Alexander Nabert interviewt Jacob Jung: „Ich brauche ein Ventil“

18.2.2012 – Alexander Nabert ist Frauen- und Genderpolitischer Sprecher und Beisitzer im Landesvorstand der Grünen Jugend Mecklenburg-Vorpommern, Delegierter für den Bundesausschuss der Grünen Jugend, Koordinator des Fachforums Wirtschaft und Soziales der Grünen Jugend und betreibt ein eigenes politisches Blog. Im Januar fragte er mich nach einem Interview. Ich fand es spannend, die Rollen einmal zu tauschen und sagte gerne zu.

Heute ist das Ergebnis unseres Gesprächs im Blog von Alexander Nabert erschienen und mit seinem Einverständnis veröffentliche ich es auch hier.

 

Hallo Jacob, seit März 2011 bloggst du fast täglich über deutsche Politik. Warum machst du das unter dem Pseudonym „Jacob Jung“?

Der Entscheidung, ob ich unter meinem realen Namen oder unter Pseudonym blogge, ging eine lange Diskussion mit meinem Partner, meinen Freunden und meiner Familie voran. Letztlich habe ich mich für das Pseudonym entschieden, um meine Leute und mich nicht unnötig in Gefahr zu bringen, von rechten Spinnern und anderen „Gegnern“ zur Zielschiebe für Gewaltaufrufe oder Hetzkampagnen gemacht zu werden.

Das Pseudonym Jacob Jung nutze ich allerdings ganz konsequent: Alles, was ich im Web oder in Printmedien veröffentliche oder kommentiere, geschieht ausschließlich unter diesem Namen.

 


In deinem Blogpost „Ich blogge, also bin ich: Vom publizistischen Ungehorsam“ schreibst du darüber, wie du zum bloggen kamst, du schreibst vom Zorn und Georg Schramm, und forderst deine Leser_innen auf, selbst zu bloggen. Was glaubst du können Blogs bewegen, wie viel Gewicht schreibst du ihnen zu und wie viel Potential haben sie noch?

Das politische Bloggen erfüllt ganz unterschiedliche Zwecke. Ich greife mal zwei Aspekte heraus, die mir besonders wichtig sind:

Wenn Du damit beginnst, regelmäßig über politische Themen zu schreiben, dann steigt damit ganz automatisch Deine Aufmerksamkeit. Du verfolgst das Tagesgeschehen wacher, Du erkennst Zusammenhänge schneller und Du kannst Vorgänge und Entwicklungen besser einordnen. Es entstehen also sowohl politisches Bewusstsein als auch Kompetenz und damit die Voraussetzung für Engagement und Mitbestimmung.

Zweitens bildet die politische Blogosphäre zunehmend eine Form von Gegenöffentlichkeit, die in dieser Form zuvor nicht möglich war. Viele Menschen beschränken sich nicht mehr darauf, ihre Informationen und Deutungen den „Qualitätsmedien“ zu entnehmen. Die stoßen das Interesse an einem bestimmten Gegenstand oder einem Ereignis zwar häufig an. Die Vertiefung erfolgt dann jedoch im Rahmen einer individuellen Recherche im Web und hierfür sind Blogs unersetzbar.  Ein wesentlicher Vorteil politischer Blogs besteht dabei in ihrer wirtschaftlichen Unabhängigkeit und dem Fehlen eines Herausgebers oder Chefredakteurs, der Vorgaben macht, in welche Richtung eine Berichterstattung oder ein Kommentar gehen soll.

Politische Blogs werden in Deutschland zunehmend wichtiger für die öffentliche Meinungsbildung. Wir Blogger vernetzen uns stark untereinander und stimmen unsere Themen und Schwerpunkte teilweise aufeinander ab. Die Redakteure der klassischen Medien werden uns gegenüber immer aufmerksamer und es kommt häufiger vor, dass Du ein Thema, das Du selber aufgebracht hast, einige Tage später in der etablierten Presse wiederfindest.

Ich selber merke deutlich, dass meine Leser Aspekte, die ich hervorgehoben habe, verbreiten und weiterentwickeln. In den Online-Foren der etablierten Medien entdecke ich oft Kommentare, die aus meinen Beiträgen zitieren oder darauf verlinken. Einige meiner Leser schreiben mir, dass sich ihre politische Sichtweise durch meine Artikel grundlegend verändert hat, andere greifen meine Anregung auf und beginnen selber mit dem Bloggen. Für die künftige Entwicklung bleibt da noch sehr viel Potenzial nach oben. Ein guter Anfang ist aber definitiv gemacht.

 

Wie viele Besucher hast du derzeit etwa täglich? Wie wird ein Blog erfolgreich und wie viel Social Media braucht ein Blog?

In diesem Monat (Januar, Anmerkung von Alexander Nabert) verzeichnet mein Blog gut 3.700 Seitenaufrufe pro Tag, was rund 3.000 unterschiedlichen Besuchern entspricht. Im Dezember lag der Wert noch bei 2.500, im Oktober bei 2.000 und im August bei gut 500 Abrufen.

Der Erfolg eines Blogs ist natürlich Definitionssache. Wenn man dabei die Besucherzahlen zugrunde legt, dann spielen die sozialen Netze (in meinem Fall sind das Facebook, Twitter, Diaspora und Google+) eine große Rolle. Ich beziehe hieraus insgesamt gut 30 Prozent meines Traffics. Fast ebenso wichtig ist die Präsenz bei den Suchmaschinen. Fast 15 Prozent meiner Zugriffe erreichen mich mittlerweile per Websuche, obwohl ich meine Artikel natürlich nicht für die Suchmaschinen optimiere, weil das einen Einfluss auf den Inhalt hätte, den ich nicht will.

Etwas wichtiger als die reinen Besucherzahlen ist mir die Vernetzung des Blogs. Viele Erwähnungen, Empfehlungen aber auch Kontroversen und Gegenreden auf anderen Plattformen im Web zeigen mir, dass die Arbeit am Blog etwas bewirkt und dass sich meine Artikel auf die Denkweise und die Auffassungen der Leser auswirken.

Ich denke, um ein Blog erfolgreich im genannten Sinne zu machen, braucht es vor allem Kontinuität. Ich versuche täglich einen Artikel zu veröffentlichen, was manchmal sehr schwierig ist, da das Bloggen nicht mein Hauptberuf ist. Weiterhin halte ich es für wichtig, sich aktiv mit anderen Plattformen, Bloggern und Lesern zu vernetzen. Bei mir im Blog findest Du viele Links auf andere Publikationen im Netz, die ich für wertvoll halte und die Möglichkeit, Dich mit eigenen Kommentaren an Diskussionen zu beteiligen. Von letzterem machen meine Leser immer stärker Gebrauch und es ist mir sehr wichtig, jeden einzelnen Kommentar zu lesen und wahrzunehmen. Das kostet allerdings ebenfalls Zeit, die man einplanen muss, wenn man mit dem Gedanken spielt, zu bloggen.

Erfolg hängt aber natürlich auch sehr stark von inhaltlichen Aspekten ab. Es braucht eine gewisse Zeit, bis man seinen persönlichen Stil und einen angemessenen Umgang mit Quellen und Informationen entwickelt hat. Ich differenziere dabei mittlerweile sehr stark zwischen Beiträgen, in denen ich über bestimmte Ereignisse, Äußerungen von Politikern oder wichtige Entwicklungen berichte und solchen, in denen es mir um die Vermittlung meiner Meinung und meiner Auffassungen geht. Wenn ich über tagespolitische oder zeitgeschichtliche Themen schreibe, dann halte ich mich streng an belegbare Fakten, zitiere so oft wie möglich originale Quellen und überlasse es im Wesentlichen meinen Lesern, ein abschließendes Urteil zu fällen. Geht es stattdessen klar erkennbar um meine persönliche Meinung, dann tobe ich mich sprachlich aus und halte mich mit Einschätzungen, die mitunter bis zur Polemik reichen können, nicht zurück.

Ich will, dass sich meine Leser auf die konkreten Informationen, die sie von mir erhalten, verlassen können und halte mich bei reinen Berichterstattungen ganz fern von Gerüchten oder Mutmaßungen. Letztlich will ich hier unter anderem Argumentationshilfen anbieten und dazu ist die Verlässlichkeit der Quellen unerlässlich.

Letzter Punkt: Ich glaube, dass Du Spaß am Schreiben, an der Auseinandersetzung mit anderen Meinungen und nicht zuletzt auch an einem gewissen Maß der Selbstdarstellung haben musst, um als Blogger erfolgreich zu sein.

 

Du vertrittst deutlich Linke Positionen und bloggst über die Linkspartei, Sahra Wagenknecht und Bodo Ramelow. Bist du Mitglied in einer Partei?

Eigentlich blogge ich gar nicht so viel über die Linkspartei, wie die Leute immer denken. Von 220 Artikeln sind bislang nur 17 mit „DIE LINKE“ kategorisiert. Aber abgesehen davon kann und will ich es natürlich nicht verleugnen, dass ich ein linker Blogger bin und mit den Positionen der Linkspartei, von allen Parteien, am meisten anfangen kann.

Jacob Jung selber ist natürlich kein Parteimitglied. Der ist ja noch kein Jahr alt und außerdem auch keine natürliche Person. (lacht)

 

Bist du denn in deinem realen Leben Mitglied in NGOs, einer Gewerkschaft?

Jetzt habe ich extra schon so ausweichend geantwortet und Du hakst trotzdem nach. Es wäre ja widersinnig, wenn ich mich einerseits für ein Pseudonym entscheide und andererseits Informationen über meine Person preisgebe. Anhand der Themen und Auffassungen im Blog kann sich aber wahrscheinlich jeder selber ausmalen, dass ich auch im „realen Leben“ ein politischer Mensch bin.

 

Wie bist du zur Politik gekommen?

Solange ich mich zurückerinnern kann, habe ich immer politisch gedacht. Ich glaube, die Ursache dafür ist bei mir eine Empfindlichkeit gegen Ungerechtigkeiten. Ein Gespür dafür, dass es nicht richtig sein kann, wenn der eine sich über den anderen erhebt, wenn es vielen besonders schlecht gehen muss, damit es wenigen besonders gut geht oder wenn sich ein Staat anmaßt, ein anderes Land mit Krieg zu überziehen, um strategische oder wirtschaftliche Ziele zu erreichen.

Im Laufe der Zeit ist dann hinzugekommen, dass es mich ekelt, wenn in der Politik und leider auch in den Medien mit einer unglaublichen Selbstverständlichkeit gelogen wird. Wenn aus einem Krieg eine Friedensmission wird, staatliche Kontrolle als Voraussetzung für Sicherheit und Freiheit gilt, mutige und engagierte Leute als „Gutmenschen“ verspottet werden und aus demokratischen Idealen marktkonforme Postdemokratie wird, dann kann und will ich nicht untätig sitzen bleiben.

 

Dein Blog ist komplett unkommerziell. Es gibt nicht einmal die Möglichkeit, dir Geld für deine Arbeit zu spenden. Warum?

Auch hierüber habe ich sehr lange nachgedacht. Es gibt zwei Gründe dafür, dass mein Blog konsequent unkommerziell ist. Zum einen, das ist eher symbolisch, will ich so darauf aufmerksam machen, dass ich es nicht für richtig halte, wenn ein journalistischer Auftrag mit finanziellen Abhängigkeiten verknüpft ist. Ich glaube nicht, dass eine Zeitung, ein Nachrichtenmagazin oder eine TV-Sendung neutral sein kann, wenn sie ohne werbefinanzierte Einnahmen aus Industrie und Wirtschaft gar nicht existieren würde.

Zum anderen, das ist nicht symbolisch, will ich es vermeiden, dass ich anfange, beim Bloggen auf Besucherzahlen zu achten. Werbeeinnahmen wären ja grundsätzlich vom Traffic abhängig. Also würde ich, wenn ich gerade Geld bräuchte, vielleicht in Versuchung geraten, ein besonders angesagtes Thema zu wählen, eine Überschrift reißerisch zu formulieren oder mich um eine aussichtsreiche Verlinkung zu bemühen. Also habe ich entschieden, ganz auf Einnahmen aus dem Blog zu verzichten und wähle dafür meine Themen nur nach Interesse und subjektiver Wichtigkeit, meine Überschriften nach Übersichtlichkeit und meine Linkpartner nach Sympathie und Übereinstimmung.

 

Was treibt dich Tag für Tag an?

Darüber denke ich selber häufig nach und die Antwort auf diese Frage ist nicht leicht. Ich verfüge von Natur aus nicht über Selbstdisziplin. Es gibt Leute, die können über Jahre ein hohes Arbeitspensum fast automatisch erledigen, ohne dessen Sinnhaftigkeit von Zeit zu Zeit zu hinterfragen. Ich gehöre definitiv nicht zu dieser Gruppe und brauche innerlich immer einen guten Grund, um etwas zu erledigen.

Meine hauptsächliche Motivation leitet sich daraus ab, dass ich selber ein Ventil brauche, wenn ich im politischen Leben etwas beobachte, das ich nicht für richtig halte. Durch das Bloggen, vor allem durch Kommentare, Zitate, Erwähnungen und Kontroversen, erhalte ich sofort Rückmeldungen. Wenn ich dabei merke, dass meine Arbeit auch dazu führt, dass jemand neu über ein Thema nachdenkt, einen Aspekt entdeckt, den er bisher nicht gesehen hat, damit beginnt, selber politisch zu denken oder sich sogar zu engagieren, dann hat sich die Mühe gelohnt und ich kann motiviert an den nächsten Artikel gehen.

Es gibt aber auch Tage, an denen ich kein Wort zustande bringe oder sogar darüber nachdenke, das Bloggen aufzugeben. Solche Tiefs halten allerdings bisher nie lange an. Meist reicht schon ein Blick in die Tagespresse, um mich zurück an den Rechner zu bringen.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

Ich bedanke mich auch.

24 Kommentare

Eingeordnet unter Interview, Politik

24 Antworten zu “Alexander Nabert interviewt Jacob Jung: „Ich brauche ein Ventil“

  1. Pingback: Alexander Nabert interviewt Jacob Jung: “Ich brauche ein Ventil” | Die besten deutschen Blogs aller Zeiten

  2. Peter Petereit

    Ich frage nicht: Wer bist Du, Jacob Jung?
    Bei B.Traven ist es heute noch nicht ganz klar.
    Aber der Inhalt des Geschriebenen hat Gehalt.
    Und darauf kommt es an.
    Danke. Und möglichst wenig „Tiefs“…

  3. Ja, lieber Jacob Jung, auf genau diese Motivation habe ich getippt bei dir. Und da es auch meine ist und ich ungefähr genauso wie du rangehe an die Themen, denke ich, ich habe gesucht und gefunden.

  4. OMJ

    Lieber „Jacob Jung“,
    auch ich gehöre seit einigen Wochen zu Deinen „Followern“. Es ist der erste Blog, den ich wirklich regelmäßig lese. Warum? Eine in der Tendenz grundsätzliche Übereinstimmung der Sichtweisen kann ich sicher nicht von der Hand weisen. Wer läse schon gerne regelmäßig die FAZ oder „Neues Deutschland“, wenn er nicht eine „harmonische Resonanz“ empfände.

    Entscheidend für mich ist jedoch die differenzierte, profunde Betrachtungsweise und eine präzise, schnörkellose Darstellung.
    „Beim Schreiben an einen Leser, an ein kritisches Gegenüber zu denken, verändert die eigene Haltung grundlegend. Es entsteht das Gefühl, eine Verantwortung zu tragen. Andere verlassen sich auf die Informationen, die man vermittelt.“
    Diese Haltung lese ich in Deiner Umsetzung. Und bin – wenn auch nicht immer voller Zustimmung – stets interessiert und dankbar für Deine Auseinandersetzungen & Kommentare.

    In diesem Sinne wünsche auch ich möglichst wenig „Tiefs“ – und an dieser Stelle mal ein dickes Lob & Anerkennung für Deine bloggerische Tätigkeit!

  5. werter jacob, wenn jemand mit dir ein interview gemacht hat, heißt das doch, dich gibt es wirklich.

    • ich habe mich bisher ständig gefragt, wer Du bist, Jacob, weil ich meine Quellen kennen will. Jetzt kenne ich Dich gut genug, mehr ist nicht notwendig. Deine Artikel sprechen für sich und ich checke so oder so immer alles in irgend einer Weise gegen, sobald mich die Dinge interessieren. Mir gefällt, was Du machst und ich wünsche mir, dass Du es noch ein ganzes Weilchen machst. Denn eines ist klar, nämlich dass es auch mühselig ist, so zu schreiben, wie Du es tust.

  6. Hartmut

    Das Interview hat mir gut gefallen. Es ist ein Spiegelbild der Artikel von Jacob Jung. Klare, präzise Ausführungen und für mich wesentlich, immer in Begleitung einer humanistischen Idee.
    Auch wenn Jacob Jung eine juristische Person ist, so ist aber die natürliche Person, die dahinter steht, eine sympathische Person.;-)

    LG Hartmut

  7. catman

    Wir lesen uns🙂

  8. Hallo Jacob,

    durch die wiederholten Verweise auf den Nachdenkseiten bin ich auf Deinen Blog aufmerksam geworden und bin inzwischen regelmäßiger Leser. Ich möchte mich für Deine stringenten Beiträge bedanken, die mich immer zum Nachdenken anregen. Hoffentlich verlässt Dich Deine Muse nicht so bald.🙂

  9. Floh

    Wenn es deinen Blogg nicht gäbe , müßte er noch erfunden werden bzw. ich wüßte gar nicht, was ich nach den „Nachdenkseiten“ und das ist oft viel ,lesen sollte.
    Vor allem man kann auch seine Meinung kundtun und das gelesene, wie du schon sagst, besser verarbeiten .Vor allem aber und das ist für mich immer das Aufregendste , wie ticken die Anderen und was für Meinungen gibt es zu den verschiedensten Themen. Anerkennung von mir u. Hochachtung für dein Engagement und die Ehrlichkeit.
    Daher danke Jakob´lass, die Gesellschaft nicht im Stich .
    Wenn ich’s könnte, würde ich es auch so machen.

    • Lucia

      Als „Kommentar“ zu Floh, weil ich das ganz ähnlich sehe.

      Ich habe Ihren Blog vor kurzem, auch über die Nachdenkseiten, kennengelernt. Es ist der erste Blog, in den ich nicht einfach nur neugierig reingeschaut hab, sondern der mich festgehalten hat. Danke für den Raum, den Sie Ihren Lesern geben, auf Ihre Artikel und untereinander zu reagieren. Sie haben das prima organisiert, auch für Neulinge wie mich. Ihre Artikel, ob nun eher den Fakten gewidmet oder persönlicher Kommentar, regen zum Nachdenken an, sie „erschlagen“ einen nicht sondern öffnen den Geist. Das spürt man auch an den Reaktionen, so divers sie sein mögen, es ist wirklich „Bewegung“ im Gespräch. Auch Ihre Reaktivität, wenn Sie direkt angesprochen werden, finde ich ausgezeichnet.
      Schön dass es sowas gibt !
      Freundliche Grüsse
      Lucia

  10. Emm Ess

    Prima Interview!
    Dennoch würde mich interessieren, was die Einrichtung und der Unterhalt solch eines Blogs kosten? Kann nicht viel sein, wenn man auf Werbung verzichten kann. Oder doch?
    Ich finde, man sollte Werbung grundsätzlich verbieten. Erstens wäre es besser für die Umwelt, wenn nicht soviel konsumiert würde. Zweitens würde ein Wachstum entstehen, dass sich überwiegend auf ein Immer-Besser, als auf ein Immer-Mehr konzentriert.
    Durch solch ein (einen?) Blog, wie diesen hier, fühle ich mich wesentlich besser informiert als durch den mengenmäßigen Quatsch z. B. einer Bild oder anderen Zeitungen.
    Es freut mich, dass viele Printmedien nur noch mit massivem Einsatz von Werbung und Sensationshascherei ihre Auflage halten können. Irgendwann wird auch das nichts mehr nützen. Dann wird das (der?) Blog von Jacob Jung nicht mehr 3.000 Aufrufe/Tag haben, sondern hunderttausende/Tag, mit positiven Folgen für ein einsichtvolles, reales, zweckmäßiges und vernünftiges Verhalten aller Menschen in unserer Gesellschaft.
    Hier wird eine fruchtbare Art von Meinungsmache betrieben. Danke!

    • Kurze Antwort zur Kostenfrage: Bisher habe ich es hinbekommen, dass mich die Einrichtung und der Unterhalt des Blogs nichts gekostet haben. (Außer einer Menge Zeit natürlich)

      Die Grundfunktionen von WordPress.com stehen kostenlos zur Verfügung. Das Unternehmen bietet zusätzliche Funktionen an, die mit monatlichen oder einmaligen Kosten verbunden sind. Auf diese habe ich aber bewusst verzichtet.

      Beispiele für solche Funktionen sind unter anderem, dass man eine eigene Internetadresse hinterlegen kann (dann wäre das Blog z.B. auch unter jacobjung.de zu erreichen, was ich für verzichtbar halte), dass man auf kostenpflichtige Designs zurückgreifen kann (ich finde das kostenlose, das ich hier verwende, ganz okay) oder dass Besuchern keine Werbung eingeblendet wird. Hierüber hatte ich tatsächlich kurz nachgedacht, allerdings kann jeder solche Werbeanzeigen verhindern, indem er ein entsprechendes Programm (Add-Blocker) in seinem Browser installiert.

      Darüber hinaus nutze ich ausschließlich kostenlose soziale Netze, Presseportale oder andere Verbreitungsmöglichkeiten, um auf das Blog und die einzelnen Artikel aufmerksam zu machen. Mit anderen Worten: Ich habe bisher keinen Cent ausgegeben und auf der anderen Seite auch keinen Cent eingenommen und so soll es sein und bleiben😀

  11. kilo

    Jacob, Jacob, Jacob…..
    wenn es eines gibt das du mich gelehrt hast, dann ist es die auseinandersetzung mit den inhalten einer aussage und ich überlege mir grade tatsächlich einen eigenen blog zu schreiben, jedoch keinen politischen….das überlasse ich lieber euch redegewandten….
    you’ll never walk alone, NEVER!!!

  12. Pingback: Jacobs Woche (12.2. – 18.2.2012) | Jacob Jung Blog

  13. Pingback: Jacobs Woche (12.2. – 18.2.2012) | Die besten deutschen Blogs aller Zeiten

  14. K.S.

    Schönes Interview. Das Schönste am Blog ist neben den interessanten Artikeln, zeitnah und echt die Kommentarfunktion. Ohne diese wäre jedes Blog ein Nichts. Keine Zeilenbegrenzung, keine Zensur. Ich lerne und lese hier viel, woanders auch durch die Hinweise auf den NDS und freue mich, wenn ich im Laufe des Tages bei Jakob lande, wie in einer gemütliche Kneipe, und mit anderen politisieren kann.

    Online-Zeitungen drucken manches nicht, wenn es nicht zum Stil der Zeitung gehört, was ich als sehr frustrierend erlebe. Denn auch als Kommentatorin mache ich mir Gedanken, wie und warum ich antworte und was Ich vermitteln will.

    Jakobs Blog ist für mich auch ein Ventil, denn Familie und Freundeskreis ist fast nicht an politischen Themen interessiert, was hier durch Jakobs „kleinen Blog zwei Klicks weiter“ (die kleine Kneipe an der Ecke) super kompensiert.

    Also Jakob. Weiter so. Blogs sind für die Demokratie überaus wichtig.

  15. Anstelle einzelner Antworten auf Eure bisherigen Kommentare:

    Ich wil mich ganz herzlich für die Zustimmung und Anerkennung bedanken, die Ihr mir mit Euren Beiträgen ausgesprochen habt. Sollte ich in Zukunft mal wieder verzagt sein oder sogar mit dem Gedanken spielen, das Bloggen aufzugeben, werde ich einfach diesen Kommentarverlauf lesen und dann ermutigt weitermachen. Danke Euch allen. LG, Jacob

  16. Zur Frage der Un-/Entgeltlichkeit, habe ich die folgende „Paywall“ auf meinem Blog eingerichtet: http://andreasmoser.wordpress.com/2012/01/29/paywall/ – Leider machen nicht viele Leser mit, aber wenige sind mehr als keine.

  17. Graf Zahl

    Hallo lieber Jacob,

    das war wirklich ein sehr gutes Interview! Ich bin irgendwann über ASR über Dich aufmerksam geworden und reise mehrmals am Tag bei Dir vorbei. Manchmal meine ich den Druck zu spüren, der auf Dir lastet, wenn Du nicht schreibst, denkst, aber schreiben zu müssen?! Schreib‘ bitte weiterhin nur, wenn Du Lust dazu hast. Lass Dich niemals drängen! Vor allem nicht von Dir selber.

    Dein Blog ist unglaublich hoffnungsvoll, weil er zeigt, dass es Menschen gibt, die mit Empathie ausgestattet sind. Ohne Empathie gäbe es keinen Grund mehr hier zu bleiben. Chapeau! Weitermachen!!!

  18. King Nothing

    Hallo Jacob … daß du unter Psyeudonym bloggst, war mir ehrlich gesagt bis gerade eben gar nicht bewußt. Ich kann deine Entscheidung allerdings sehr gut nachvollziehen, nicht unter deinem Realnamen aufzutreten. In diesem Zusammenhang halte ich auch die Möglichkeit, im Internet auch anonym bzw. unter Pseudonym zu veröffentlichen, für unverzichtbar für die uneingeschränkte Wahrnehmung der Meinungsfreiheit. Seine Ansichten öffentlich zu vertreten, muß möglich sein, ohne daß man dafür im „realen“ Leben mit (negativen) Konsequenzen rechnen muß.

    Auch ich könnte mir das Betreiben eines Blogs nur unter einem Pseudonym vortstellen. Ich mußte allerdings bei einigen Recherchen feststellen, daß die momentane Rechtslage in Deutschland dies durchaus nicht unproblematisch macht. Denn wir haben in D (unter anderem verankert im TMG) eine Impressumspflicht für alle Webseiten, die nicht rein persönlichen Zwecken dienen. Und wenn man mal einige Einschätzungen dazu liest, ist unter Juristen eigentlich gängige Meinung, daß damit auch Blogs, vor allem welche wie deines, die sich an die Öffentlichkeit wenden, unter diese Impressumspflicht fallen würden. Dies würde also bedeuten, daß Betreiber dieser Seiten gesetzlich dazu verpflichten wären, mindestens ihren vollen Namen, eine ladungsfähige Anschrift sowie zwei Möglichkeiten der Kontaktaufnahme (Mailadresse und Telefonnummer) auf ihrer Seite zu veröffentlichen. Ich finde diese Gesetze ungeheuerlich. Sie machen, will man sich juristisch korrekt verhalten, das anonyme Betreiben einer Webseite in Deutschland in fast allen Fällen gesetzeswidrig. Da kann man als z.B. linker Blogger ja auch gleich den NPD Ortsvorstand zum Kaffee einladen oder sein Auto vorsorglich selbst anzünden.

    Hier ein ausführlicher Artikel zu dem Thema von einem Juristen, inkl. HInweise auf entsprechende Paragraphen:
    http://www.linksandlaw.info/Impressumspflicht-Notwendige-Angaben.html

    Ich muß sagen, daß mir diese Gesetzeslage das Eröffnen eines eigenen Blogs richtig mies gemacht hat. Ich habe keine Lust, wegen solchen Unsinnigkeiten auch noch abgemahnt zu werden. Apropos Abmahnungen: Die bekommt man ja auch gerne einmal, weil man in Blogs Urheberrechte verletzt, zum Beispiel in dem man Bilder verwendet, an denen man nicht die Rechte hat. Deswegen würde mich in diesem Zusammenhang auch mal interessieren, aus welchen Quellen du dich bei deinen Texten bedienst. Gibt es da vielleicht eine Anlaufstellen, bei der linzenfreie Bilder zur freien Verwendung für solche Zwecke zur Verfügung gestellt werden?

    Angesichts dieser rechtlichen und finanziellen Risiken, die das Einstellen einer Webseite haben kann, kann ich jedem völlig unkommerziell tätigem Blogger wie die nur meinen Respekt zollen. Und ich muß mich fragen, ob diese Gesetze auch so existieren, um die Bürger mundtot zu machen bzw. ihnen bei der Wahrnehmung ihrer Meinungsfreiheit zumindest möglichst hohe Hürden in den Weg zu stellen.

  19. Lieber Jacob Jung,

    dieses Interview hat unsere Sympathie für Dich und Deine ausgezeichneten Blogs nochmals gesteigert (obwohl das eigentlich kaum noch möglich war, denn Du hast für uns längst eine ziemlich einsame Spitzenposition in der nahezu unüberschaubaren Anzahl von ‚Privat-Blogs‘ erreicht :-)).

    Und an unsere Mitkommentatoren:
    Als Jacob Jung seine ersten Blogs beim ‚Freitag‘ postete, waren wir spontan davon überzeugt, dass er das Niveau der ‚Freitag-Community‘ damit enorm anheben würde. Und so kam es dann auch!

    Liebe Grüße
    selcarim & barshai

  20. In der Ruhe liegt die Kraft.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s