Hans-Peter Friedrich: Der erste Integrationsverweigerer im Staat

12.3.2012 – Als Innenminister ist Hans-Peter Friedrich unter anderem für „Angelegenheiten betreffend Zuwanderung, Integration und nationaler Minderheiten“ zuständig. Um falsche Vorstellungen über seine Haltung in Sachen Integration von Beginn an zu vermeiden, wählte der frühere CSU-Landesgruppenchef am Tag seiner Amtseinführung im März 2011 deutliche Worte: „Dass aber der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich auch aus der Historie nirgends belegen lässt“.

Nach nur einem Jahr im Amt und nach zahlreichen Angriffen und Aktionen gegen die in Deutschland lebenden Muslime erhält der Minister jetzt die Quittung für seine Integrationsverweigerung: Die Konferenz Islamischer Landesverbände (KILV) hält Hans-Peter Friedrich als Innenminister für eine Fehlbesetzung und begründet ihren Standpunkt nachvollziehbar.

Gemeinsame Erklärung der KILV

Am vergangenen Samstag (10. März 2012) hat die Konferenz Islamischer Landesverbände (KILV), als Reaktion auf den Umgang des Innenministers mit der Studie „Lebenswelten junger Muslime in Deutschland“, in Offenbach eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht.

In der KILV sind insgesamt neun islamische Landesverbände (Islamische Glaubensgemeinschaft Baden-Württemberg, Schura Niedersachsen, Islamische Föderation Berlin, Schura Bremen, Schura Hamburg, Schura Schleswig-Holstein, Bund der Muslime Thüringen, Islamische Religionsgemeinschaft Hessen/IRH, Koordinierungsrat Mecklenburg-Vorpommern) organisiert.

In der Erklärung heißt es unter anderem, dass es schade um die Mühe der Autoren und die investierten Steuergelder sei, wenn Friedrich „aus einer derart umfangreichen Studie solch eine undifferenzierte und plumpe Schlussfolgerung in einer drohenden Weise zieht“. Der Innenminister hatte den Abschlussbericht der Studie, die noch von seinem Amtsvorgänger Thomas de Maizière in Auftrag gegeben worden war, gegenüber der „BILD-Zeitung“ kommentiert, noch bevor sein Ministerium die Arbeit der Wissenschaftler selber veröffentlichte.

Die „BILD-Zeitung“ hatte den Abschlussbericht aus noch ungeklärten Quellen vorab erhalten, die Untersuchung als „Schock-Studie“ kolportiert, einzelne Erkenntnisse der nicht repräsentativen Erhebung willkürlich aus dem inhaltlichen Zusammenhang gerissen und behauptet, dass gut 20 Prozent aller Muslime in Deutschland eine Integration ablehnen  und dass jeder vierte in Deutschland lebende Muslim ohne deutschen Pass tendenziell gewaltbereit sei und westliche Werte in Frage stelle.

Anstatt dieser populistischen Missdeutung entschieden entgegenzutreten, hatte Hans-Peter Friedrich gegenüber dem Blatt kommentiert, dass Deutschland die Herkunft und Identität seiner Zuwanderer zwar achte, den „Import autoritärer, antidemokratischer und religiös-fanatischer Ansichten“ aber nicht akzeptiere. So verstärkte der Minister in der Öffentlichkeit den Eindruck, man habe es bei einem beachtlichen Teil der rund vier Millionen in Deutschland lebenden Muslime mit einer ernsthaften Bedrohung für Freiheit, Sicherheit und Demokratie zu tun.

Dr. Naika Foroutan, Leiterin der Forschungsgruppe HEYMAT an der Humboldt Universität Berlin, hatte dagegen auf den teilweise suggestiven Fragestil innerhalb der Studie hingewiesen. So erhielten die Teilnehmer zum Beispiel einen „Minuspunkt“ in Sachen „Ablehnung westlicher Werte“, wenn sie der Aussage „Solange die westliche Welt andere Völker ausbeutet oder unterdrückt, wird es keinen Frieden auf der Welt geben“ zustimmten.

In der gemeinsamen Erklärung vom Wochenende äußern die Teilnehmer der KILV Enttäuschung und Fassungslosigkeit angesichts des Vorgehens von Innenminister Friedrich. Hier heißt es unter anderem:

„Wäre es ihm um den Dialog, die Integration und die Partizipation gegangen, hätte er die Studie zum Beispiel bei der Islamkonferenz gemeinsam mit den Wissenschaftlern und den islamischen Verbänden bewerten und Schlussfolgerungen ziehen können. Nach unserer Überzeugung ist ein solcher Minister, für den Integration nur eine medienwirksame Worthülse ist, der Vorurteile und Ängste schürt und die Gesellschaft spaltet, in einer verantwortungsvollen Position gänzlich ungeeignet.“

Reduzierung auf Sicherheitsaspekte

Ein weiterer Kritikpunkt gegenüber Hans-Peter Friedrich bezieht sich darauf, dass der Minister Muslime unter Generalverdacht stellt und den Islam auf Sicherheitsaspekte reduziert. Im Juni 2011 hatte Friedrich unter dem Stichwort „Gemeinsam gegen Extremismus – Gemeinsam für Sicherheit“ zum ersten Präventionsgipfel geladen.

Beteiligt waren an der Veranstaltung unter anderem die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB), der Verband der islamischen Kulturzentren (VIKZ), die Islamische Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland (IGBD) oder der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD), vertreten durch seinen Vorsitzenden  Aiman Mazyek.

Anstatt, wie angekündigt, einen „Dialog auf Augenhöhe“ einzuleiten, legte Friedrich die Themen für den Präventionsgipfel alleine fest. So ging es in der Veranstaltung hauptsächlich um Präventionsarbeit in den Moscheegemeinden, islamistischen Extremismus, häusliche Gewalt, Geschlechtergerechtigkeit oder Antisemitismus.

Friedrich war für seine einseitige Auslegung von „Integration“ scharf kritisiert worden. Der innenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion sprach von „Sippenhaft“ und warf dem Minister vor, er suggeriere, „dass in jeder Moschee potenziell Radikale angeworben werden“. Der innenpolitische Sprecher der SPD, Dieter Wiefelspütz, bezeichnete die Veranstaltung als „Schlag ins Gesicht von Millionen Muslimen“ und machte darauf aufmerksam, dass es auch kriminelle Christen gäbe, niemand angesichts dessen aber auf den Gedanken käme, eine Sicherheitspartnerschaft mit den Kirchen ins Leben zu rufen.

Die innenpolitische Sprecherin der Linkspartei, Ulla Jelpke, kritisierte:

„Das Verhältnis der Bundesrepublik zum Islam und seinen Strömungen wird weiter auf Sicherheitsaspekte reduziert. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich bleibt mit diesem Gipfel bei seiner Linie, den Islam und seine theologischen Strömungen als sicherheitspolitisches Problem anzusehen. Die Wahrnehmung, als Moslem in Deutschland unerwünscht zu sein, begünstigt Strömungen, die den Islam besonders orthodox auslegen.“

Auch die aktuelle Erklärung der KILV vom vergangenen Samstag bekundet Unmut an der durch den Minister praktizierten Reduzierung des Islam auf Sicherheitsaspekte. Die Landesverbände lehnen es strikt ab, „dass der Islam und die Muslime vom Bund und den Ländern ständig im Rahmen der Sicherheitspolitik und wir als islamische Verbände nur als Sicherheitspartner behandelt werden“.

Der Vorsitzende des Landesintegrationsrates Nordrhein-Westfalen, Tayfun Keltek, stellt in diesem Zusammenhang in Frage, ob es überhaupt noch Sinn macht, dass islamische Organisationen am Islamgipfel des Innenministers teilnehmen.

Zerschlagenes Porzellan

Es gehört zu den Aufgaben von Innenminister Hans-Peter Friedrich, die Integration in Deutschland zu fördern. Er ist von Amts wegen für die Angelegenheiten betreffend Zuwanderung, Integration und nationaler Minderheiten zuständig und hat sich für die gegenseitige Annäherung und Auseinandersetzung, für die Kommunikation, für das Finden von Gemeinsamkeiten, das Feststellen von Unterschieden und die Übernahme von gemeinschaftlicher Verantwortung zwischen Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund und den Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft einzusetzen.

Stattdessen hat er sein Amt von Beginn an genutzt, um die muslimischen Verbände auf Landes- und Bundesebene gegen sich aufzubringen und ihnen die Teilnahme an staatlichen Programmen und Gipfeln zu erschweren oder sogar unmöglich zu machen. Friedrich setzt sich nicht für Integration ein sondern macht stattdessen von jeder Gelegenheit Gebrauch, um Muslime auszugrenzen, zu beleidigen und in Verbindung mit Kriminalität, Extremismus und angeblicher Demokratiefeindlichkeit zu bringen.

Im besten Fall könnte man dem Minister bescheinigen, dass er im Umgang mit den beteiligten Personen, Gruppen und Verbänden äußerst ungeschickt vorgeht und völlig überfordert ist, den Dialog zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen in Deutschland angemessen zu moderieren.

Im schlechteren und leider wahrscheinlicheren Fall muss man Friedrich jedoch unterstellen, dass er sich auch als Bundesminister nicht von den  fremdenfeindlichen und integrationsskeptischen Positionen seiner Hauspartei lösen will, sich als Stichwortgeber für rechtspopulistische Kreise der Gesellschaft zur Verfügung stellt und als erster Integrationsverweigerer im Staat die Voraussetzungen für gegenseitige Verständigung systematisch zerstört, statt sie zu fördern.

 

46 Kommentare

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46 Antworten zu “Hans-Peter Friedrich: Der erste Integrationsverweigerer im Staat

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  2. Tayfun Keltek stellt endlich die Frage, die ich schon lange verneint habe. Nein, es macht keinen Sinn, an diesem Dialogzirkus teilzunehmen. Es vergeudet Zeit und Energie von Muslimen, die diese anderswo sinnvoller nutzen könnten. Es zementiert eine Sonderrolle, die nicht benötigt würde, hielte sich der deutsche Staat und seine Behörden an seine eigenen Gesetze (ohne sie je nach Bedarf zu ändern, sobald Muslime begünstigt werden).
    Bei Friedrich als Innenminister wird das nur besonders deutlich – vielleicht sollte ich ihm noch dankbar sein, dass er dazu beiträgt, dass vielleicht bei den Verbänden doch jemand aufwacht und sich nicht weiter verschaukeln lassen will.

  3. Bernie

    Der Satz bringt es auf den Punkt:

    „[…]Im schlechteren und leider wahrscheinlicheren Fall muss man Friedrich jedoch unterstellen, dass er sich auch als Bundesminister nicht von den fremdenfeindlichen und integrationsskeptischen Positionen seiner Hauspartei lösen will, sich als Stichwortgeber für rechtspopulistische Kreise der Gesellschaft zur Verfügung stellt und als erster Integrationsverweigerer im Staat die Voraussetzungen für gegenseitige Verständigung systematisch zerstört, statt sie zu fördern[…]“

    Was ich übrigens auch noch erwähnen muss ist, dass der Innenminister offenbar so fremdenfeindlich, und islamophob, ist, dass er sogar Ex-Muslime mit gläubigen Muslimen in einen Topf wirft. Das ist ungefähr so, wie wenn man Ex-Christen mit christlichen Gläubigen vergleicht, und allen zusammen Dinge vorwirft, die einfach nicht wahr sind – nur weil die zufällig aus dem selben Kulturkreis stammen.

    Der Verein der „Ex-Muslime“ in Deutschland kritisiert schon lange, dass dt. PolitikerInnen – oft in islamophober Sicht – Ex-Muslime, und Muslime in einen Topf wirft.

    Hier mehr dazu:

    „[…]Leider stellt der Abfall vom muslimischen Glauben auch in Deutschland ein Tabu dar. Dass es überhaupt „Ex-Muslime“ in nennenswerter Anzahl gibt (vor allem in der Gruppe der iranischen Dissidenten) hat sich hierzulande kaum herumgesprochen. Das zeigt sich u.a. darin, dass in den deutschen Medien islamkritische Autoren wie etwa Salman Rushdie, Taslima Nasreen oder Ibn Warraq absurderweise als „muslimische Intellektuelle“ bezeichnet werden. (Man stelle sich vor, jemand würde im Gegenzug Friedrich Nietzsche, Bertrand Russell oder Karlheinz Deschner als „christliche Intellektuelle“ charakterisieren!)[…]“

    Vielleicht wird so manchem hier jetzt verständlicher worauf ich hinaus will, wenn ich dieses – rein auf Deutschland bezogene (die Ex-Muslime organisiert gibt es nur hier) Beispiel aufzeige?

    Hoffen wir es mal.

    Übrigens, den obigen Auszug habe ich von folgender Homepage:

    http://www.ex-muslime.de

    Gruß
    Bernie

    PS: Übrigens, der dt. Verein „Ex-Muslime“ ist ein Verein wie alle, durchaus unterschiedlich besetzt – vom kritischen Moslem bis zum glaubensabgefallenen Moslem ist alles vertreten…..

    • K.S.

      Hallo, Berni, ich denke, dass es nicht darauf ankommt, welche Gruppen Friedrich alle in einen Topf wirft.
      Letztlich geht es ihm um die Diskriminierung des Glaubens Islam, damit der christliche Glaube, das Christentum, erhöht bleibt. Zudem ist die christliche Religion eine weiße Religion.

      Den Auszug der Ex-Muslime finde ich insofern interessant, als dass sie Nietzsche und Deschner, den anderen kenne ich nicht, nicht als „christliche Intellektuelle“ sehen.

      Wenn Nietzsche von vielen als Atheist bezeichnet wird, sah ich in ihm immer einen Christen, der um die Wahrheit rang und an der Kirche, der Institution verzweifelte, ebenso wie Deschner.
      Das Christentum IST über die Jahrhundert verzerrt und verdreht worden und von der eigentlichen Jesusbotschaft ist nichts mehr übrig. Das ist das Problem bei Nietzsche, Deschner und auch bei mir. Sie halten viel von Jesus und seiner Lehre, aber nichts von den Kirchen.

      Diese Problematik auf den Islam übertragen, sind diese „Exen“ vielleicht auch die, die Muhammed lieben, seine Lehre aber auch über die Jahrhunderte verzerrt und missbraucht sehen und sich deshalb distanzieren oder gar abwenden.

      „Für die Seele auf dem Pfad gibt es nur eine Tugend und eine Sünde; Tugend – wenn sie gottgebewusst ist, Sünde – wenn sie es nicht ist.“ Sayyid Muhammad Abu Haschim Madani
      aus „die 66 Tugenden der Sufis – über Sanftmut, Vergebung, Achtsamkeit und Gottvertrauen“ – von Yan d’Albert.

      So etwas könnte jeder Gläubige schreiben, ob Christ, Moslem, Buddhist oder Hinduist.
      Aber die christlichen Kirchen meinen, sie hätten Gott gepachtet, quasi ein copyright.

      • Bernie

        @K.S.

        Hast auch wieder recht😉

        Deschner übrigens ist Agnostiker, und ex-römisch-katholischer Theologe – Sein bekanntestes Werk, da du ihn nicht kennst, ist die „Kriminalgeschichte des Christentums“ – eine Sicht in Bücherform aus der Sicht der „Heiden“, und anderer Opfer des christlichen Glaubens (z.B. Ketzer, andere Konfessionen, Religionskritiker usw. usf.), die bis dato nie von Gläubigen widerlegt werden konnte – Lt. Auskunft eines mir bekannten Agnostikers ist Band 10 der „Kriminalgeschichte des Christentums“, die Deschner als Lebenswerk ansieht (der Mann ist schon ein etwas älteres Semester) derzeit in Arbeit, und ich warte gespannt darauf.

        Soviel zu Deschner, da du ihn nicht kennst, wenn ich dich richtig verstanden habe😉

        Gruß
        Bernie

        • wolf

          es ist immer wieder erstaunlich wie schlampig gelesen wird. Deschner
          stand doch nicht zur Debatte sondern Russel war der Unbekannte.
          Bedauerlicherweise. Aber da hätte wohl nur ein Klick genügt die Lücke
          zu schließen.

    • „Vielleicht wird so manchem hier jetzt verständlicher worauf ich hinaus will, …“

      NOEE, nicht solange du weiterhin einen, diesbezueglich total kontraproduktiven, Ibn /etc. auffuehrst !! ….

  4. mich würde wirklich mal interessieren, ob es in den Muslimischen Staaten auch eine Integration gibt, so wie hier in der BRD. Keiner stellt sich je mal die Frage warum hier solch ein Propagandamittel eingesetzt wird. Christen gegen Muslime, die arbeitenden gegen harz4-ler, Jung gegen Alt. das sind keine ziel führenden Diskussionen, das fördert nur den Populismus und die Vorverurteilung von allem und jeden. Ich stelle nur fest:
    Ich bin da weil ich da bin. Mein Recht zu existieren ist universell und darf durch Eigentumsrechte auf Lebensnotwendiges von Niemandem eingeschränkt werden. Ich kann nur durch die Gemeinschaft existieren, die aber durch jede Art von Eigentumsrecht – nicht per Gesetz oder Recht oder Grundwert befähigt werden darf – mich als rentablen oder unrentablen Menschen zu bewerten.
    Jede hierarchische Gesellschaftsform ist unnatürlich. Jede Bewertung des Menschen ist unnatürlich.
    Die alte Ordnung einhalten und neue Gesetze und Normen erfinden, die das Dasein des bewerteten Menschen erleichtern,

    • sind genauso unnatürlich, da sie der Ursprung jeder Ungerechtigkeit sind.
      ….das fehlte noch oben

    • Bernie

      Sehe ich hier genauso, lieber monalizani – Manche Menschen übrigens beschreiben Religionen als nichts anderes als Ideologien, und wir im „Westen“ sind eben dabei die christliche Ideologie durch eine neue Religion zu ersetzen, oder durchmischen zu lassen – wie auch die Kirchen immer wieder auf’s neue durch Taten beweisen – den marktradikalen Kapitalismus als Religion, und Sinn & Konsorten als Priester bzw. Theologen dieser weltlichen Ideologie (=Religion).

      Da passt eben nicht ins Bild, dass sich manche widersetzen, oder einfach ein anderes Lebensmodell wählen – eben den islamischen Glauben, und zugute kommt diesen neoliberalen Taliban noch, dass seit dem Anschlag auf das WTC eine globale Hetze gegen den Islam betrieben wird – nicht nur in Deutschland, nein überall sind antislamische Rechtspopulisten auf dem Vormarsch, und ich frage mich: „Wem nützt das?“

      Gruß
      Bernie

    • K.S.

      In einigen Muslimischen Staaten ist Missionierung verboten. Tun sie es doch, werden sie bestraft. Einige akzeptieren andere Religionen, wie z.B. Syrien. (Das passt einigen anderen nicht, daher u.a.auch die innerstaatlichen Auseinandersetzungen. Kämen die Muslimbrüder an die Macht, wäre es aus mit der Toleranz gegenüber Christen, DANN könnten die Kirchen wieder kreischen und sähen gute Gründe, den Islam zu verteufeln. Aber sie denken nicht daran, Assad zu unterstützen, weil der eben auch zum Iran gute Beziehungen hat, klingt fast wie „Lisas Welt“😉

  5. Guter Text, sehr schöne Überschrift. Mich hat Friedrich diese Tage ja auch beschäftigt:
    http://ziegenhodensuppe.wordpress.com/2012/03/08/der-innenminister-die-witzfigur/

    Noch unklar ist mir aber, ob er vorwiegend schlicht ungeschickt ist, blöd, vorurteilsbeladen oder ob der doch auch vor allem seiner Partei einen „Gefallen“ tun will. Der letzte Punkt darf auf keinen Fall unterschätzt werden. Hierzu passt nämlich auch seine erste Reaktion auf die Islam-Studie und sein anschließendes leichtes Zurückrudern mit der Medienkritik.

    Würde er wirklich offen und ehrlich die Integration fördern, ohne irgendwelche Drohungen oder zumindest kritischen Töne von sich zu geben, würde das in nicht gerade kleinen Teilen der CSU gar nicht gut ankommen…

  6. Michael Morawietz

    Herr Friedrich bedient sich aus meiner Sicht fragwürdiger publizistischer Techniken und wirft seinen Kritikern unmittelbar danach auch noch vor, ihn mit genau dieser Art Publizistik diffamieren zu wollen.
    Ich habe gerade ein Riesenproblem damit mir vorzustellen, welche Art Klientel er damit wohl an sich zu binden sucht, denn ich kenne weit und breit keinen einzigen Menschen, dessen Gedächtnisleistung schlapp genug wäre, Herrn Doktor Friedrichs ausgefeilter Methodik auf den Leim zu gehen. Zugegeben, ich kenne jetzt auch nicht besonders viele Menschen hinreichend gut.
    Da Herr Doktor Friedrich einen Doktor-Titel sein eigen nennt und zu dessen Erlangung ein Minimum an Eigenintelligenz notwendig ist, sehe ich mich zu dem Schluss genötigt, dass es sich hier lediglich um Herrn Doktor Friedrichs ureigene Art und Weise zu betteln handelt, von Frau Merkel endlich seines Amtes enthoben zu werden. Ein anderer Sinn erschliesst sich mir nicht. Wäre da nicht ein Satz wie „Angie, enthebe mich meines Amtes“ wesentlich rationeller gewesen?

    Mir ist klar, dass ich hier wieder nur Dünnschiss abgelassen habe, aber ich bin froh, dass es jetzt endlich raus ist.

  7. Dem Herren hätte ein Freiwilligendienst in der Türkei sehr gut getan. Auch baut der direkte Kontakt mit entsprechenden Gruppen Vorurteile ab. Doch entsprechende m.E. unabdingbare Handlungen hat der Herr Vollkszertreter wohl nicht unternommen. Vetternwirtschaftlich kolorierte Kungeleien betreffs jener „wichtiger“ Positionen tragen in meinen Augen zudem einen nicht unerheblichen Anteil dazu bei.
    Eine solch undifferenzierte und polemisch-reißerische Verwertung dieser Studie hätte ich einem Volksvertreter im 21. Jahrhundert nicht zugetraut. Was sind das nur für kleingeistige ideologisch gefangene Soldaten dort oben, die meinen, für uns sprechen zu dürfen?
    Eine Farce nenne ich dies!! Ob da die Mitgliedschaft in der K.St.V. Ludovicia Augsburg seinen Teil dazu beiträgt bleibt wohl eine offene Frage.

  8. irgendeiner

    Friedrich steht in einer langen Ahnenreihe von Innenministern. Deren Job, so scheint es, besteht darin Law-and-Order-Parolen zu perpetuieren und Ausländer zu diffamieren. Ganz abgesehen davon, wie sie in persona dazu stehen. Viele konnten durch die Rolle des Saubermanns ihre kriminellen Machenschaften kaschieren. Manche erfüll(t)en nur de Rolle, andere leben sie. Mir als Inländer, Migrant, Eu-Bürger, Ausländer wie auch immer, ist es für mich, einerlei. Man bietet halt dem Spießer in Lande eine Show, wie bei Lanz. Bei beiden fühlt sich der Angstbürger wohl , wichtig, richtig auf und hervorgehoben. Diese Personen bieten dem verunsicherten und angstbesessenem, überfremdungsverängstigtem Publikum ein Zuhause. Ein quasi religiöser Bezugsrahmen. Dieses belächelt man als aufgeklärter Bürger, die Spießer nehmen es jedoch bitterernst. Dazu passt Friedrich, auch der Nachfolger, wie Arsch auf Eimer.

  9. Friedrich ist mir schon als einfacher Bundestagsabgeordneter durch seine Schneidigkeit in Sachen Linkspartei aufgefallen.
    Vielleicht hat ihn Seehofer deshalb zum Innenminister gekürt, weil keiner berufener war als er, es nun auch den „Islamisten“ mal ordentlich zu zeigen. Ich meine, er hätte nicht ganz unrecht, wenn es sich um eine allgemeine, hypothetische Frage handelte (Was würden Sie meinen, wenn … ) und nicht um eine nicht wegzuleugnende Realität. Moslemische Bevölkerung hat nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Mittel- und Westeuropa bewiesen, dass sie da ist, bedingt durch die Arbeitsimmigration. Und wenn Friedrich das nicht gefällt, so darf er das an Münchner Stammtischen als Privatperson weitgehend unbeschadet verkündigen, nicht aber in seiner Funktion als Minister. Insofern, das ist meine Ansicht, verletzt er seine Amtspflicht. Es mag viele Gründe geben, weshalb er in dieser Art vor die islamischen Vereine tritt, aber nicht einen einzigen, der entschuldbar wäre. Mir scheint, dass es auch um Parteipolitik geht. Gerade die CSU war ja immer hart am äußeren rechten Rand, und es ist Politik in diesem Land, gerade den alleräußersten rechten Rand „einzubinden“. Selbstverständlich sammelt sich da auch einiges, was man durchaus als rechtsextrem im Sinne des Wortes bezeichnen könnte, denn durch die „Einbindung“ verschwinden ja die rechtsextremen Ansichten und Haltungen nicht, sie verschwimmen und verwässern höchstens und entdemokratisieren die CSU, ohne dass es vielleicht den einfachen Parteimitgliedern bewusst wird. Aber ich sage mir, der christliche Fundamentalismus hat bereits einmal sein Scherflein zum staatlichen Anti-Semitismus beigetragen (wobei das Wort schon an sich Blödsinn ist, denn auch Araber sind Semiten). Die Parallele zum Anti-Moslemismus ist nicht zu übersehen. Ich bin auch der Ansicht, dass Friedrich aus den von mir genannten Gründen einfach nicht der geeignete Mann für dieses Amt ist.
    Da sollte schleunigst etwas verändert werden.

  10. Waldemar

    Das politisch korrekte Mantra lautet: „Hat nichts mit dem Islam zu tun.“ Oder besser noch: „Daran ist unsere Islamophobie schuld.“ Wolfgang Benz stellt gar eine Verbindung zwischen Antisemitismus und dieser erfundenen Geisteskrankheit „Islamophobie“ her. Ja, da ist er wieder, der auf deutschem Boden, „von uns“ begangene Völkermord. Voller Schuldbewusstsein haben wir die Köpfe einzuziehen. Jetzt möchte ich provozieren. Wie wäre denn die gleiche Studie in den Niederlanden, Frankreich oder Großbritannien ausgefallen? Mindestens genauso, wahrscheinlich hätte sie noch deutlicher die Integrationsdefizite der muslimischen Bevölkerungsanteile aufgezeigt. Der Islam, wie er in den grundlegenden, kanonischen Schriften sich darstellt, teilt die Welt in Rechtgläubige und Kuffar auf. Kuffar sind alle Nichtmuslime, mit einigen Abstufungen. Diese werden im Koran als „Affen und Schweine“, als „niedrigste aller Geschöpfe“ bezeichnet. Es werden in allen schrecklichen Details die Höllenqualen beschrieben, die diese Nichtmuslime beim Jüngsten Gericht zu erleiden haben. In der 9. Sure, der vorletzten, die anlässlich der Abschiedswallfahrt Mohammeds offenbart wurde, werden die Rechtgläubigen zur Vernichtung der Nichtmuslime aufgerufen, es sei denn sie konvertieren zum Islam. All dies soll also keinerlei Einfluss auf Menschen haben, die aus dem islamischen Kulturkreis kommen und jetzt in einer Gesellschaft leben, die mehrheitlich aus verabscheuungswürdigen Kuffar besteht? Das würde alle Ergebnisse der Sozialisationsforschung negieren.

    • Bernie

      Ach, Waldemar holen wir die Kreuzritter-Rüstung der Malteser-Ritter wieder aus dem Kabuff?

      Amüsierte Grüße
      Bernie

    • K.S.

      Bernie sagte es schon. Sich einmal schön mit den Kreuzrittern beschäftigen, den Eroberungsfeldzügen, der kath. Kirche und ihren Greueltaten in Europa und der Welt und was im alten Testament steht, dann das neue Testament lesen und dann lange nachdenken – denn – wie die Christen HEUTE wissen, dass so etwas keine Jesusbotschaft sondern Kirchen-und -Staatsmacht war, so wissen das auch heutige Muslime von ihrer Religion.

      Die Zeiten, die Sie ansprechen, sind VORBEI!!!! Heute werden muslimische und christliche Kinder anders sozialisiert als vor ein paar Hundert Jahren.

      Es ist zudem nicht seriös, vergangenheitsbezogene Sozialisation wie die in Ihren Schilderungen, auf die heutige Kultur und Staatsform der Demokratie zu übertragen. So reden und schreiben Nichtkenner und Nachplapperer.

      Ähnliche Studien gibt es da auch. Von NL weiss ich, dass sie sich über die deutsche Integrationspolitik, als wir noch keine hatten (bzw. sie war nicht so politische), wunderten, wie gut es ohne ging, denn NL hatte eine und die ging nicht so gut.
      Nun wird hier laufend nach Integrationspolitik gerufen und sie scheint immer schlechter zu werden,weil es nichts zu integrieren gibt.
      Die Menschen die hier sind, SIND integriert und zwar besser, als viele denken.

      Islamophobie ist keine Geisteskrankheit sondern ein Zustand der erzeugt wird, wenn Menschen sich wegen gesellschaftlicher Veränderungen, Hartz 4, allg.Abwertung von Arbeitslosen, Kriegen etc. verunsichert fühlen. Wenn dann Leute wie Sie oder Herr Friederich daher kommen und sagen, das läge alles an den Muslimen die hier seien, bewegt er sich auf dem gleichen Pflaster wie 1933, wo auch gesellschaftliche, schreckliche Zustände personifiziert wurden.

      Das sind Tatsachen und ist keine Keule. Die Menschen in Deutschland müssen darum nicht in „Schutt und Asche“ gehen, sondern einfach nur zugeben, dass Menschen wegen ihres Glaubens zu vergasen u.v. m. ein großer Fehler war und nicht wieder vorkommt. Deutschland sollte gelernt haben.

      • Bernie

        @K.S.

        Sehe ich ganz genauso, ich denke einmal, dass – zumindest – die dt. Politik, die ja jahrzehntelang von einer Partei dominiert wurde, die führende Nazi-Größen in ihre Reihen, nach dem II. Weltkrieg, aufgenommen hat einfach nicht lernfähig ist – Nach dem Feindbild des „ewigen Juden“ kommt nun eben der „ewige Moslem“, und schwupp sind wir wieder vor 1933 – in Weimarer Zeiten.

        Was in Deutschland, dank rechtskonservativer Historiker wie z.B. Guido Knopp oft vergessen wird, der Holocaust hatte eine Frühphase, die schon beim Wahlkampf der NSDAP ansetzte, und der Spätphase der Weimarer Republik – unter Brüning, und genau da sind wir dank neoliberaler Taliban wieder angekommen – in Deutschland im 21. Jahrhundert.

        Nur hat das Feindbild eben gewechselt, aber ansonsten bleibt alles beim alten „Teile und Herrsche“ für unsere „Eliten“ in Deutschland…..

        Gruß
        Bernie

  11. K.S.

    Die Propanden bekamen einen Minuspunkt, wenn sie dieser Aussage unter der Überschrift „Ablehnung westlicher Werte“ zustimmten: „Solange die westliche Welt andere Völker ausbeutet oder unterdrückt, wird es keinen Frieden auf der Welt geben.“
    Das verstehe ich nicht. Insofern habe ich Zweifel an dieser Studie überhaupt. Was sollte denn dabei heraus kommen, bei einer derartigen Frage ? Sollte ein bestimmtes Ergebnis angepeilt worden sein, was wünschenswert für Friedrich war und schließlich doch nicht so ausfiel, weil die Befragten einfach zu gut integriert sind?
    Wie kann man eine so formulierte Frage – die meines Wissens mit unseren Werten überhaupt nicht in Einklang zu bringen ist – negativ beurteilen, wenn sie im Sinne der westlichen Werte beantwortet wird nämlich mit JA ?

    Noch lernen ALLE in Werte und Normen und auch im Religionsunterricht, dass Ausbeutung und Unterdrückung keine Werte sind, die anzustreben sind und den Frieden in der Welt massiv belasten.

    Aber da unter den letzten Regierungen alle Werte verdreht oder ganz abgeschafft wurden, Beispiel Bundeswehr als Verteidigungsarmee mit Jetzt Berechtigung für alle Formen von Kriegen, wollte Friedrich vielleicht einfach nur wissen, wie dieser Wertewandel im muslimischen Lager angekommen ist.

    Überhaupt noch nicht. Weil gerade die es sind, die überaus fromm und gottesfürchtig sind. An der Bejahung hätte Friedrich auch sehen können, dass diese Muslime nichts am Hut haben mit Gewalt und Unterdrückung.
    Das kann natürlich für ihn eine „SCHOCK“ geweisen sein, hat er es doch immer anders gesagt.

    Dieser Frage NICHT zustimmen können doch nur die, die an imperialistischen Kreuzzügen heute noch interessiert sind, harte, konservative CDU-CSU-NSU oder jetzt neu hinzukommende Grüne und SPD-ler.

    Alle andere laufen doch kreischend weg, wenn das Deutschlands Neue Werte sein sollen!!!!

  12. Waldemar

    Lieber Bernie, lieber K.S., ach in die Zeit der Kreuzzüge brauchen wir nicht zurückschauen. Aber wenn wir das tun wollen, dann müssen wir auch die islamischen Eroberungszüge der vierhundert Jahre davor ins Auge fassen. OK, bleiben wir im Jetzt. Im Januar 2012 veröffentlichte die Hilfsorganisation „Open Doors“ eine Studie. 100 Millionen Christen werden, bei enger Fassung des Verfolgungsbegriffs weltweit verfolgt. Und jetzt kommt das Entscheidende, neun der zehn schlimmsten Verfolgerstaaten sind muslimisch. Kommt da nicht selbst der glühendste Islamophile ins Grübeln?

    • Meine Leser wissen, dass ich mich in die Diskussionen nur selten einmische. In diesem Fall tue ich das ausnahmsweise einmal:

      Ohne mich mit den genannten Zahlen näher auseinanderzusetzen würde mich sehr interessieren, was denn das eine mit dem anderen zu tun hat. Weil Christen auf der Welt verfolgt werden, sollen wir das hier jetzt auch mit Muslimen machen und weil es „muslimische Verfolgerstaaten“ (was für ein Begriff…) gibt, sollen wir den Islam in Deutschland bekämpfen?

      Ist das eine verquere Auge um Auge Argumentation oder einfach nur rechtspopulistisches Geschwätz?

      • Bernie

        @Jacob Jung

        Ich glaube „rechtspopulistisches Geschwätz“ trifft es wohl eher – Schau mal bei dem Vorbei was ich – rein zufällig – beim Humanistischen Pressedienst über „Open Doors“ gefunden habe – Sehr aufschlußreich😉

        Gruß
        Bernie

        • Bernie

          @Jacob Jung

          Vielleicht schreibst du auch mal was über „Open Doors“, und ähnliche evangelikale Organisationen, die hier erwähnt werden? Deutschland scheint bei deren Missionierungsanstrengungen – nicht nur im Internet – voll im Focus zu liegen, aber da haben unsere evangelikalen Fundis die Rechnung ohne die Säkularen in der EU gemacht:

          […]humanistfederation.eu
          12.03.2012 · Nr. 13036

          „Alle Staaten in Europa bewegen sich in Richtung Säkularismus“

          In einer Rede auf einem Seminar in Brüssel verdeutlichte der Präsident der Europäischen Humanistischen Föderation (EHF), David Pollock, dass alle Staaten in Europa in Richtung Säkularismus voran schreiten, von verschiedenen Ausgangspunkten und mit verschiedenen Geschwindigkeiten.

          Er sagte: „Von der Zeit des Westfälischen Friedens, als es beendet wurde, dass Staaten versuchten, ihre Religion mittels Religionskriegen auf andere Staaten zu übertragen, und stattdessen das „cuius regio, eius religio“ beschlossen wurde , haben die Regierungen verschiedene Positionen bezogen, welcher Religion die Bürger folgen sollten und haben nur langsam akzeptiert, ihnen die individuelle Freiheit zuzugestehen.

          „Europäische Normen sind, zumindest formal, laizistisch – im Sinne von neutral wie zwischen verschiedenen Religionen und Glaubensrichtungen. Die Verteidiger der Kirchenprivilegieb versuchen, einen säkularen Staat als einen atheistischen Staat darzustellen. Sie irren sich, manchmal zynisch und bewusst falsch. Ein säkularer Staat, indem man nicht Partei für oder gegen Religion oder Atheismus ergreift, für oder gegen den einen Glauben oder einen anderen, ist die beste Garantie, die wir für die Freiheit der Religion oder Weltanschauung haben. Europa steht für Säkularismus, die Menschenrechte und die Gleichheit und die Nichtdiskriminierung.

          „In dieser Neutralität, diesem Säkularismus, spiegeln die europäischen Institutionen die Meinung der Bevölkerung. Die Europäer sind zunehmend von der Religion und religiösen Institutionen entfremdet. Dies wurde wiederholt in den EU-eigenen Eurobarometer-Umfragen, die in ganz Europa durchgefüht wurden, bestätig[…]“

          Quelle und ganzer Text:

          http://hpd.de/node/13036

          Gruß
          Bernie

      • Waldemar

        Das war die Antwort auf folgendes Zitat von K.S.:
        „Die Zeiten, die Sie ansprechen, sind VORBEI!!!! Heute werden muslimische und christliche Kinder anders sozialisiert als vor ein paar Hundert Jahren.“
        Die Zeiten, was die Muslime angeht, sind offensichtlich nicht vorbei. Sie werden auch nie vorbei sein. Das muslimische Credo besagt, dass der Koran Wort für Wort Allahs Wort ist. Er wurde schon immer im Himmel aufbewahrt und dann Mohammed offenbart. Er gilt überzeitlich und überörtlich und ist unveränderbar. Für einen Menschen, der im westlichen Sinne – europäischer Humanismus und Aufklärung – denken gelernt hat, ist das alles schier unfassbar. Da hilft nur jahrelanges Studium der islamischen Grundlagenschriften.

        • Bernie

          @Waldemar

          Sie sind aber kein Evangelikaler? „Open Doors“ ist nämlich ein evangelikalies Missionierungswerk, und in seinem Fanatismus keinen Deut besser als die Islamisten, die es kritisiert.

          Gruß
          Bernie
          (Atheist)

      • Michael Morawietz

        @Jacob Jung
        Ich möchte Deiner Argumentation noch den folgenden Gedanken hinzufügen:

        Wir nennen uns Christen, was für mich „Glaube an Jesus“ bedeuten würde. Jesus aber hat laut christlicher Lehre z.B. das Alte Testament ausser Kraft gesetzt. Wie kann man sich also Christ nennen und dann trotzdem noch dem Alten Testament anhängen? Dies einmal ganz abgesehen von den vielen anderen Missachtungen der Jesus-Lehre.

        Wie müsste also eine christlich demokratische Vereinigung oder eine christlich soziale Vereinigung aussehen, wollte sie auch nur annähernd ihrem Namen gerecht werden? Die Realität spricht für mich diesbezüglich Bände.

        Aber auch hier würde ich niemals alle Christen über einen Kamm scheren. Es gibt halt immer und überall solche und solche Menschen.

    • Bernie

      „[…]Kommt da nicht selbst der glühendste Islamophile ins Grübeln?[…]“

      Yep, aber evtl. ganz anders als du es dir vorstellst lieber „Waldemar“😉

      Wer steht z.B. hinter „Open Doors“?

      Würde mich mal interessieren, und schwupp fand ich die Antwort hier:

      „[…]HAMBURG. Religionsfreiheit und Pressefreiheit gehören zu den europäischen Grundrechten. Obwohl sich beide in dem Aspekt der Meinungsfreiheit ähnlich sind, haben sie dennoch ein entscheidendes Trennkriterium: die Wahrheit. Wenn also eine Zeitung in einem Zeitungsartikel – ohne Hinweis darauf – die Auffassungen von Religionen unkommentiert verbreitet, verringert sich zumindest ihre eigene Seriosität.

      Weltweite Verfolgung von Christen?

      Unter der Überschrift „Stille Unterdrückung“ berichtete die DIE ZEIT in ihrer Ausgabe 24/2007: „Die Verfolgung von Christen nimmt immer größere Ausmaße an. Sie findet weltweit statt, vor allem aber in muslimischen Ländern.“

      Nach einer kurzen Einleitung – dass die säkularen Kultureliten in Europa „mit dem Christentum ihren gnadenlosen Spott treiben“ und das aus dieser Weltsicht heraus Christen als Opfer unvorstellbar seien, während die Muslime sich als Opfer von Islamophobie und Diskriminierung darstellen würden -, schreibt der Autor: „Die Wirklichkeit sieht anders aus. Nirgends genießen Muslime mehr religiöse und politische Freiheit als in den liberalen Demokratien der westlichen Welt. Dagegen werden Christen in wachsendem Maße rund um die Welt verfolgt. ‚Open doors‘, eine wohltätige Organisation, die sich für bedrängte christliche Gemeinden und Individuen einsetzt, spricht von einer der ‚gravierendsten Ungerechtigkeiten‘ der Welt, die gleichwohl kaum wahrgenommen werde. Rund 200 Millionen Christen in mehr als 60 Ländern werden wegen ihres Glaubens verfolgt oder erleiden schwere Nachteile in ihrem privaten wie beruflichen Leben.“

      Die erste Irritation ist, dass mit „Verfolgung von Christen“ – in dieser Kombination mit „Christenverfolgungen“ im klassischen Rom assoziiert –, auch alle möglichen subjektiven privaten oder beruflichen Nachteile gemeint sein können. In dieser Hinsicht könnte sich auch eine große Zahl der in Deutschland lebenden Muslime als „Verfolgte“ betrachten[…]“

      Quelle und ganzer (aufklärerischer Text):

      http://hpd.de/node/2210

      Amüsierte Grüße
      Bernie

      „Die ZEIT für Propaganda

    • Tai Fei

      @Waldemar
      12. März 2012 um 22:11
      „Und jetzt kommt das Entscheidende, neun der zehn schlimmsten Verfolgerstaaten sind muslimisch. “
      Und jetzt kommt noch das Entscheidendere. Zu den schlimmsten Verfolgerstaaten gehören die Verbündeten der westlichen Verteidigungsstreitmacht für Freiheit und Demokratie.

  13. takamura

    Ich hatte schon mal erwähnt, dass Herr Friedrich ein Spalter ist!
    Vielleicht versteht es Herr Friedrich endlich mal, da die Äusserungen von der KILV kommen.
    Schade finde ich es für ihn, das Verbände einem Innenminister sagen müssen, was seine Aufgaben sind.
    Hat er schlechte Berater oder ist es Absicht, oder Unvermögen, oder Unfähigkeit, oder was sonst könnte es sein?
    Für wen und /oder was arbeitet Herr Friedrich?
    Für Deutschland, für ein Zusammenleben in Deutschland, für das Innenleben von Deutschland, für ein friedliches Zusammenleben?
    Will er dass die Menschen hier aufeinander losgehen?
    Sollen die Menschen sich gegenseitig umbringen?
    Sollen Menschen aufgrund irgendwelcher konstruierter Merkmale gejagt, gehetzt, zusammengetreten, gequält, benachteiligt, ausgegrenzt und/oder ermordet werden?
    Ich wünsche mir Herr Friedrich als Verteidigungsminister und Herrn Thomas de Maizière (der wirkte kompetenter) zurück als Innenminister.

  14. Waldemar

    Jetzt bekomme ich voll die Prügel. „Rechtspopulistisches Geschwätze“; „Auge um Auge“ usw. Alle Daumen nach unten. Ich verstehe das ja. TukaTuka-Land ist abgebrannt, Multikulti als ewiges buntes Straßenfest ist krachend gescheitert. Ja, das ist schmerzhaft, so aus den Träumen gerissen zu werden. Man will es nicht wahr haben, es nicht sehen. Und noch was. Ich habe berufliche täglich mit der Integration zu tun. Aber nicht im warmen Büro der Integrationsindustrie, sondern ganz vorne an der Front. Da, wo es wirklich weh tut und es tut verdammt weh. Mensch, wacht auf, reibt euch den Traumsand aus den Augen und schaut in die nüchterne, harte Realität.

    • Bernie

      @Waldemar

      „Du hast beruflich täglich mit der Integration zu tun“? Wo bei Frontex? Der Behörde, die alltäglich dafür sorgt, dass das Mittelmeer zu einem Massengrab verkommt? Oder sonst einer Behörde der Abwehr der „Asylantenschwemme“ (wie es in rechtspopulistischen Kreisen gerne genannt wird)?

      Das „rechtspopulistische Geschwätz“ wollte ich so eben zurücknehmen – ich hielt dich eher für einen verblendeten evangelikalen Fundamentalisten, aber deine eigenen Worte sprechen Bände gegen Dich…Ist dir das schon aufgefallen?….

      Amüsierte Grüße
      Bernie

      • Bernie

        „ganz vorne an der Front“? Privater Sicherheitsdienst (eher Blockwart) in einem Asylantenheim? Wundern würde es mich nicht, da unser korrupter Staat ja gerade solche Menschen auf Flüchtlinge hetzt – frei nach dem Motto „teile und herrsche“.

        Amüsierte Grüße
        Bernie

        PS: Vor dem NSU-Terrorismus soll es ja auch vorgekommen sein, dass mancher NPD-Kader bei einer ostdeutschen Ausländerbehörde in wichtigen Positionen saß…….daher wundert mich gar nichts mehr…..

    • Michael Morawietz

      @Waldemar
      Ich habe einmal versucht, Deine Kommentare für mich persönlich auf den Punkt zu bringen und bin zu dem Schluss gekommen, dass es sich um Angst handelt. Angst lähmt, glaub mir.
      Die Politik versteht es, sich Deiner Angst zu bedienen und dass es gut bei Dir anschlägt bemerke ich daran, dass Du immer nur vom Islam sprichst und nicht von den Menschen selbst. Mach Dir bitte klar, dass unsere Politiker alles andere als blöd sind und selbst deren anscheinend offensichtlich dummes Verhalten nichts weiter als Kalkül ist. Das meine ich absolut parteiübergreifend.

      Ich bin ein Fan der multikulturellen Gesellschaft. Schöne bunte Strassenfeste wären eine der unzähligen von mir gewünschten Manifestationen einer solchen Gesellschaft. Die multikulturelle Gesellschaft ist nicht tot, ganz im Gegenteil, sie liegt gerade in den Geburtswehen und nur die in ihrer Sicht eingeschränkten Geister halten an ihrer untergehenden Wunschgesellschaftsform noch fest. Wir sind 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten. Genau so wenig, wie es noch lange gut gehen kann, dass z.B. in Deutschland ein Mensch tausende Quadratmeter für sich alleine als Wohnraum beanspruchen kann, nur weil er 10 Bausparverträge hat, genau so wenig wird das nationale territoriale Denken noch lange funktionieren können. Wie gesagt, wir sind 7 Milliarden Menschen auf dieser Welt und jeder hat das recht auf ein menschenwürdiges Leben.

      Fangen wir also ganz klein an. Forcieren wir doch ein multikulturelles Deutschland und setzen uns gleichzeitig für ein mutlikulturelles Europa ein. Eine Gesellschaftsform ist kein Gebäude, dass ein intellektueller Geist auf dem Reissbrett entwerfen kann. Vielmehr ist es eine Evolution, die aus den Mikroschritten jedes Einzelnen Individuums besteht. Lass Dir nicht von der modernen Politik eine weitere Bibel verkaufen. Das Heil steht nirgendwo anders geschrieben, als in Deinem eigenen Herzen.

      Befreie Dich mal von Deiner Angst und sieh Dich erst einmal nur hier in Deutschland um und lass die grosse weite Welt für eine kurze Zeit einfach einmal aussen vor.

      Vergiss bitte auch folgendes niemals: Ausnahmlos alle Religionen stammen mindestens aus dem Mittelalter und damals war die Erde noch eine Scheibe. Tolerantes Verhalten ist im Grunde jeder Religion fremd. Gerade die Katholische Kirche ist für mich nichts weiter als ein gezähmter Tiger. Andere Zeiten, andere Sitten. Ich möchte nicht wissen, wie es uns heute erginge, würde der Pabst noch immer Kaiser und Könige einsetzen.

      Gruss
      Michael

  15. Waldemar

    Bernie, jetzt gehe erst mal schlafen. Und morgen schaust du dir deine letzten beiden Kommentare noch mal ausgeschlafen an. Ich würde dir zugute halten, dass du dann erschreckt bist über das, was du da geschrieben hast.

    • Bernie

      @Waldemar

      Ich soll erschreckt sein, über das was ich geschrieben habe? Hast du gut geschlafen, lieber Waldemar? Ich glaube es wohl kaum, denn ich bleib dabei – einen weiteren Kommentar erspare ich mir, denn den hat dir schon Michael Morawietz
      geschrieben, mit dem ich hier – und das schreibe ich gerne – mal einer Meinung bin.

      Amüsierte Grüße
      Bernie

  16. Iris

    Nach meiner Einschätzung (aufgrund ihrer Einlassungen) waren die erklärten Integrationsangebote von Unionspolitikern schon immer nichts als opportunistische Lippenbekenntnisse. Sie empfinden m.E. mehrheitlich weder aufrichtige Solidarität, noch persönliches Verantwortungsgefühl für das Wohl und die Sicherheit der in Deutschland lebenden Zuwanderer und deren Nachfahren. Und dieser Mangel an politischer Verantwortung ist – in Zeiten wachsender sozialer Ungerechtigkeit und auseinanderklaffender Schere zwischen Arm und Reich – eine zunehmende Gefahr für unsere Mitmenschen mit Migrationshintergrund. Umso mehr sind wir – die Deutschen ohne Migrationshintergrund – m.E. gefordert, uns für die Gleichberechtigung und Sicherheit der Zugewanderten und ihrer hier geborenen Nachfahren stark zu machen. WIR müssen ihnen zeigen, dass sie zu uns gehören und wir uns nicht gegen sie aufhetzen lassen. Das ist imo die wichtigste Lehre, die wir aus unserer Geschichte ziehen können und müssen.

    @Waldemar:
    Es ist schlicht sch***egal, ob Sie die multikulturelle Gesellschaft in Deutschland schätzen. Sie ist Fakt. Also lernen Sie damit zu leben (oder deutlicher gesagt: Zeigen Sie dieselbe Integrationsbereitschaft, die Sie von anderen erwarten). Ein Deutschland ohne Zuwanderer aus allen möglichen Kulturkreisen gibt es nicht und wird es auch nie geben. Und vielleicht sollten Sie mal weniger den Koran als viel mehr das Grundgesetz studieren. Für ein friedliches gesellschaftliches Zusammenleben brauchen wir hier nämlich weder fanatische religiöse Fundamentalisten, noch fanatische Islamfeinde.

    • Michael Morawietz

      @Iris
      Eigentlich wollte ich auch noch etwas dazu sagen, musste dann aber feststellen, dass Sie es bereits vollständig auf den Punkt gebracht haben.
      Danke, ich schliesse mich ihnen uneingeschränkt an.

  17. OneUmmahDream

    Super Artikel! VIELEN DANK!

  18. @ Iris
    „Und vielleicht sollten Sie mal weniger den Koran als viel mehr das Grundgesetz studieren. Für ein friedliches gesellschaftliches Zusammenleben brauchen wir hier nämlich weder fanatische religiöse Fundamentalisten, noch fanatische Islamfeinde.“

    Ich bin mit Sicherheit kein Mischl-Freund, aber diesbezueglich gebe ich ihm absolut Recht: http://www.youtube.com/watch?v=ZGyvnlSfo84&feature=player_embedded

    Gerade hier in Amerika treffe ich taeglich auf Menschen, welche sich traditionell, kulturell, religioes, auesserlich, .. und ansonsten in keinster Weise integrieren. Soweit Sie sich an oertliche Gepflogenheiten wie Strafrecht, Grundrecht/Verfassung/Konstitution halten, geht das vollkommen in Ordnung.
    Mehr ist nicht erforderbar!!

    Moechte/will ich daran nicht teilhaben, nenne ich Es u.A. Parallelgesellschaft, welches mein, rein triviales Problem ist. ……
    Nicht Meines! … ich hing schon seit meiner Geburt(60) bis Heute, mit diversen, sogenannten Auslaendern, rum.
    Und ich wuerde das gerne auch weiterhin geniessen. Darauf nimmt aber ’niemand Ruecksicht!

    Gruss
    Jake

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