GAR – Gemeinsames Abwehrzentrum gegen Rechtsextremismus

17.12.2011 – Gestern hat Bundesinnenminister Friedrich in Berlin das Gemeinsame Abwehrzentrum gegen Rechtsextremismus (GAR) eröffnet. An zwei verschiedenen Standorten (Köln und Meckenheim bei Bonn) sollen rund 140 Beamte verschiedener Behörden die rechtsextremistische Szene überwachen.

Ist mit der Gründung des „GAR“ die unterstellte Blindheit der Behörden gegenüber rechtsextremistischen Straftaten überwunden oder handelt es sich um politischen Aktionismus, mit dem der Minister hauptsächlich dem Vorwurf der Untätigkeit entgehen will?

„Die Polizei darf alles machen“

Eines vorweg: Bei dem „Gemeinsamen Abwehrzentrum gegen Rechtsextremismus“ handelt es sich nicht um eine neue Behörde sondern lediglich um eine Plattform, auf der bereits bestehende Behörden zusammentreffen, um sich über Erkenntnisse aus der rechtsextremen Szene auszutauschen.

Das GAR besteht aus rund 140 Beamten verschiedener Behörden, hierunter die Landeskriminalämter, das Bundeskriminalamt, die Bundespolizei, Europol, die Bundesanwaltschaft, die Landesbehörden für Verfassungsschutz, das Bundesamt für Verfassungsschutz, der militärische Abschirmdienst und der Bundesnachrichtendienst. Im Rahmen täglicher Meetings wollen die Beteiligten die rechte Szene künftig gemeinsam durchleuchten und Gewalttaten besser vorbeugen und bekämpfen.

Um nicht in Konflikt mit dem sogenannten Trennungsgebot zwischen Polizei und Geheimdienst zu geraten, operiert das GAR von zwei verschiedenen Standorten aus, die strikt getrennt bleiben sollen. Die Polizeikräfte arbeiten von Meckenheim bei Bonn aus, die Geheimdienste bleiben in ihrer Kölner Zentrale.

Hierzu Heinz Fromm, der Chef des Verfassungsschutzes bei der Eröffnung des GAR:

„Die Polizei darf alles machen, aber nicht alles wissen. Wir dürfen alles wissen, aber nicht alles tun.“

Gibt es ein Trennungsgebot?

In Deutschland geht man im Allgemeinen davon aus, dass eine enge Zusammenarbeit von Polizei und Geheimdiensten gesetzlich verboten ist. Obwohl es gute Gründe gibt, die für ein solches Trennungsgebot sprechen, sind die bestehenden Regelungen keineswegs eindeutig.

Ab 1933 hat die geheime Staatspolizei (Gestapo) im nationalsozialistischen Deutschland sukzessive die Rolle einer politischen Polizei übernommen. Hierzu wurde sie mit weitreichenden exekutiven Befugnissen ausgestattet und war nicht an das „geltende Recht“ gebunden. Die Folgen sind bekannt.

Per „Polizeibrief“ vom 14. April 1949 machten die Militärgouverneure der westdeutschen Besatzungszone dem verfassungsgebenden parlamentarischen Rat verschiedene Vorgaben, die verhindern sollten, dass in Deutschland erneut eine übermächtige, politische Geheimpolizei entstehen kann.

Hierzu wurden zunächst die Befugnisse einer zu gründenden Bundespolizei (später Bundeskriminalamt (BKA) und Bundesgrenzschutz (BGS)) einschränkend definiert. Weiterhin wurde ausgeschlossen, dass die Bundespolizei gegenüber den Landespolizeibehörden weisungsbefugt ist.

Genehmigt wurde die Einrichtung einer Stelle zur Sammlung und Verbreitung von Informationen über umstürzlerische Tätigkeiten (später Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV)). Diese Behörde sollte jedoch keine polizeilichen Befugnisse erhalten.

Zwar flossen die Vorgaben der Militärgouverneure in das Grundgesetz ein. Allerdings fehlt es hier an Eindeutigkeit. Im Rahmen einzelner Entscheidungen hat das Bundesverfassungsgericht insofern mehrmals darauf hingewiesen, dass sich ein Trennungsgebot zwar aus der Verfassung ergeben könne. Aufgrund „fehlender Relevanz“ wurde durch das Gericht jedoch nicht abschließend und verbindlich hierüber entschieden.

Von daher beruht das unterstellte Trennungsgebot auf einzelnen Gesetzen, wie zum Beispiel dem Bundes-Verfassungs-Schutz-Gesetz (BVerfSchG). Aus diesem einfachgesetzlichen Recht ergibt sich ein Trennungsgebot aus drei unterschiedlichen Gesichtspunkten.

 

Funktionelle Trennung

Polizei und Verfassungsschutz erfüllen verschiedene Aufgaben. Während die Polizei für Gefahrenabwehr und Strafverfolgung zuständig ist, beschäftigt sich der Verfassungsschutz mit der Gewinnung von Informationen über Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung.

Zwischen beiden Funktionsbereichen gibt es Berührungspunkte und Überschneidungen.

 

Kompetenzielle Trennung

Gemäß Gesetz ist dem Verfassungsschutz der Einsatz polizeilicher Mittel untersagt. Hieraus könnte man schließen, dass umgekehrt auch gilt, dass die Polizei keine nachrichtendienstlichen Befugnisse hat.

Das trifft jedoch nicht zu. Im Rahmen ihrer Zuständigkeiten und Kompetenzen ist die Polizei nämlich zum Einsatz nachrichtendienstlicher Mittel berechtigt.

 

Organisatorische Trennung

Der Verfassungsschutz darf keiner polizeilichen Behörde angegliedert sein und umgekehrt. Organisatorisch müssen beide Behörden also grundsätzlich getrennt voneinander operieren.

Letztlich beschränkt sich das ursprünglich als essentiell angesehene Trennungsgebot also darauf, dass Verfassungsschutz und Polizei nicht innerhalb einer gemeinsamen Organisationseinheit geführt werden dürfen.

 

Dieser gesetzlichen Vorgabe wurde im Rahmen der gewählten Organisationsform für das GAR Rechnung getragen, indem Verfassungsschutz und BKA von verschiedenen Orten aus arbeiten (Meckenheim und Bonn) und sich, im wöchentlichen Wechsel der jeweiligen Dienststellen, täglich zur Koordination ihrer Arbeit treffen.

„Rechtsextremismus im Visier“

Im Rahmen der Gründungsveranstaltung des „Gemeinsamen Abwehrzentrums gegen Rechtsextremismus“ begründet Heinz Fromm, Chef des Verfassungsschutzes, die Notwendigkeit der neuen behördlichen Plattform so:

„Vor allem den militanten Rechtsextremismus muss man sehr viel genauer ins Visier nehmen als in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten.“

Mit dieser Aussage wird zunächst der Vorwurf gegenüber Ministerien und Ermittlungsbehörden bestätigt, rechtsextremistische Gewalt bislang nicht ernst genug genommen und nicht entschieden genug bekämpft zu haben. Dies war von führenden Innenpolitikern und auch vom Innenminister in den letzten Wochen immer wieder bestritten worden.

So hatte Hans-Peter Friedrich noch im November auf entsprechende Vorwürfe der Opposition, die Behörden seien bei der Bekämpfung von Extremismus auf dem rechten Auge blind, gesagt:

„Überall, wo diese Bedrohungen stattfinden, ist die Polizei da.“

In einer gemeinsamen Recherche haben „ZEIT“ und „Tagesspiegel“ in Deutschland insgesamt 138 Todesopfer rechter Gewalt in den vergangenen 20 Jahren ermittelt. Die renommierte Amadeu-Antonio-Stiftung spricht sogar von mehr als 180 Opfern. Bundesregierung und Polizei zählen dagegen nach wie vor 48 Tote.

Es stellt sich die Frage, wie es Journalisten und Stiftungen gelingen konnte, ohne jeglichen Einsatz von nachrichtendienstlichen Mitteln, ohne Polizeibefugnisse und ohne staatliche Unterstützung ein zutreffenderes Bild von den Folgen rechten Terrors zu zeichnen und zu veröffentlichen, als es dem Staat und seinen Behörden gelang.

Seit der Aufdeckung der Zwickauer Terrorzelle nimmt die Polizei, ohne Vorratsdatenspeicherung, Verbunddateien oder das erst jetzt gegründete GAR, fast täglich weitere Verdächtige fest, die in das terroristische Netzwerk verstrickt sind. Plötzlich besteht scheinbar die Bereitschaft, über ein erneutes NPD-Verbot nachzudenken und erstmalig sind die Regierung und ihre Behörden bereit, sich ernsthaft mit den Gefahren des rechten Terrorismus auseinander zu setzen.

Der politische Wille

Es wird deutlich, dass diese Bereitschaft nicht auf zusätzlichen Befugnissen, Behörden, Plattformen oder technischen Verfahren beruht sondern ausschließlich auf dem politischen Willen, sich mit dem Rechtsterrorismus zu beschäftigen.

Das Innenministerium nutzt die hohe Erwartung von Öffentlichkeit und Medien, um jetzt staatliche Befugnisse durchzusetzen, denen sich die Bevölkerung bislang mit gutem Grund versperrt hat. Hans-Peter Friedrich setzt auf eine stärkere Überwachung im Internet, auf eine engere Zusammenarbeit genau jener Behörden, deren Verstrickung in die rechte Szene nach wie vor nicht aufgeklärt ist und setzt den rechten Terror erwartungsgemäß als Argument für die umstrittene Vorratsdatenspeicherung ein.

Die jetzt installierten Kontroll- und Überwachungsbefugnisse sind unter grund- und bürgerrechtlichen Gesichtspunkten höchst bedenklich. Der Innenminister nutzt zu ihrer Durchsetzung eine Atmosphäre, in der sich natürlich niemand ernsthaft gegen die Bekämpfung des rechten Terrors in Deutschland stellen will.

Damit wehrt er den Vorwurf der Untätigkeit ab, signalisiert vordergründig den Willen, gegen rechte Terroristen zu kämpfen und setzt Polizei- und Behördenbefugnisse durch, die unter „normalen“ Umständen in der Bevölkerung keine Mehrheiten finden würden.

Ohne den ernsthaften politischen Willen zur Bekämpfung von Rechtsextremismus in unserer Gesellschaft werden die jetzt ergriffenen Maßnahmen ergebnislos bleiben. Einmal durchgesetzt und installiert, lassen sich die neuen Befugnisse und Strukturen allerdings auch gegen jede andere Bevölkerungsgruppe einsetzen. Grund genug, die Maßnahmen kritisch zu bewerten und sich vor die Frage zu stellen, ob nicht die bestehenden Instrumente zur Gefahrenabwehr und Strafverfolgung bereits seit Jahren ausgereicht hätten, wenn nur der politische Wille zum Kampf gegen Rechts vorhanden wäre.

 

22 Kommentare

Eingeordnet unter Innenpolitik, Politik, Rechtsextremismus, Sicherheitspolitik

22 Antworten zu “GAR – Gemeinsames Abwehrzentrum gegen Rechtsextremismus

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  3. Danke Jacob, good work! Kennst du das Protokoll der Innenausschusssitzung zu den Nazi-Morden ?
    Innenminister Friedrich Innenausschuss [58. Sitzung am 21.11.2011 – Nichtöffentliche Sitzung]: „Ein Weiteres, was dringend notwendig ist:
    Wir haben in § 6 des Bundesverfassungsschutzgesetzes eine Aufteilung zwischen gewalttätigen Extremisten und nichtgewalttätigen Extremisten. Diese Aufteilung führt dazu, dass unterschiedlich breite Informationen
    und Hintergrundinformationen über die jeweiligen Extremisten geführt werden. Wir halten diese Aufteilung für nicht mehr zeitgemäß und sind der Meinung, dass das Informationssystem NADIS-neu allen Behörden den
    Möglichkeiten gibt, Einblick zu nehmen und die Hintergrundinformationen über Extremisten möglichst schnell umzusetzen. Auch für die Änderung von § 6 Bundesverfassungsschutzgesetz würde ich Ihnen schon in der nächsten Woche erste Formulierungen vorlegen; im Grunde könnten wir
    das auch heute schon machen.“

    Warum die Polizei bei der Ermittlung gegen die offensichtlich gewalttätigen Rechtsterroristen der Zwickauer Zelle vom Verfassungsschutz behindert wurde, erklärte Friefrich nicht.
    http://machtelite.wordpress.com/2011/11/21/der-suizid-von-bohnhardt-und-mundloswas-geschah-am-4-11-in-eisenach/

  4. Peter Petereit

    Eine Klare Zusammenfassung der Fakten. Konnte ich so noch nirgendwo lesen. Chapeau…
    Ich unterstelle, daß der politische Wille, konsequent gegen Rechtsextremismus vorgehen zu wollen, nach wie vor fehlt. Die Namen der sogenannten „NSU-Unterstützer“, die nach und nach medienwirksam festgenommen werden, sind defacto von Anfang an bekannt. Es ist so, als wolle man allen Beteiligten genügend Zeit zum Spurenverwischen einräumen und insbesondere den involvierten Behörden ermöglichen, ihren Aktenbestand auf den „gewünschten“ Stand zu bringen… Ich sehe keine sichtbaren Anzeichen dafür, dass man bezüglich VS, BKA oder LKA’s irgendwelche Konsequenzen zieht, vielmehr wird der Bock zum Gärtner gemacht… Ich teile die z.B. in der JW geäußerte Besorgnis:
    http://www.jungewelt.de/2011/12-15/049.php
    Vor geraumer Zeit wurden Gerd Bastian und Petra Kelly tot in ihrem Haus aufgefunden. Ca. 14 Tage nach Eintritt des Todes. Beihnahe zeitgleich war für die damaligen „Ermittler“ die Todesursache klar, Bastian hat erst Kelly erschossen, dann sich selbst… Die Beiden waren 14 Tage tot… Kann sich jemand vorstellen, wie die Beiden ausgesehen haben mögen? Ich kann’s.
    Die Parallele zur „Todesursache“ der Beiden verkohlten Menschen im Wohnmobil gibt mir zu denken…
    Aber, das nur am Rande, Jacob.

  5. Peter Petereit

    P.S.:Diesmal hat’s mit den 5 Sternchen beim „Freitag“ geklappt…

  6. Peter Petereit

    Guten Morgen, JJ…
    Folgendes habe ich grad in Deinen „Freitagsblog“ reingestellt:

    Wenn man „älter“ wird, muß man „öfter mal raus“. So ging es mir um 03.00 Uhr, Nachrichtenzeit bei „D-Radio Kultur“, dem einzigen Sender, den ich mir noch antue:

    Sonntag, 18. Dezember 2011 03:00 Uhr
    Zeitung: Verfassungsschutz finanzierte Neonazi-Trio falsche Pässe

    Der Thüringer Verfassungsschutz hat einem Pressebericht zufolge dem Zwickauer Neonazi-Trio im Jahr 2000 Geld zukommen lassen. Dies habe ein Mitarbeiter am 6. Dezember vor der geheim tagenden Kontrollkommission des Landtages in Erfurt ausgesagt, schreibt die Zeitung „Bild am Sonntag“. Demnach stellte der Geheimdienst der Terrorzelle über Mittelsmänner mehr als 2.000 D-Mark für gefälschte Pässe zur Verfügung. Der Verfassungsschutz habe gehofft, dadurch Hinweise auf den Aufenthaltsort sowie die Tarnnamen der Rechtsextremisten zu erhalten. Dem Neonazi-Trio werden zehn Morde zur Last gelegt.

    Hier sind wir mittendrin im „Wahnsinn“…
    Stimmt die Meldung so, wie hier zitiert, dann sind unsere Verfassungsschützer entweder dermaßen inkompetent, dass es zum Himmel schreit -oder- Unterstützer der Terrorzelle.
    Ich neige zu zweiterer Annahme.
    Warum?
    Ich benutze mal die „Ich – Form“ und meine damit den VS:

    a) Ich weiss um das abgetauchte Trio.

    b) Ich kenne „Mittelsmänner“, die das auch wissen und auch wissen, wohin das Trio abgetaucht ist.

    c) Ich gebe den „Mittelsmännern“ „mehr als 2000 DM“ (ein nach oben offener Betrag) für falsche Papiere, nicht die Papiere selbst (wäre kein Problem für mich), denn dann wüßte ich die Tarnnamen ja schon.

    d) Ich folge keinesfalls der „Spur des Geldes“ oder der Spur der Mittelsmänner, dann würde ich das Vertrauen der „Mittelsmänner“ arg enttäuschen.

    e) Mal wieder Pech gehabt. Was soll’s… Werd‘ mal den „kleinen Adolf“ anrufen, wie’s ihm so geht…

    P.S:
    In den 04.00 Uhr – Nachrichten gibt es o.g. Meldung bereits nicht mehr.

    Soviel zu meinen Zweifeln an der Wirksamkeit des „GAR“. Er ist schlicht
    „Vertuschung 2.0“

  7. Peter Petereit

    Da ich ohnehin nicht mehr einschlafen konnte, hab ich mich mal rasch der Vorratsdatenspeicherung angenommen:
    http://www.freitag.de/community/blogs/pedrei/vorratsdatenspeicherung-warum-darum
    L.G. PP

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  10. K.S.

    Ich halte diese neue Plattform zum Datenabgleich- und austausch um dem Rechtsextremismus vorzubeugen und zu bekämpfen, für eine Scheinplattform, erst recht, nachdem ich den Artikel von PP gelesen habe.

    Ich weiss jetzt nicht mehr genau, wo ich bei JJ den Vergleich mit den linken Autoanzündern und Rechtsextremisten gelese habe – möchte aber dazu was sagen. Da niemand weiss, wer diese Autoanzünger sind, denn keiner ist bisher gefasst worden, ebensogut könnten es rechte oder ganz andere sein, solche, die gerne ein neues Auto hätten, brave Jungs die von ihren reichen Eltern frustiert sind, Schülergruppen die Mutproben starten, ist es ehrlicher, von unbekannten Tätern zu sprechen, als es linken Gruppen in die Schuhe zu schieben. Denn wenn der Anfang schon unehrlich ist, wie soll dann das Ergebnis sein?

  11. batico

    Also, ich denke, dieses GAR ist maximal mal wieder HALB-GAR, wobei „HALB“ wohl soviel wie „Hinterhältiges Ablenkungsmanöver Lügender Barone“ heissen könnte.

  12. King Nothing

    Es ist doch wirklich schon egal, welche Sau gerade mal wieder medial durchs Dorf getrieben wird … die Folgen sind immer die gleichen: die Vorratsdatenspeicherung muß wieder her, das Internet ist die Ausgeburt des Bösen und überhaupt brauchen staatliche Stellen einfach weitreichendere Befugnisse. Und weil diese uns ja auch nur beschützen wollen, ist es auch nicht weiter schlimm, daß wir dafür immer mehr Kontrolle und Überwachung und immer weniger Freiheiten und Bürgerrechte bekommen.

    Aber daß man sich jetzt auch für den angeblichen Kampf gegen Rechts eben diesen Mitteln und Wegen bedient, die damals in noch nicht allzu ferner Vergangenheit auch den Nazis willkommene Werkzeuge waren, um in Deutschland einen totalitären Staat zu errichten, ist besonders perfide und geradezu widerlich.

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  15. Nathalie

    Kurze Frage: Richtet sich dieses Zentrum nur gegen Nazis(tm) oder werden endlich auch mal importierte Rassisten und Faschisten wie die türkischen Grauen Wölfe stärker beobachtet und bekämpft? Da sucht man Claudia Roth, die Grünen und ihre Gegendemonstrationen nämlich vergeblich.

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  17. SPD-Fan

    Die Analyse aus den von Seiten der Polizei und offiziellen Presse doch recht gefilterten Fakten ist sehr gut. Zwei Frage stelle ich mir:
    1. Was an Gesetzesverschärfungen soll nun wieder durchgepeitscht werden?
    2. Ab wann gilt wieder die Kampagne der Einzeltäter?
    Die Analyse von H.L. Gremliza in der KONKRET zeigt die Kontinuität der faschistischen und neofaschistischen Heimat in der Legislative, Exekutive und Judikative auf. Ich möchte daher an Emil Julius Gumbel erinnern „Auf der Suche nach Wahrheit“. Wer das im Kontext liest weiß: Alles was diese Spooks erzählen ist die reine Lüge!

  18. Aktionismus statt Aufklärung – Der neue staatliche „Kampf gegen Rechts
    Die Ämter für Verfassungsschutz hatten massgeblichen Anteil daran, dass das „Terror-Trio“, das sich selbst „Nationalsozialistischer Untergrund“ nannte, 1998 abtauchen konnte und bis zum November 2011 unentdeckt blieb. Für ihr Versagen werden sie nun mit dem Ausbau ihrer Macht belohnt.
    Quelle: Bürgerrechte & Polizei/CILIP 99 (2/2011) [PDF – 37.7 KB]

    http://www.grundrechtekomitee.de/sites/default/files/Cilip_NSU.pdf

  19. Nocturne

    Bei allen Willenserklärungen der Politik und den Bekenntnissen einzelner oder von Gruppen von Personen verstehe ich eines nicht: in öffentlich zugänglichen Foren: YAHOO Nachrichten, T-Online Nachrichten, Free-Net und vielen anderen, schaffen rechts orientierte Kommentatoren ein Meinungsbild das annehmen lässt, dass es eine tief in den Gesellschaft verankertes braunes Meinungsbild gibt. Die Stossrichtung ist klar; man möchte Präsenz zeigen, braune Meinung etablieren und gesellschaftsfähig machen, denn der Mensch ist ein Herdentier und folgt der Masse. Nicht umsönst hat die Firma HBGary dem CIA eine Software angeboten um über künstliche Accounts in sozialen Medien Meinungsbilder in der Öffentlichkeit zu schaffen und zu manipulieren (Quelle: Heise, nach HBGary suchen). Was in den USA Fkition war, ist hier und heute real. Zu jedem, auch nur am Rande, politisch gefärbten Thema setzen Kommentatoren Texte ab, mit zum Teil strafwürdigen Inhalt, um rassistische, antisemitische und antidemokratische Propaganda zu verbreiten. Die von den Rechten verwendeten Techniken erinnern dabei fatal an die HBGary Story: multiple Accounts um Masse vorzutäuschen und Bewertungen zu beeinflussen, ständiges Wiederholen von Falschinformationen, Herunterbeten unbewiesener und zum Teil offensichtlich erlogener ‚Fakten’… das Ganze macht einen gut organisierten Eindruck.

    Dagegen vorgehen kann weder der Staat, noch der Provider (ohne die genannten Foren zu schliessen oder Kommentare zu sperren), das kann nur die Gesellschaft – Wir! Kommentieren von Artikeln zu rechten Untaten bleibt ein Lippenbekenntnis solange sich die rechte Szene frei und ungehemmt in freien Foren tummeln darf und nach Gefolgschaft angeln kann. Ich fordere jeden auf, der es Ernst meint mit seiner Demokratischen Gesinnung in den Genannten Foren Stellung zu beziehen. Leider muss man den rechten Aktivisten zugestehen, das sie schon früh verstanden haben was Christoph Lauer von den Piraten bei Anne Will zur Nutzung des Internets formulierte.

  20. Nocturne

    Leute wehrt euch! Überlast Rechts nicht die Hoheit über Meinungsbildende Medien, so krude sie auch scheinen mögen! Kommentiert, stellt richtig, TUT WAS, es ist unser Land, unser Internet, unsere Freiheit

  21. Ein Abwehrzentrum gegen Rechtsextremismus. Schön und gut und trallalla.
    Fing das scheinbar mit einen brennenden Wohnbobil an und zwei Tote usw?
    Bis durch die letzten verstaubten Winkel getönt und eine riesige Sau läuft durchs Dorf. Natürlich ist meine Trauer begrenzt, wenn sich eine Glatze freiwillig dem Genpool entzieht.
    Dieses plötzlich Antirechts und schwupps werden berüchtigte Morde geklärt, über die früher bereits gern berichtet wurde. Dieser Laborfehler mit den Stäbchen gehörte zufällig auch dazu.
    Unbestritten. Jeder Geschichtsakrobat im Knast macht die Welt ein bißchen schöner. Doch die Volkstönende Ankündigung über ein Abwehrzentrum, verstärkte Zusammenarbeit etc (wir stehen klatschend daneben, geht es doch schlißlich um „unseren Feind“) nervt mein Mißtrauen:
    Wenn die jetzt tatsächlich erst wirklich üben und lernen, ganz offen und bejubelt. Falls sie ihre Techniken verbessern sollten, oder Strafverfolgung im Internet, Daten effektiver nutzen, oder gar koordinieren. Dann ist das sicher hervoragend, weil es schließlich gegen die Bösen geht.
    Aber wenn ich mir eine Keule schnitze, ist zunächst egal, wenn ich ZUERST treffe.

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