgeprägte Identifikation mit sich und ihrer Gruppe. Sie war stark und hatte Einfluss. „Wenn der Arbeiter es will, stehen alle Räder still“, ein Slogan aus der Arbeiterbewegung. Den „stolzen“ Arbeiter gibt es doch schon lange nicht mehr.
      Und in einer Zeit, in der sowohl Frauen als auch Männer, beruflich immer mehr in Sklavenrollen fallen, Frauen gezwungen sind entweder mitzuarbeiten oder als Alleinerziehende allein arbeiten, alle aber gleichermaßen durch politische Maßnahmen gedemütigt werden, d.h. auch ihrer beruflichen Identität beraubt werden, geschehen diese Identifkation mit z.B. Guttenberg. Männer fallen übrigens nicht so auf die Trixereien dieses Herren herein, wie Frauen.

      Für mich ist er ein Heiratsschwindler-Typ, glatt und unehrlich.

  5. Es sollte auch genannt werden, dass auf 94,4% seiner Dissertationsseiten Plagiate gefunden wurden. Das ist stattlich. Doch leider kommt es heutzutage bei Politikern nicht auf ihre Fachkompetenz an, sondern vor allem auf ihre Sozialkompetenz (im Sinne von Umgang mit Menschen, Presse und Co.) und diese ist bei Guttenberg hoch. Deshalb wird ihm alles verziehn…

    • K.S.

      Sorry, dann haben Sie ein falsches Bild von Sozialkompetenz. Sozialkompetenz bedeutet, mit Anderen zu teilen, die Schwächeren zu unterstützen, für Andere einzutreten, dafür zu sorgen, dass alle, auch die nicht so reich sind, eine gute Schulbildung bekommen, Essen und Trinken haben, also die ganze Palette eines Sozialstaates, der sich der nicht Begüterten bewusst ist und ihnen Hilfestellungen bietet. Auch Arbeitsmarktpolitik ist im gewissen Sinn auch Sozialpolitik, die die sozialen Kompetenzen jedes Einzelnen ansprechen und einfordern.
      Echte Sozialkompetenz können Sie bei kleinen Kindern erleben bevor sie mein und dein kennen. Sie helfen einander. Wenn eins weint, weinen alle. Echte Sozialkompetenz lügt nicht, sie entschuldigt sich, wenn Unrecht geschehen ist und versucht, es wieder gut zu machen.

      Das, was Sie beschreiben, ist PR, täuschen und tarnen, so tun als ob, alles für sich selbst oder die Ideologie, aber nie für andere.

  6. Waltraud Clasen

    Nun ja, das Fernsehvolk fällt immer wieder auf das ausserordentlich dumme Gequatsche der verschiedenen Damen in den Talkshows herein. Mir ist es
    unverständlich, wieso man einem solchem Schmalspurheini Gutti soviel Platz einräumen kann. Ihm wird wirklich der rote Teppich ausgerollt. Weihnachten wird er wieder hier sein . . . und alle, alle werden darüber glücklich sein. Mein Gott !
    Wie wäre es, Herrn Gutti nach dem Abgang des anderen Schwätzers „Wetten dass . . . . ? moderieren zu lassen. Seine Frau könnte da auch die Co-Moderatorin sein. Das wäre es doch, oder ? Damit wären doch alle Probleme gelöst.
    Clasine

  7. Peter Petereit

    Hallo JJ, Solveigh, H.M: und Katja. Da kann ich grübeln, solang‘ ich will. Ich habe dem, was Ihr ausgedrückt habt, nichts hinzuzufügen.

  8. …tja so wird das nüscht🙂

  9. Clewi

    Ich kann mich Katja nur anschließen. Warum wird er hier laufend als „Freiherr“ tituliert? Er ungefähr so adelig wie Sacha Baron Cohen!

  10. guttifrutti

    Nicht „Guttifrutti“ hat die Medien im Griff, sondern deren Besitzer.
    Also sollte man lieber Friede Mohn und Konsorten genauestens unter die Lupe nehmen, statt den Laiendarsteller der sich an scripted reality hält.
    Das er charakterlich keinerlei eignung für eine führende tätigkeit hat ist klar, hält aber niemanden davon ab es trotzdem zu tun …
    Stellen wir uns mal lieber die Frage „WARUM JETZT ?“ ??
    Von was soll abgelenkt werden und wer profitiert davon am meisten ?
    „Guttifrutti“ sicherlich nicht.

  11. irgendeiner

    Ein winzig kleiner Auszug aus Abhandlung über Psychopathen.
    Zu Guttenberg, nicht nur zu ihm (zu der Mehrheit der Machthabenden), passt diese Geschichte , so wie das beschreibene Wesen, wie die Faust aufs Auge….nur das der hier beschriebene Psycho nicht reich war:

    „Psychologe Robert zitiert einen berühmten Fall, wo ein Psychopath „Mann des Jahres“ und Präsident einer Handelskammer wurde. (Erinnern Sie sich daran, dass John Wayne Gacy zum Zeitpunkt seiner Überführung als Mörder Anwärter der Präsidentschaft von Jaycee war!) Dieser Mann hatte behauptet, einen Doktortitel der Universität Berkeley zu besitzen. Er bewarb sich für eine Position im Schulausschuss um sich dann in den Landesausschuss weiterzuarbeiten, der mehr bezahlte.

    Dann entschied ein ansässiger Reporter, den Typen unter die Lupe zu nehmen – um zu sehen, ob seine Referenzen gültig waren. Der Reporter fand heraus, dass die einzigen wahren Angaben in der gefälschten Biographie des (fast) zukünftigen Politikers nur der Geburtsort und das Geburtsdatum waren. Alles andere war Fiktion. Der Typ war nicht nur ein absoluter Gaukler, er hatte eine lange Geschichte von antisozialem Verhalten, Betrug, Imitation und Haft. Sein einziger Kontakt zu einer Universität war durch einer Reihe von E-Mail Kursen während seines Aufenthaltes in der Leavenworth Besserungsanstalt. Viel überraschender ist jedoch, dass er, bevor er ein betrügerischer Mann wurde, ein betrügerischer Jugendlicher war. Über zwei Jahrzehnte hatte er sich seinen Weg durch Amerika gebahnt, nur einen Schritt entfernt von jenen, die er hinters Licht geführt hatte. Auf seinem Weg heiratete er drei Frauen und hatte mit ihnen vier Kinder, und er wusste nicht einmal, wie es ihnen ging. Und nun hatte er fast einen Durchbruch geschafft, nur dieser verdammte schnüffelnde Reporter…!

    Als er aufgedeckt wurde, war er komplett davon unberührt. „Diese vertrauenswürdigen Leute werden hinter mir stehen. Ein guter Lügner ist ein guter Menschenkenner“, sagte er. Erstaunlicherweise hatte er recht. Die lokale Gemeinde war weit von einer Empörung entfernt, obwohl sie getäuscht und von vorne bin hinten belogen wurden. Im Gegenteil: die Gemeinde, die er so vollends getäuscht hatte, um sich selbst Ehren und Vorteile zuzuschreiben, eilte doch tatsächlich zu seiner Hilfe!

    Das ist kein Scherz! Und es war nicht nur ein „leistete ihm Hilfe“. Der lokal ansässige Obmann der Republikanischen Partei schrieb sogar über ihn: „Ich gestehe im seine Wahrhaftigkeit, Integrität und Widmung zu, die sich mit der von Präsident Abraham Lincoln messen kann.“ Wie Dr. Hare trocken bemerkt, wurde dieser Dummkopf leicht von Worten überredet und war somit blind gegenüber seinen Taten.“

    • Grauslig.

      Wir werden von Psychopathen regiert! Und lassen uns regieren! Sind wir also genauso krank wie die?

      • Peter Petereit

        Ich hätte „gruselig“ gesagt. Macht aber nichts. Tatsache bleibt Tatsache.Gestern habe ich mal versucht, mein „Facebook-Profil“ zu ändern. Welche Sprachen sprichst Du? Geschrieben habe ich: „Einige, außer Neusprech“ Gelesen habe ich dann:“ Peter Petereit kennt Neusprech.“ In meinem Profil. Und ungefragt. Hätte da gestanden „erkennt“, wäre ich wohl zufrieden gewesen. Ansonsten, Danke Solveigh. Wirst noch von mir lesen/hören. Nicht im negativen Sinne.
        P.S.: Warum ich erst jetzt „kommentiere“? Gestern war ich mal Skat spielen. Und Bier trinken. Nichts Menschliches ist mir fremd. Hat mal so ein Bartträger gesagt. Hab’s aufgeschnappt. Und halte mich dran.

  12. Auch der ARD-Presseclub beschäftigt sich seit kurz nach zwölf Uhr mittags mit dem Herrn von und zu, mit vielen „Äääähs“ gewürzt. Meines Wissens ist das Thema Rechtsradikalismus während der letzten Wochen in keinem Pressclub zur Sprache gekommen. Daraus ist für mich ganz klar ersichtlich, wo in diesem Lande die Prioritäten gesetzt werden…

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  15. @danielpblog:

    Werde ich der einzige sein der Tibbings Beispiel folgt und von nun an ein unvergessliches Symbol in seinen Alltag aufnimmt oder wirst auch du dir ein Zeichen setzen?

    Ich trage viele solcher Bilder in meinem Herzen. Die passen nicht auf ein Foto

    Bilder durch diese kranke Gesellschaft zerstörter Familien, Bilder an dieser kranken Gesellschaft psychisch erkrankter, hoffnungsloser Kinder, Bilder von Jugendlichen ohne Zukunftschancen, Bilder von verletzten Kindern in den Krankenhäusern Afghanistans, Bilder von durch die Anwendung uranummantelter Geschosse verstümmelt und lebensunfähig auf die Welt gekommener Kinder im Irak, Bilder hungernder, obdachloser Kinder in Indien, Brasilien, und vielen anderen Ländern unserer Erde, Bilder von Kindern, die in die Prostitution verkauft wurden, weil es ja ein so tolles Geschäft ist, Bilder der „Osthuren“, die unter dem Deckmantel eine Arbeit im heiligen goldenen Westen zu bekommen, in die Prostitution verkauft wurden, Bilder so genannter „Penner“ überall auf der Erde (in Deutschland säuberlich weggesperrt, das nennt man hier zynisch „Schalterhygiene“), Bilder der getöten Kinder in Afghanistan und Irak, Bilder der Soldaten, die psychisch krank aus dem Krieg in Afghanistan und Irak nach Hause kommen, ihre Familien zerstören und die keine Hilfe bekommen, denn sie haben ihre „Schuldigkeit getan“, nun interessieren sie nicht mehr. Diese jungen Männer von knapp unter oder über zwanzig Jahren können jedoch die Erlebnisse dieser Gewalt, dieses Terrors, der Vergewaltigung an den Eltern, dann an den Kindern – jeweils vor den Augen der anderen – und anschließenden Ermordung der ganzen Familie, wobei die anderen wiederum zuschauen mussten, den sie entweder selbst verübt oder mit ansehen mussten nicht verarbeiten.

    Ich habe viele solcher Bilder in meinem Herzen.

    Ich habe den Wunsch, dass die Menschen endlich, endlich ihr wirkliches Sein leben:

    Auch wenn ich michmit diesem Video wiederhole, es kann nicht oft genug gezeigt werden.

    • @Solveigh
      „Ich habe viele solcher Bilder in meinem Herzen.“
      Das ist natürlich noch mal eine Steigerung, auch ich trage einige solche Bilder im Herzen. Doch komme ich im Alltag nicht damit zurecht, wenn ich diese Bilder voller Leid „offen“ im Herzen trage. Daher ist für mich ein symbolisches Bild „alltagstauglicher“. Es lässt mich die leidenden Menschen nicht so schnell vergessen, ohne dass ich direkt vom Schmerz überwältigt und gelähmt werde.

      @alle anderen Leser:
      „… oder wirst auch du dir ein Zeichen setzen?“ war nicht nur an Solveigh gerichtet sondern an jeden Leser.

      • Doch komme ich im Alltag nicht damit zurecht, wenn ich diese Bilder voller Leid „offen“ im Herzen trage.

        „Im Herzen tragen“ meint nicht, diese Bilder ständig vor Augen zu haben, das hält keiner aus – darum sind die Menschen in Kriegsgebieten auch für den Rest ihres Lebens traumatisiert und niemand hilft ihnen, diese Traumata zu verarbeiten!! – sondern sie machen empfindlicher, mitfühlender (nicht zu verwechseln mit dem Mitleid, das ich für falsch und schädlich halte) für das Leid meiner Mitmenschen.

        Mir fällt da Jesus ein: „Was ihr dem geringsten meiner Brüder (und Schwestern) antut, das tut ihr mir an“ – oder so ähnlich. Damit ist gemeint, nicht unempfindlich für das Leid der anderen Menschen zu werden, weil sie ja so weit weg sind. Sie sind tatsächlich gerade einen Gedanken, eine Träne weit von mir entfernt. Das Leid der anderen muss immer auch mein Leid sein. Nur dann kann es überwunden werden.

        Es gibt nur eine Menschheit und wir hängen alle zusammen und voneinander ab. Da hat niemand das Recht zu sagen, denken, fühlen: Das ist ja so weit weg, das betrifft mich nicht. Doch, es betrifft mich – und zwar ganz unmittelbar!

        KenFM hat in einer seiner Sendungen diesen Zusammenhang sehr schön deutlich gemacht, habe ich übrigens auf einem Blog gefunden (war das hier?)

        • fischi

          An dem Abend des 11.09. habe ich mir damals überlegt wen nützt das.
          Das haben wir ja seit dem gesehen.
          Mein größter Traum, mal quer durch Amerika mit dem Wohnmobil zu fahren habe ich genau da auch aufgegeben.

  16. fischi

    Guttenberg ist ebend ein Schauspieler und dazu auch noch ein Adliger.
    Viele Leute habe ich gefragt als er gehen mußte, was sie davon halten.
    Erstaunlicher Weise war er für die meisten ein guter Politiker der alles anders und besser macht wie die anderen.
    Auf die Frage warum gab es aber die unterschiedlichsten Meinungen.
    Z.B.
    Der hat genug Geld und ist nicht käuflich.
    Der hat gute Manieren und ist ein Vorbild für andere.
    Der hält nichts hinterm Berg und steht immer Rede und Antwort.

    Es ist schon erstaunlich was PR so bewirkt.

    In Amerika können Schauspieler sogar Präsident oder Gouverneur werden.

  17. @Peter Petereit

    Ich hätte „gruselig“ gesagt.

    Das ist das korrekte und von allen anerkannte Deutsch. Was natürlich niemand wissen kann, ich aber manchmal schon fast automatisch nutze, sind Wortschöpfungen meiner Tochter, die mir oft treffender als die „eingebürgerten“ und „anerkannten“ Worte sind.

    Das Substantiv zu „gruselig“ ist „Grusel“. Das ist, wie zum Beispiel hier, zu zahm und trifft nicht genau. Die Eigenschöpfung meiner Tochter kommt von „Grausen“ und ist eine Steigerung des „Grusel“. Davon hat sie dann „grauslig“ abgeleitet, wozu es kein Adjektiv gab – bis meine Tochter es gebildet hat🙂

  18. King Nothing

    Apropos „Faszination Adel“ … einfach mal den Auftritt von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis bei „Pelzig hält sich“ anschauen. Vielleicht kann man so den einen oder anderen davon kurieren:

    Darin sagt sie u.a. daß der Herr Guttenberg schon seine Frau umlegen müßte, um in seinen Kreisen in Ungnade zu fallen. Ich fürchte fast, da sieht es beim „Pöbel“ nicht viel anders aus. Aber auch die anderen Äußerungen etwa zum Thema Finanzkrise oder Reichensteuer sind echt Brüller. Solche Leute braucht bei uns in Deutschland wirklich niemand.

    Deswegen kann ich die Faszination für den Adel auch absolut nicht nachvollziehen. Die meisten davon haben in der Vergangenheit nichts anderes geleistet, als das Vermögen ihrer Vorfahren zu erben, das diese auf Rücken ihrer Untertanen durch Ausbeutung und Enteignung angesammelt haben. Und dafür bekommen diese Menschen dann auch den roten Teppich ausgerollt und werden bewundert? Für was denn eigentlich? Kein Wunder, daß sich viele für etwas besseres halten und meinen, für sie würden andere Maßstäbe gelten. Eben so wie der Herrn Guttenberg. Und das Volk bejubelt sie dafür auch noch.

  19. fischi

    Dann seht euch doch einfach mal die Einschaltquoten bei einer Adelshochzeit an. Ist mir total unverständlich aber sowas bricht alle Recorde.
    Aber die sowas gut finden ist nicht nur das einfache Volk.
    Keine Ahnung warum, die Monarchie ist nun schon so lange abgeschafft aber gewisse Leute sehnen sich immer noch danach.

    • Das ist normal. In unsicheren und unübersichtlichen Zeiten sehnen sich die Menschen nach Sicherheit und Geborgenheit. Das finden sie (scheinbar) in der guten alten Zeit. Sie vergessen dabei leider, dass es auch in der Monarchie den meisten Menschen seeeeeeehr mies ging.

      Es gibt auch kaum Geschichten über das Leben der Leibeigenen in der Monarchie, aber sehr viele über Aschenputtel, die ihren Traumprinzen geheiratet hat. (Wer sich Aschenputtel genau anschaut, stellt schnell fest, dass sie adlig war). Nach dem Prinzip Aschenputtel sind heute alle „Königshochzeiten“ inszeniert, auch die letzte und bei genauerer Betrachtung ist die Braut keine „Bürgerliche“, wie es verbreitet wurde, damit das Bild Aschenputtel stimmt, sondern entstammt dem Hochadel (d.h. sie entstammt einem Königsgeschlecht). Dieselbe Geschichte hatten wir bei Diana, übrigens. Muss man natürlich schon mal ein bißchen genauer hingucken…

      Für die Menschen in solch‘ unübersichtlicher und unsicherer Zeit ist es einfacher, sich etwas zu wünschen, was Geborgenheit und Übersichtlichkeit verspricht und schon bekannt ist, als etwas völlig Neues, noch Unbekanntes zu wagen, was noch mehr Unsicherheiten und Unübersichtlichekeit birgt als das Leben jetzt. Das wird natürlich von den Meinungsmachern der jetzt Herrschenden ausgenutzt und solche „Traumprinz-Hochzeiten“ werden massenwirksam in Szene gesetzt. Wer wegen einer Prinzessin heult und zerfließt, geht schließlich nicht auf die Straße, um zu demonstrieren.

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