Der Präsident nervt

5.1.2012 – Als politischer Blogger ist man in den letzten Wochen hin- und hergerissen: Fast jeden Tag gibt es neue Berichte, weitere Enthüllungen und kleinschrittige Details über den angeschlagenen Bundespräsidenten und seine Affäre. Soll man sich selber regelmäßig hierzu äußern und, wie große Teile der deutschen Presse, den „Run auf Bellevue“ mitmachen oder sich lieber heraushalten und abwarten?

Wir erleben einen Christian Wulff, der sich mit Verzweiflung am Amt festhält. Über einen Rücktritt will er in den vergangenen Wochen nicht einmal nachgedacht haben. Medien, Opposition und auch Teile der Regierung sind kurz davor, endgültig die Geduld mit  dem Mann zu verlieren, der eigentlich die politisch routinierte Antwort auf Horst Köhler sein sollte. Aber könnte man ihn gegen seinen Willen überhaupt loswerden?

Vom Kämpfer zum Pudel

Gestern Abend nahm die Affäre um Wulffs Person und Amtsverständnis ihren vorläufigen Höhepunkt. Im Doppelinterview stellte sich der Bundespräsident 21 Minuten lang den Fragen der Chefredakteure Ulrich Deppendorf (ARD) und Bettina Schausten (ZDF).

Neue Erkenntnisse ergaben sich aus dem vordergründig kontrovers inszenierten Gespräch nicht. Jeder der drei Gesprächsteilnehmer agierte und reagierte exakt so, wie man es erwartet hatte. Die Fragen der beiden Journalisten wurden zwar in forderndem Ton und ohne erkennbare Demut vor dem Präsidenten vorgetragen. Ihr Inhalt entsprach jedoch allem Anschein nach dem, was man im Vorfeld mit dem Bundespräsidialamt abgesprochen hatte.

Christian Wulff selber wechselte für das Gespräch das Rollenfach. Hatte er sich bei seiner ersten öffentlichen Erklärung noch kämpferisch und selbstbewusst gegeben, so schlüpfte er gestern in die Rolle des gekränkten Staatsoberhauptes, das die Menschenrechte für sich reklamiert, darauf besteht, zwar Fehler gemacht aber doch nicht Unrecht getan zu haben und für sich in Anspruch nimmt, bis zum Ende der offiziellen Amtszeit Präsident zu bleiben.

Aus kostenlosen Urlaubsaufenthalten auf den Luxusanwesen vermögender Gönner wurden Übernachtungen im Gästezimmer von Freunden, aus dem Versuch, die Presse unter Druck zu setzen wurde die Bitte um einen kleinen Aufschub, zum Schutz der eigenen Familie. Und die Taktik, immer nur das zuzugeben, was ohnehin schon in die Öffentlichkeit gedrungen ist, erklärte Wulff schließlich zum verantwortlichen Abarbeiten von 400 Anfragen an ihn und seine Anwälte.

Der Präsident räumte, wie schon zuvor, zwar Fehler ein. Die Entschuldigung hierfür richtete sich jedoch nicht an die Bürger, die er zu vertreten hat sondern eher an die Freunde, die durch seine Affäre jetzt in der Öffentlichkeit stehen, an den BILD Chefredakteur Kai Diekmann, den er unter Druck setzte und vor allem an sich selber und seine Familie.

Spielen Details noch eine Rolle?

Die Causa Wulff besteht mittlerweile aus drei Teilen. Auslöser und Basis bilden die Enthüllungen über die Finanzierung und spätere Umschuldung seines Hauses. Hinzugekommen sind seine mehrfachen Versuche, die Presse davon abzuhalten, bestimmte Berichte über ihn, seine Familie und seine Freunde zu veröffentlichen.

Die eigentliche Affäre besteht mittlerweile allerdings längst in dem konkreten Umgang des Präsidenten mit den gegen ihn erhobenen Vorwürfen.

Der ganze Fall ist von Tag zu Tag vielschichtiger geworden und umfasst inzwischen unzählige Details. Und natürlich gibt es zu jeder neuen Information auch eine mehr oder weniger schlüssige Erklärung. Es stellt sich nur die Frage, ob es sinnvoll ist, die Affäre tatsächlich detailgetreu zu betrachten, wenn doch im Prinzip längst jeder weiß, womit man es eigentlich zu tun hat:

Christian Wulff hat sowohl während seiner Amtszeit als Ministerpräsident von Niedersachsen als auch in seiner Funktion als Bundespräsident Fehler begangen. Jedem ist mittlerweile klar, dass es sich bei ihm um jemanden handelt, der nicht abgeneigt ist, Vorteile in Anspruch zu nehmen, die ihm als Privatperson nicht zustehen würden.

Der Chef einer Fluggesellschaft würde nicht im Traum auf den Gedanken kommen, mir einen stark vergünstigten Flug zu vermitteln. Carsten Maschmeyer würde mir weder anbieten meine Urlaube auf seinen Anwesen zu verbringen noch mehrere zehntausend Euro in die Vermarktung meiner Publikationen investieren. Und meine Möglichkeit, mich über einen Bericht in der BILD oder der WELT zu beschweren scheitert bereits daran, dass ich nicht im Besitz der privaten Handynummern von Kai Diekmann oder den Vorständen von Springer bin.

Wir müssen uns mit den Details der Affäre nicht mehr befassen, weil doch längst klar ist, dass sie nicht dem entsprechen, was wir mit Recht von einem Bundespräsidenten erwarten, wenn wir dieses Amt überhaupt noch ernstnehmen können und wollen.

Die Geister, die ich rief

Wenn wir uns schon das antiquiert wirkende Repräsentationsamt eines präsidialen Staatsoberhauptes leisten, dann sollte es sich bei dem Präsidenten um jemanden handeln, der in großer Distanz zum politischen Tagesgeschäft über den Verstand und die Weisheit verfügt, Dinge von grundsätzlicher Bedeutung anzusprechen und zu moderieren.

Ein Präsident, der sein Amt vor allem dem Ausfall seines Vorgängers zu verdanken hat, der aus parteipolitischem Kalkül einer machtbezogenen Kanzlerin gewählt wurde und der vielschichtig mit Personen verstrickt zu sein scheint, die wir nur aus der Boulevardpresse kennen wollen, kann den hohen Erwartungen nicht entsprechen.

Das alles war übrigens bereits zum Amtsantritt von Christian Wulff bekannt und es gab ausreichend kritische Stimmen, die das, was wir jetzt erleben, rechtzeitig vorausgesagt haben. Der Bundespräsident führt uns zur Zeit vor, dass wir ihn gegen seinen Willen kaum loswerden können. Wenn Wulff weiterhin nicht zurücktritt, dann bleibt nur der Weg einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht.

Hierzu müssten jedoch zwei Drittel des Bundestages oder des Bundesrates den Vorwurf der vorsätzlichen Verletzung des Grundgesetzes oder eines anderen Bundesgesetzes erheben.

Abgesehen von der höchst unwahrscheinlichen Mehrheit hierfür, weiß Christian Wulff selber, dass ein solcher Schritt rechtlich kaum darstellbar wäre. An dieser Stelle, ganz am Ende des gestrigen Interviews, kann er deshalb wieder selbstbewusst reagieren:

„Ich habe weder jetzt im Amt als Bundespräsident gegen irgendein Gesetz verstoßen noch vorher. Es geht nicht um Rechtsverstöße, sondern es geht um die Frage von Transparenz, von Darlegung, von Erklärung.“

Dass es um Darlegung, Erklärung und Interpretation geht, haben wir alle längst verstanden. Geholfen hat das bisher allerdings nicht.

 

74 Kommentare

Eingeordnet unter Politik

74 Antworten zu “Der Präsident nervt

  1. ollieswelt

    Madame möchte aber nicht… (zumindest kann ich mir das nicht vorstellen). Madame hat ihn ins Amt gehievt…

    Gauck wäre der meiner Meinung nach bessere BP gewesen… aber wer fragt schon mich?😉

  2. Werner Guth

    Die Welt ( die Zeitung meine ich nicht) lacht wieder einmal über Deutschland, Über das Land, dass sich immer so köstlich blamieren kann.

  3. Kennen wir die genauen Hintergründe der BILD-Hatz? Wer weiss, wem der Wulff auf die Füße getreten ist, auch wenn es ihm niemand zutrauen würde. Keinesfalls will ich ihn entschuldigen, letztlich beurteilbar ist das alles nicht für mich. Weder die Nummer von Wulff ist mir geheuer, noch das Verhalten der BILD. Soll er doch im Amt bleiben, vielleicht erfahren so weitere delikate Einzelheiten. Bei einem Rücktritt verschwindet die Causa Wulff zu schnell in der Versenkung.

  4. Endlich bringt ‘mal einer das Amt des Bundespräsidenten ansatzweise auf einen national und international akzeptablen Stand. Konnte man international bisher nur mit Neid auf das Ausland schauen, mit welchen Machenschaften und Unternehmungen PolikerInnen unbeeindruckt in ihren Ämtern bleiben und sie von allen Seiten repektiert bis ihnen huldigend an den Tischen der politischen Repräsentanz Platz nehmen konnten, beginnt die BRD nun endllich aufzuschließen. Zwar können das Sujet der “Verfehlungen” – typischerweise ein Häuslebauerkredit – und die tölpelhaften Interventionen des Herrn Wulff noch nicht so richtig internationales Format aufweisen – man denke nur an Putin, die Kennedys, Berlusconi – aber immerhin zeigt hier jemand guten Willen. Das ist unbedingt zu würdigen.

    Dabei ist bei Wulff nicht mehr und nicht weniger Richtiges im Falschen oder Falsches im Richtigen als bei unseren anderen Laiendarstellern auch. Mal Hand auf’s Herz: Hätten wir uns als Linke nicht schon immer einen Bundespräsidenten gewünscht, der der BILD den Krieg erklärt? Zwar wäre uns ein anderer Anlass sicherlich lieber gewesen, und schön wäre es auch gewesen, die Kriegserklärung auch in gedruckter Form archvieren zu können, aber man kann eben nicht alles haben.

    Übersehen wird in dem allgemeineren Gegeifere von BILD bis zur Süddeutschen auch, dass Wulff durchaus ein demokratietaugliches Format für seine “Erklärungen” gewählt hat: Den öffentlich-rechtlichen Rundfunksanstalten kommt nämlich in einer Demokratie per Gesetz eine besondere Bedeutung zu – das scheint in der empörten Häme über das sogenannte “Staatsfernsehen” irgendwie vergessen zu machen sollen. Auch Bettine Schaußen vergaß, in dem Werbehinweis innerhalb von “heute” auf dieses medienpolitische Detail hinzuweisen. Eine allgemeine Pressekonferenz – wozu sollte die nötig gewesen sein? Das, was es zu gegebener Zeit von den Medien gegolten hätte, aufzuklären, ist längst vorbei – wieso sollte ein Bundespräsident hier eine kostenlose Nachhilfestunde geben? “Investigiert” wurde ja eben nix, sondern Kenntnisse der BILD-Zeitung wurden – fernab jeglichen Informationswillens – zu einem diesem Hetzblatt genehmen Zeitpunkt an die Öffentlichkeit gebracht. Nahezu alle sogenannten seriösen Blätter sind dann angesprungen – wohl in einer Art Überkompensation bisheriger redaktioneller Versäumnisse. Auf die Stilblüten, die dies zeitigte, konnte Wulff zu Recht in seinem Interview süffisant hinweisen.

    Und dieses Interview war Aufklärung in gutem Sinne. Wie es um den Respekt des Bundespräsidenten bestellt ist, wurde in Schaußens Äußerung deutlich, dass “Wulff zur Transparenz getreten werden müsste”. Wulff konnte diese Repektlosigkeit nur “in neu gewonnener Lebensklugheit” demütig über sich ergehen lassen. Ebenso wurde sein “Charakter” deutlich. Zwischen den salbungsvollen Formeln, die er ja nach wie vor beherrscht und seinen Äußerungen in der Sache, die nur desorientierend, dumm und moralisch skrupellos waren, gab es keinerlei Brücke, wie sollte es auch. Diese gerade genannten Eigenschaften heben ihn aber nicht aus der politischen Klasse heraus, sondern ordnen ihn lediglich standesgemäß dort ein – und endlich ergreift ‘mal jemand die Chance, das für jeden nachvollziehbar zumindest im Ansatz durchzuführen. Was soll denn dieses bigotte Ereifern, darüber, dass er – ohne jegliches Schuldbewusstsein (dazu ist er intellektuell wie moralisch unfähig) – einer stinkreichen Unternehmensgattin einen sicheren Hort bietet angesichts der Finanzmarktturbulenzen, bei einer “guten Adresse” ihr Geld zu parken. Die nahezu gesamte politische Klasse nimmt für ähnlich gelagerte Freundlichkeiten in ganz anderer Dimension ganze Volkswirtschaften in Geiselhaft.

    Er erweist dazu ein beachtliches Gespür, der Öffentlichkeit genau so viel zuzumuten, wie ihr derzeit noch gerade erträglich ist. Insofern erfüllt er perfekt Merkels Erwartungen, über seine Fähigkeit, “dem Volk Orientierung zu geben”. Dabei zieht er sie geradezu lausbubenhaft mit geschickter Naivität über den Tisch: Seien Sie mal von einem auf den anderen Tag statt Ministerpräsident von Niedersachsen nun Bundespräsident! Und selbst in der Defensive kann er noch Schaußen zu dem Bekenntnis treiben, dass sie bei Freunden Übernachtungen bezahlt – wie blöd ist das denn! Da sollten wir uns in den nächsten dreieinhalb Jahren noch einiges erwarten dürfen.

    Und die übrige Klasse weiß, was sie an ihm hat. Die kleinlauten Rücktrittsforderungsandeutungen einiger Hinterbänkler und PolikerInnen der zweiten Reihe dienen dem allgemeinen Politiktheater: Die SPD und GRÜNEN nutzen es, um der Regierung an’s Bein zu pissen und sie weiter sturmreif zu schießen. Schließlich steht ja nun eine Wiedergutnachung an: Haben die SPD und die GRÜNEN seinerzeit den “bad-cop”-Job übernommen, den Sozialstaat zu zerstören und Deutschland wieder als Kriegsnation zu etablieren, hat die CDU/CSU/FDP nun ähnliches mit der Inszenierung Groß-Berlins in Europa gemacht. So wie die Christlich-Liberalen daran gut anknüpfen konnten, möchte dies nun die Rot-Grüne Phantom-Koalition – in Regierungsverantwortung weitermachen wie bisher! Da ist Wulff so irrelevant wie Gauck es wäre. Jener lässt sich zurzeit eh’ nicht recht in Szene setzen, weil sein bornierter Antisozialismus nach Norwegen und den NSU-Morden unter Staatsaufsicht sich nicht so gut verkaufen lässt. Außerdem erledigt Frau Schröder diesen Job nun.

    Abgelenkt hat dieses Theater im schlechtesten Sinne wohl kaum zufällig von Wichtigem: von der Euro-Krise, von den Vertuschungen beim Verfassungsschutz und anderen Geheimdiensten, von den katastrophalen Entwicklungen bezüglich der Rückholung des Atomschrotts aus der Asse, von den Kriegsvorbereitungen gegen Iran und bzw. nach neuester USA-Militärdokrin oder Syrien und und und …

    Also: Jedes Volk hat das Staatsoberhaupt, das es verdient. Genau darum muss Wulff im Amt bleiben!

  5. Roman

    Es ist sehr grausam für mein Empfinden, was hier bei uns im Land passiert. So werden Politiker schon längst nicht mehr an Ihrer Arbeit gemessen sondern an solch unnützem Schotter wie diesem. Sicher sind sie größtenteils selobst daran schuld, hat man doch die letzten Jahre immer mehr den Eindruck, dass die Politik bei uns ein Endlager ist für Quatschköpfe, die in der realen Wirtschaft nix verloren haben. Hiervon möchte ich jedoch Herrn Wulff ausgenommen wissen. Über seine politischen Aktivitäten kann man ja unterschiedlicher Auffassung sein, ihn jedoch so unwürdig durch gewisse Medien zu diskreditieren und z. B. als „Milchbubi“ zu beschimpfen ist mehr als aussagekräftig wie weit unsere Gesellschaft inzwischen verkommen ist. Auch die öffentlich rechtlichen, wer das Interview gesehen hat wird mir da sicherlich im allgemeinen zustimmen, sind hier keinen Deut besser. Sehr daneben fand ich wieder einmal Frau Schausten, Kommentar hierzu spare ich mir. Was will man mit dieser Kampagne denn eigentlich erreichen? Wer etwas im Netz forscht wird sicher ein paar Antworten darauf finden, wem Herr Wulff unangenehm geworden ist.

    • hajomueller

      Wie die Presse mit Herrn Wulff umspringt, ist für mich nicht entscheidend. Dass er aber jeglichen Kontakt mit der Realität verloren hat indem er meint, er hätte dem Amt des BP wieder mehr Gewicht verschafft und Betrüger wie Herrn Maschmeyer zu seinen Freunden zählt, biegt mir die Zehennägel nach oben. Dass dem deutschen Michel das egal zu sein scheint, macht die Sache nur noch schlimmer. Von Jahr zu Jahr geht es in dieser Gesellschaft weiter bergab.

      • Roman

        Leider Gottes sind ja nun mal die Maschmeiers von heute unser Maß der Dinge. Die Leute, die am erfolgreichsten auf Kosten vieler Erfolg haben, also den Kapitalismus als solchen verstanden haben, sind die Helden der Nation und das meist im Rahmen der Gesetzgebung. Vorbei die Zeit in denen Philosophen bzw. Dichter und Denker die Größen der Nationen waren. Aber das ist wohl ein anderes Thema.

        MfG😉

    • anti.bild

      Wie weit ist es gekommen das man einer Gossenzeitung mehr glaubt,als einen Bundespräsident,auch wenn er fehler hat.Es wäre angesagt die moralkeule weg zu legen. Es gibt wichtigeres.

  6. Der Präsident nervt weiter und heult auch noch.
    Wulff rief mehrere Springer Verantwortliche an und drohte mit Strafanzeige. Der Präsident inszenierte eine menschelnde Mitleidstour vor zwei Hofberichterstattern des Öffentlich Rechtlichen Fernsehens und
    wiederholte seine Ausflüchte und Unwahrheiten zu der offensichtlichen Verquickung von Amt, Privatem und Wirtschaftsprominenz. RWE-Boss Jürgen Großmann hielt in der Norddeutschen Landesbank Hannover die Laudatio anlässlich der Veröffentlichung der Wulff-Biographie „Besser die Wahrheit“, kaufte 2500 Exemplare und verschenkte sie als Gratiswerbung für Wulff.  Mehrere Urlaube in den Luxusdomizilen befreundeter Unternehmer (Geerkens, Baumgartl [Talanx Versicherungen], Maschmeyer [AWD Finanzdienstleister], die Finanzierung einer Anzeigenkampagne für die Wulff Biographie durch Carsten Maschmeyer und ein vorteilhafter Privatkredit des Osnabrücker Geschäftsmannes Egon Geerkens, der ihn auf Dienstreisen als „Familienunternehmer“ begleitete, stellen für den Christdemokraten plötzlich kein Problem dar. Auch mit seinen Behauptungen zur „Fixierung“ des neuen BW Bankkredits (Handschlagqualität) und den „ganz normalen üblichen Konditionen“ hierfür, zeigt Wulff was von seinem Anspruch der Transparenz zu halten ist. Viele Menschen im Land schämen sich für dieses Verhalten während das Staatsfernsehen in Kooperation mit Infratest Dimap behauptet,60% der Bürger würden Wulff eine zweite Chance geben wollen, obwohl diese Fragestellung in der Erhebung genauso wenig vorkam, wie die von Jörg Schönenborn behauptete öffentliche Bitte um Verzeihung von Wulff.
    http://machtelite.wordpress.com/2012/01/06/ardinfratest-dimap-die-60-luge-von-der-zweiten-chance-fur-wulff/

  7. Katja

    Es ist keine Frage, ob er zurücktreten muss, sondern nur noch die, wann er endlich zurücktritt. Wenn er all die hehren Werte, die er im Munde führt, doch endlich mal auf sich beziehen würde! Man kommt ja nun wirklich nicht umhin, in Wulff das Pendant zu Guttenberg zu sehen, zumindest was seine Verteidigungsstrategie angeht. Und auch sonst, es ist würdelos. Aber Wulff ist das eine, das andere ist die Anmaßung der Bild-Zeitung, dieses Dreckblatts, bundesrepublikanische Politik machen zu wollen. Wir sollten nicht auf die Tiraden von Unterdrückung der Pressefreiheit usw. usw. hereinfallen, wie das jetzt sogar der Journalistenverband tut. Und noch immer gibt es Leute, die glauben, bei uns würden nur die inkompetentesten Leute die falschen Posten einnehmen, mit mehr Fachwissen, bürgerlichem Anstand etc. hätte so etwas niemals passieren können! Reichlich verwunderlich. Noch immer machen sie sich Illusionen über dieses skrupolöse System. Der Wulff ist als Bundespräsident genau am richtigen Platz, er „repräsentiert“ genau das, was unser wiedererstarktes Großdeutschland ausmacht, gelle? Beinahe bin ich versucht, zu sagen, noch besser wäre Stasijäger Gauck gewesen, der hätte noch besser ins Bild und zu Bild gepasst. Vielleicht hätte es dann zwei, drei Leute weniger gegeben, die ihren Glauben an die Reinheit und Untadeligkeit des „Rechtsstaats“ noch nicht verloren haben. Aber sicher wäre das in diesem Fall wohl auch nicht.

  8. Norma-Line

    Die Elefantenmacher (Oligarchen) haben ihren Elefanten fallen lassen. Er wird sich nicht mehr lange halten können.

  9. Nicht nur, dass der Fielmann-Klon C.W. nervt, er begräbt auch genug anderen Nachrichten etc. unter der Berichterstattung „über seine Person“, die aber einzig was „mit seinem Amt“ zu tun hat…
    http://mfis.wordpress.com/2012/01/06/save-the-rosler/

  10. @ blogger

    Jetzt könnts in der nächsten Runde ums Eingemachte gehn, Herr Jung:

    Nicht ganz einflußlose Anleger, Banken, Fonds etc. sollen lt. WiWo vom damaligen VW-Aufsichtsratsvorsitzenden jetzt PBD Wulff an zwei Millarden fordern -> http://www.onvista.de/news/alle-news/artikel/06.01.2012-17:07:14-wiwo-schadenersatzforderung-gegen-ex-vw-aufsichtsrat-wulff

    Dagegen wirkt das, worums bisher ging, so weiland Deutschbankster Kopper, wie´n Nüßchen („peanut“) oder ums Englisch zu sagen: wie´n token (umgangssprachlich für Kleinstmünzen).

    Gruß

    Richard Albrecht/060112

  11. Anonymous

    Natürlich ist die Affäre peinlich, nervt und wäre vermeidbar gewesen wenn Christian Wulff sich andere Freunde gesucht hätte.

    Doch wahrscheinlich sind einige Leute tatsächlich von ganz anderen Sachen genervt – der höchste Repräsentant des Landes sollte die Mächtigen nicht als außer Rand und Band geraten darstellen wie im letzten Sommer recht dezent und weitgehend unbeachtet geschehen. Während das Haus in Burgewedel und alles drumherum bei einer Tagsuche in WordPress 20 Seiten allein mit dem Tag #Wulff füllen bringt es das Interview vom letzten Sommer höchstens auf eine.

    http://litterulaede.wordpress.com/2012/01/06/wulff-interview-sommer-2011/

  12. Katja

    Um noch mal an Gauck anzuknüpfen: Gauck, der frömmelnde Pfaffe, der denunziatorische Stasijäger (jagt er heute etwa den VS wegen der Neonazigeschichte?), Gauck, das monströse Gesicht des Wir-sind-wieder-wer-in-Europa-wird-deutsch-gesprochen, Gauck, der „Präsident der Herzen“ – würde er nicht wirklich besser auf den Präsidentenstuhl passen, Gauck, das hässliche Gesicht des hässlichen Großdeutschland? Wulff kommt nicht mehr aus der Knete, mit dieser Last kann er keine schönen Reden mehr halten, ohne dass er ausgepfiffen wird und man sich durch den Fernseher zappt.

  13. @ Blogger

    WULFF MUSS WEG ZUM LETZTEN

    Drei Randbemerkungen zum Fall Wulff bzw. Wulffs Fall als arbeitenden Lesers, der am 23. 12. 2011 den Bürgeraufruf WULFF MUSS WEG mitunterzeichnete http://bewegung.taz.de/aktionen/wulf-muss-weg/beschreibung

    1. WULFFs Kopf- und/oder Kragen-„Interview“

    Man(n) muß kein geschulter Tiefenhermeneutiker sein, um in zweiter Lesung des BPD-ARD-ZDF-“Interviews“ zu bemerken:

    Da gibt jemand – als Jurist – vor laufender Kamera zu, daß er´n Grundrechteverletzer ist, indem er sagt: Aber ich wollt doch nur, daß die BILD-Chefredaktion den Bericht um e i n e n Tag verschiebt …

    Das wird zu Recht „Eingriff in die Pressefreiheit“ genannt: q.e.d. – was zu beweisen war.

    ¿oyes, compañeros?

    2. Jetzt könnts in der nächsten Runde ums Eingemachte gehn:

    Nicht ganz einflußlose Anleger, Banken, Fonds etc. sollen lt. WiWo vom damaligen VW Aufsichtsratsvorsitzenden jetzt PBD Wulff an zwei Millarden fordern http://www.wiwo.de/politik/deutschland/volkswagen-was-wusste-wulff/6021414.html

    Dagegen wirkt das, worums bisher ging, so weiland Deutschbankster Kopper, wie´n Nüßchen („peanut“) oder ums Englisch zu sagen: wie´n token (umgangssprachlich für Kleinstmünzen)

    3) Watt´n „Dementi“ …

    „Das ist eine blanke Spekulation. Und die weiße ich zurück“, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Fraktion im Bundestag, Peter Altmaier (CDU)“ http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/union-dementiert-berichte-ueber-wulff-nachfolge/6042382.html

    Da wurde mit „weiße ich zurück“ aber´n prima Freud´scher gedruckt, grad so als wäre Herr CDU-Altmaier der (Laut-) Sprecher des Brecht´schen Weißwäscherkongresses nach dem Motto: meine Hand wäscht deine solange bis sie weiß ist;-)

    In der Tat: WULFF MUSS WEG. Heute noch. Und perspektivisch: Was der das „Amt“ genannte BPD-Versorgungsposten mit seiner Hofschranzerei soll ist (mir) auch nicht klar …

    P.S.
    Herr Joachim Voigt, 6.1.2012 14:18
    Ich betreibe kein „allgemeines Gegeifere“, sondern recherchiere & denke vorm Schreiben, mein Herr. – Dr. Richard Albrecht

    • Wenn es dann auch noch richtig mit dem Lesen klappte, könnten wir sicher in eine spannende Diskussion kommen.

      mfG

      achim voigt

      • @ Herr Voigt

        Wohl weiß ich wo Benrath nebst Schloß liegt … nicht hingegen was und warum ich mit Ihnen über WULFF MUSS WEG diskutieren soll(te). Zumal ich inzwischen begründet meine: WULFF MUSS WEG(GER ALS WEG) …

        • @ Herrn Dr. Dr. habill. Albrecht:

          Es war eine Höflichkeitsmarotte, verzeihen Sie vielmals.
          Sie haben mich in implizit kritisierender Weise angesprochen, ich hatte darauf reagiert, pflege aber meine Dissens‘ gerne argumentativ auszutragen.
          Entschuldigen Sie, und schönen Abend noch

          achim voigt

    • konkretsierend verweise ich auf die Artikel „Ansätze einer annehmbaren Präsidemtschaft“ bei ad sinistram, den Hinweis von Anonymous und auf http://www.medienanalyse-international.de bezüglich seiner Äußerungen zur Finanzkrise aus 2010. Die meisten PolitikerInnen haben nicht einmal das zu bieten, jetzt bzgl. Wulff einen solchen Wirbei zu veranstalten, ist albern, wenn es nicht zeit- und aktionsgleich auf viel größere Sauereien aufmerksam macht, was aber im allgemeinen eben hübsch unterbleibt. Und als an Heller, Abendroth und andreren geschulter Sozialwissens chaftler werden sie doch sicher nicht dem „Schein des angeblich höchsten Staatsamtes“ aufsitzen.

  14. Pingback: Jacobs Woche (1.1. – 7.1.2012) | Jacob Jung Blog

  15. Pingback: Der Präsident nervt « Blog des Germanys next Bundeskabinetts

  16. Nachdem jetzt der Wulff-Nachfolger endlich fest steht, beruhigt sich die Lage hoffentlich bald wieder.
    http://uhupardo.wordpress.com/2012/01/11/nachfolger-fur-wulff-steht-fest/

  17. Für mich hat Wulff das Amt des Bundespräsidenten nachhaltig beschädigt – schön, dass es Bundestagspräsident Lammert auch so sieht ^^
    -> „Die wochenlange Auseinandersetzung hat sicherlich nicht nur den Amtsinhaber persönlich strapaziert, sondern leider wohl auch das Amt. Und über diesen Effekt kann niemand glücklich sein“, sagte Lammert dem Hamburger Magazin Stern ….
    – nein, im Ernst, insgesamt ist das natürlich eine traurige Situation und m. E. sollte Wulff zurück treten:
    http://sven2204.wordpress.com/2012/01/08/zwischenruf/#more-1734

  18. Carsten Castner

    Dees is ja amal a riesen HICK HACK mitam Wulff Christian
    STIMMTS HALT AB ob er bleiben soll und machts in Zukunft a WAHL auch für den Bundespräsidenten! Servus
    http://www.youtube.com/wa istch?v=r71xhckWPHY

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