Ermittlung gegen rechte Gewalttaten: Unfähig oder unwillig?

14.11.2011 – „Döner-Morde“, „Halbmond-Mafia“, Soko „Bosporus“: Mit solchen Schlagworten laborierten Ermittler und Medien in Bezug auf die bundesweiten Morde an insgesamt neun Männern mit Migrationshintergrund.

Die gewählten Begriffe bringen überdeutlich zum Ausdruck, was man offiziell hinter den Tötungsdelikten vermutet: In Deutschland lebende „Ausländer“ bringen sich gegenseitig um. Verstrickungen in Waffen- oder Drogenhandel, Spiel- und Wettschulden oder private Auseinandersetzungen gelten als wahrscheinliche Motive und geben die Ermittlungsrichtung vor.

Wenn in Berlin einige Autos brennen, dann sehen Behörden und Politiker hierin Anzeichen für einen neuen Linksterrorismus in Deutschland. Werden dagegen neun Menschen mit Migrationshintergrund innerhalb von sechs Jahren im ganzen Bundesgebiet mit derselben Waffe hingerichtet, dann kommt kein Ermittler und kein Staatsanwalt auf den Gedanken, es könne sich hierbei um rechtsextremistische Verbrechen handeln.

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Jacobs Woche (06.11. – 12.11.2011)

13.11.2011 – Der Innenminister wirbt für ausgewählte Religionen, Henryk M. Broder lässt den RBB nach seiner Pfeife tanzen, die SUPERillu spricht mit Hans-Peter Friedrich über „Hools und Ultras“, Bushido freut sich über den Integrations-Bambi, die Griechen sind erleichtert, dass sie jetzt endlich von einem echten Banker geführt werden, die Presse freut sich über ein neues „linkes Traumpaar“ und der rechte Flügel der CDU probt den Aufstand gegen eine autistische Kanzlerin.

Die Woche mit Jacob Jung.

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Revolution von rechts: Die autistische Kanzlerin

12.11.2011 – Die gestrige Ausgabe des ZDF heute Journals markiert den Beginn einer Revolution in der Union. Lange haben konservative CDU Mitglieder die Versammlungen und Aufmärsche empörter Bürger nur neidvoll beäugt. Jetzt proben sie selber den Aufstand gegen Parteispitze und Kanzlerin, der sie einen „autistischen Regierungsstil“ vorwerfen, der sich am „demokratischen Zentralismus“ orientiert.

Die Plattform: Initiative „mach-mit-partei.de“. Die Vorbilder: Konrad Adenauer, Franz-Josef Strauß und Helmut Kohl. Das Ziel: Das „überlegene Konservative“ soll wieder im Zentrum der Betrachtung stehen. Die Gegner: Angela Merkel, Ronald Pofalla und Hermann Gröhe. Das Credo: Die Union braucht keine neuen Wähler sondern eine neue Führung.

Nach der Ausstrahlung eines Berichtes des heute Journals war die Internetseite der „Initiative Mach-Mit-Partei“ über längere Zeit nicht erreichbar. Die Initiatoren hatten selber wohl nicht mit sonderlichem Interesse gerechnet. „Wir hatten pro Sekunde mehr Zugriffe als beispielsweise YouTube“ war auf der Website kurzfristig zu lesen. So entschuldigte sich die Initiative bei Parteifreunden und Mitstreitern für den vorübergehenden Ausfall.

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Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine

12.11.2011 – Heute hat Oskar Lafontaine auf dem Landesparteitag der LINKEN in Saarbrücken Sahra Wagenknecht als seine neue Lebensgefährtin vorgestellt. Die Presse überschlägt sich angesichts dieser Neuigkeit und freut sich nach Hummer-Orgien und Porsche-Eklats über ein „echtes Boulevard-Thema“ aus den Reihen der Linkspartei.

Die deutschen Schreiber haben es schon immer gewusst oder doch zumindest geahnt. Lafontaine wird zu Wagenknechts Mentor erklärt. Ihr angeblicher Weg vom „radikalen Flügel“ in die politische Mitte der Partei sei seinem Einfluss geschuldet.

Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine stehen für Positionen, über die es mehr als genug zu berichten gäbe. Die Medien verwehren der Linkspartei gewohnheitsmäßig die politische Aufmerksamkeit, um sich jetzt auf „Das neue Traumpaar“ zu stürzen.

Während sich die Presse daran versucht, Einzelheiten und pikante Details ans Tageslicht zu befördern, hat Sahra Wagenknechts Ehemann, der Journalist und Filmemacher Ralph T. Niemeyer, eine offizielle Erklärung veröffentlicht. Die privaten Angelegenheiten öffentlicher Personen gehen niemanden etwas an. Wer sich aber dennoch für das Privatleben der Beteiligten interessiert, der sollte diese Quelle nutzen, statt seinen Voyeurismus bei Springer, Spiegel und Stern zu befriedigen.

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Medienkritik: ZEIT ONLINE und die erleichterten Griechen

11.11.2011 – Unter dem Titel „Griechenland schöpft neue Hoffnung“ berichtet die ZEIT in ihrer Online-Ausgabe heute über den neuen griechischen Regierungschef Lucas Papademos.

Bereits im Teaser des Beitrags heißt es, viele Griechen seien erleichtert und trauten Papademos zu, Griechenland aus der Krise zu führen. Die ZEIT erweckt hier den Eindruck, als habe sie eine repräsentative Gruppe der griechischen Bevölkerung über ihre Einschätzung befragt.

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